Denklingen ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Landsberg am Lech.
Geografie Lage Es handelt sich um die südwestlichste Gemeinde im Landkreis Landsberg am Lech. Sie liegt auf einer Schotterterrasse westlich des Lechs am Rande des Denklinger Rotwalds und des Sachsenrieder Forsts.
Der niedrigste Punkt befindet sich auf am Lech, der höchste mit im Sachsenrieder Forst. Der Ilsingsberg ist hoch.
Gemeindeteile Es gibt neun Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):
Gemarkungen Es gibt die Gemarkungen Denklingen, Dienhausen und Epfach.
Geschichte Durch das Gemeindegebiet führte die römische Via Claudia Augusta. Auch Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung gibt es. Die erste urkundliche Erwähnung war 1104 als „Thengelingen“, vermutlich vom Personennamen Denchilo abgeleitet. Der Denklinger und der Sachsenrieder Forst wurden 1059 als Königsschenkungen beurkundet. Im 13. und 14. Jahrhundert ist ein Ortsadel nachgewiesen, dessen Burg im Bauernkrieg 1525 zerstört worden sein soll.
Denklingen gehörte zum Hochstift Augsburg. Seit der Säkularisation von 1803 gehört der Ort zu Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen im Königreich Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde. Denklingen wurde ab 1803 von Buchloe aus verwaltet und gehörte ab 1862 zum Bezirksamt Kaufbeuren, dem späteren Landkreis Kaufbeuren.
1888 erhielt Denklingen mit der Eröffnung der Fuchstalbahn von Landsberg nach Schongau einen eigenen Bahnhof. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz ging im Jahr 1984 mit der Einstellung des Personenverkehrs auf der Strecke wieder verloren.
Beim Gemeindeteil Epfach befand sich bereits zur Römerzeit die Ansiedlung Abodiacum.
Von 1917 bis 1973 gab es in Denklingen ein Forstamt. 1972 kam die Gemeinde zum Landkreis Landsberg am Lech und wechselte von Schwaben nach Oberbayern. mini|Kirche St. Michael in Denklingen mini|Bauernhaus in Denklingen
Eingemeindungen Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Juli 1972 wurden die Gemeinden Dienhausen und Epfach eingegliedert.
Einwohnerentwicklung Jahr 1961 1970 1987 1991 1995 2000 2005 2010 2015 2018 Einwohner 1883 1842 1979 2177 2267 2324 2478 2525 2581 2786 Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 2040 auf 2786 um 746 Einwohner an bzw. um 36,6 %.
Politik Gemeinderat Der Gemeinderat besteht aus 14 Mitgliedern und dem Ersten Bürgermeister. Bei der Kommunalwahl vom 15. März 2020 haben von den 2227 stimmberechtigten Einwohnern in der Gemeinde Denklingen 1394 von ihrem Wahlrecht Gebrauch gemacht, womit die Wahlbeteiligung bei 62,60 % lag.
Bürgermeister Erster Bürgermeister ist seit 15. Januar 2018 Andreas Braunegger; dieser war zu der außerhalb des Turnus notwendigen Wahl von CSU, Freien Bürgern und Freier Wählergemeinschaft nominiert worden. Sein Vorgänger Michael Kießling, im Amt seit Mai 2014, war in den Bundestag gewählt worden und legte das Amt im Oktober 2017 nieder., abgerufen am 26. Mai 2020.
Wappen
Sport Eishockey: Der VfL Denklingen/Eishockey nahm von 1966 bis 2015 am Spielbetrieb des BEV teil. Die sportlichen Höhepunkte in der Zeit waren 2007 die Meisterschaft der Bayerischen-Bezirksliga Gruppe IV, der Aufstieg in die Bayerische-Landesliga 1983 und 1980 der Aufstieg in die Natureis-Bayernliga. Von 1983 bis 2003 spielte der VfLD durchgehend in der Bayerischen-Landesliga. Von 2010 bis 2015 bildete der VfL eine Spielgemeinschaft mit dem EV Landsberg 1b in der Bezirksliga Bayern. Quelle: rodi-db.derodi-db.de, Ligenzugehörigkeit VFL Denklingen
Freizeit und Kultur Das Museum Abodiacum und Lorenzberg im Gemeindeteil Epfach an der Via Claudia Augusta Dienhauser Tal mit Dienhauser Weiher Kreszentiakapelle im Ortsteil Dienhausen Schützenheim des Schützenvereins „Frohsinn“
Baudenkmäler
Osteraufkirche an der Via Salina Katholische Pfarrkirche St. Michael Katholische Pfarrkirche St. Bartholomäus im Ortsteil Epfach Kapelle St. Lorenz auf dem Lorenzberg im Ortsteil Epfach
Bodendenkmäler
Dialekt Die Gemeinde gehört zum ostschwäbischen Sprachraum mit bereits leichten bairischen Einflüssen.
Wirtschaft Größter Arbeitgeber am Ort ist die Hirschvogel Umformtechnik GmbH, das Stammwerk der Hirschvogel Group. mini|hochkant=2.0|Denklingen von Osten
Die Firma Taxer GmbH hat 2007 ihren Sitz von München nach Denklingen verlegt. Der Entsorgungsfachbetrieb ist seit 1951 im Metall- und Schrotthandel tätig und hat sich in der ehemaligen Kiesgrube an der Dr.-Manfred-Hirschvogel-Straße 10 (ehemals Mühlstraße 10) niedergelassen. Spezialisiert ist der Entsorgungsfachbetrieb auf den Ankauf von Industriemetallen wie Aluminium und Kupfer, bietet aber auch einen Container- und Muldendienst für Bauschutt, Holz, Sperrmüll, Reifen und Papier. Der Familienbetrieb wurde im Oktober 2019 eingestellt und das Grundstück verkauft.
Persönlichkeiten Claudius Paternus Clementianus (ca. 65–130), römischer Militär und Statthalter, gebürtig aus Epfach Carl Borromäus Egger (1772–1849), Domherr in Augsburg und Mitglied der Kammer der Abgeordneten Rudolf Bender (1860–1945), Architekt, preußischer Baubeamter und Politiker
Weblinks
Gemeinde Denklingen
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Landsberg am Lech Kategorie:Ersterwähnung 1104 Kategorie:Gemeindegründung 1818
Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp)