Ludesch ([] römisch Ludasko) ist eine österreichische Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Walgau in Vorarlberg. Sie besteht aus dem gleichnamigen Hauptort und der Siedlung Unterfeld.
Name Der Name des Dorfes Ludesch wird urkundlich 842 als Lodasco, 1265 als Ludaschg und 1402 als Ludäsch belegt. Der Name setzt sich aus Lud (Flussname) und dem ligurischen Suffix ascu ab und hat die Bedeutung: zur Lud gehörend, bzw. Schwemmland der LudWerner Vogt: Unsere Landschaft im Spiegel der Flurnamen. In: Ludesch (Heimatbuch), herausgegeben von der Gemeinde Ludesch, Ludesch 1996, ISBN 3-900851-45-X, S. 37. und bezieht sich auf die hier fließende Lutz.
Geografie mini|Blick von Thüringerberg auf den Hohen Fraßen und den auf halber Höhe liegenden Ludescherberg. Ludesch liegt am südöstlichen Ufer der Lutz, noch im Walgau, aber am Eingang zum Großen Walsertal. Das Ortszentrum befindet sich auf Im Norden und Nordwesten wird das Gemeindegebiet von der Lutz begrenzt, im Süden von der Ill, im Südosten folgt die Gemeindegrenze dem Höhenrücken von der Matona (717 m) zum Nitzkopf, dem mit 1709 Meter höchsten Punkt der Gemeinde.
Die Gemeinde hat eine Fläche von elf Quadratkilometer. Davon sind 48 Prozent bewaldet, 35 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt und acht Prozent sind Gärten.
Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet umfasst nur eine Ortschaft (in Klammern Einwohnerzahl Stand ): Ludesch () Bis 2025 war zusätzlich noch Ludescherberg als Ortschaft ausgewiesen.
Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Ludesch.
Ludesch bildet gemeinsam mit den benachbarten Gemeinden Thüringen, Bludesch und Thüringerberg die Blumenegg-Gemeinden.
Nachbargemeinden
Geschichte Früher war die Gemeinde Zentrum für Landwirtschaft und Gemüseanbau, heute gibt es in der Gemeinde auch zahlreiche Industrie- und Handwerksbetriebe.
Ludesch war Teil der reichsunmittelbaren Herrschaft Blumenegg, stand damit von 1603 bis 1802 im Besitz der Fürstabtei von Weingarten und ging mit dieser nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1802 an Oranien-Nassau. 1804 erwarben die Habsburger die gesamte Herrschaft im Tauschwege, seitdem ist Ludesch Teil von Österreich.Manfred Tschaikner: 200 Jahre Blumenegg bei Österreich. (1804–2004). Ausstellung. 2. Auflage. Vorarlberger Landesarchiv, Bregenz 2004 ().
Einen Aufschwung erhielt die Gemeinde durch die Einrichtung einer Poststelle und den Eisenbahnanschluss im Jahr 1872. Um die Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert entwickelten sich die ersten Gewerbe- sowie Handelsbetriebe. Seit den 1980er Jahren siedeln sich zunehmend unterschiedliche Wirtschaftsbetriebe an.Gemeinde Ludesch:
Bevölkerungsentwicklung
Der Ausländeranteil lag Ende 2002 bei 13,7 %.
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Alte Pfarrkirche Ludesch mini|Neue Pfarrkirche Ludesch
Alte Pfarrkirche Ludesch: Die dem hl. Martin geweihte Kirche ist das Wahrzeichen des Ortes. Der Mangel an Friedhofsraum und das Bestreben, die Vorfahren zu erhalten, führte dazu, dass dort ein Beinhaus eingerichtet wurde. Neue Pfarrkirche Ludesch: Die barocke Kirche hl. Sebastian wurde von 1637 bis 1639 mit der Unterstützung des Landvogtes Johann Rudolf von der Halden erbaut und 1640 zur Pfarrkirche erhoben. Europaschutzgebiet Ludescherberg.
Wirtschaft und Infrastruktur Am Ort gab es im Jahr 2003 49 Betriebe der gewerblichen Wirtschaft mit 408 Beschäftigten und 45 Lehrlingen. Lohnsteuerpflichtige Erwerbstätige gab es 1.280. Landwirtschaft spielt eine wichtige Rolle, der Anteil der landwirtschaftlichen Flächen an der Gesamtfläche liegt bei 40,6 %. Wirtschaftssektoren Von den landwirtschaftlichen Betrieben des Jahres 2010 wurden 14 im Haupt-, 15 im Nebenerwerb, drei von Personengemeinschaften und drei von juristischen Personen geführt. Diese letzten drei bewirtschafteten 47 Prozent der Flächen. Im Produktionssektor arbeiteten 373 Erwerbstätige im Bereich Warenherstellung, 98 in der Bauwirtschaft und sechs in der Wasserver- und Abfallentsorgung. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche soziale und öffentliche Dienste (206), Handel (99), Verkehr (94) und freiberufliche Dienstleistungen (48 Mitarbeiter). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)35384139Produktion4337373485Dienstleistung11767492330 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Im Jahr 2011 wohnten 1666 Erwerbstätige in Ludesch. Davon arbeiteten 291 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus. Von den umliegenden Gemeinden kamen 615 Menschen zur Arbeit nach Ludesch.
Ansässige Unternehmen Die Firma Ball produziert in Ludesch Alu-Dosen für Red Bull und Rauch Fruchtsäfte.https://www.ball.com/eu Die Firma Martin GmbH verlegt bis 2020 ihren Standort von Braz nach Ludesch und investiert dort rund 14 Millionen Euro für die Produktion von Baggeranbaugeräten.
Verkehr Der Bahnhof Ludesch liegt an der Bahnstrecke Lindau–Bludenz und ist in das Netz der S-Bahn Vorarlberg integriert, wobei im 30-Minuten-Takt Verbindungen nach Bregenz und Bludenz bestehen. Bis 2015 entstand südlich des Bahnhofs eine Verschubanlage, um den Bahnhof Bludenz wegen des hohen Gütertransportaufkommens der Firmen Rauch und Ball zu entlasten.
Bildung Im Ort wurden im Jänner 2003 180 Schüler gezählt.
In Ludesch gibt es einen Kindergarten eine Volksschule und einen Montessori-Kindergarten und Volksschule.
Politik
Gemeindevertretung
In Vorarlberg wählen die Bürger alle fünf Jahre die Mitglieder der Gemeindevertretung durch Ankreuzen eines Listen-Wahlvorschlages bzw. durch Mehrheitswahl wenn kein Listenvorschlag vorliegt. Weiters den Bürgermeister durch Ankreuzen eines Wahlvorschlages.
Die Gemeindevertretung wählt in der konstituierenden Sitzung aus ihrer Mitte – sofern keine Wahl durch die Bürger zustande kam – gemäß § 61 Gemeindegesetz einen Bürgermeister und dann einen mindestens dreiköpfigen Gemeindevorstand. Die Zahl dieser „Gemeinderäte“ darf aber gemäß § 55 den vierten Teil der Zahl der Gemeindevertreter nicht übersteigen.
Der Bürgermeister führt den Vorsitz bei den generell öffentlichen Sitzungen der Gemeindevertretung, in denen kommunale Belange besprochen und Beschlüsse gefasst werden. Beobachter haben kein Mitspracherecht und kein Stimmrecht. Die Gemeindevertretung kann nach Bedarf Ausschüsse bestellen. Sitzungen des Gemeindevorstandes und der Ausschüsse sind nicht öffentlich.
Sitzverteilung nach den Wahlen
Gemeindevertretungswahlen 1985: ÖVP 12, Unabh. Ortsliste 7, SPÖ 2. Gemeindevertretungswahlen 1990: ÖVP 13, Unabh. Ortsliste 7, SPÖ 1. Gemeindevertretungswahlen 1995: ÖVP 12, Freiheitliche 4, Die Unabhängigen 4, SPÖ 1. Gemeindevertretungswahlen 2000: Gemeinsam für Ludesch 21. Gemeindevertretungswahlen 2005: Gemeinsam für Ludesch 18, LUTZ 6. Gemeindevertretungswahlen 2010: Gemeinsam für Ludesch 18, LUTZ 6. Gemeindevertretungswahlen 2015: Gemeinsam für Ludesch 18, LUTZ 6. Gemeindevertretungswahlen 2020: Gemeinsam für Ludesch 17, LUTZ 7. Gemeindevertretungswahlen 2025: Gemeinsam für Ludesch 18, LUTZ 3, Die Freiheitlichen 3.
Bürgermeister
Wappen
Gemeindepartnerschaften
Sankt Martin an der Raab im Burgenland
Persönlichkeiten Ehrenbürger der Gemeinde Martin Thurnher (1844–1922), Lehrer und Politiker (CSP) Söhne und Töchter der Gemeinde
Michael Anton Fuetscher (1774–1827), Maler Antonia Matt (1878–1958), Schaustellerin, geboren und aufgewachsen in Ludesch Karl Zerlauth (1894–1967), Politiker (CS, ÖVP) und Landwirt Hans Wucher (1929–1995), Baumeister, Vizebürgermeister Johannes Wohlgenannt Zincke (* 1959), Komponist, Musiker und Veranstalter
Mit der Gemeinde verbundene Persönlichkeiten
Hans Thöni (* 1931), Baumeister und Heimatforscher Martin Zerlauth (* 1945), Politiker (FPÖ) und Landesbeamter Benedikt Zech (* 1990), Fußballspieler Valentino Müller (* 1999), Fußballspieler
Weblinks
Einzelnachweise