mini|Hauptsitz der Toyota Motor Corporation im japanischen Toyota mini|Toyota-Pavillon in Tahara für die Expo 2005
Die Toyota Motor Corporation (japanisch , Toyota Jidōsha Kabushiki-gaisha) ist ein multinationales Unternehmen und einer der größten Automobilhersteller der Welt.handelsblatt.com. 2020 stellte das Unternehmen rund 9,53 Millionen Fahrzeuge her und war damit vor der Volkswagen AG nach Produktionszahlen der weltweit größte Autobauer., Die Welt, 12. März 2021.
Toyota hat seinen Unternehmenssitz im japanischen Toyota und ist laut der Forbes-Global-2000-Liste das zehntgrößte börsennotierte Unternehmen der Welt (Stand: 2022). Der Toyota-Konzern mit seinen 522 Tochterunternehmen hat insgesamt 372.817 Mitarbeiter (Stand: 2022) und produziert außer in den 12 japanischen Werken an 51 Standorten in 26 Staaten. Darüber hinaus besitzt Toyota weltweit vier Designzentren.
Das 1937 von Toyoda Kiichirō und Toyoda Eiji gegründete Unternehmen galt auch 2023 als „wertvollste Automobilmarke“ der Welt.heise online vom 27. Mai 2015: Marken-Rangliste: Apple holt sich Spitzenplatz von Google zurück, abrufbar am 11. Oktober 2020.BrandZ, Top 100 Most Valueable Brands 2020, Seite 138, abgerufen am 11. Oktober 2020.
Unternehmensdaten mini|Toyota Vorsitzender Akio Toyoda bei der Bilanzpressekonferenz am 11. Mai 2011 in Tokio
Toyota wird im Nikkei 225 gelistet und hatte Ende 2017 den höchsten Börsenwert aller Automobilhersteller,„Kopf-an-Kopf-Rennen: Toyota erklärt sich zum weltgrößten Autoproduzenten“, Spiegel Online, 25. Dezember 2007. wurde aber mittlerweile von Tesla, Inc. eindeutig überholt. Bis zum Oktober 2024 belief sich der Wert des US-Herstellers von Elektroautos auf rund 823,8 Milliarden US-Dollar. Toyota folgte mit 240 Milliarden US-Dollar.„Marktkapitalisierung ausgewählter Automobilhersteller weltweit im Oktober 2024“, Statista, 1. Oktober 2024.
Die Fortune-Global-500-Liste von 2016 listet Toyota als das fünftgrößte Unternehmen der Welt entsprechend seinem Jahresumsatz von 254,9 Milliarden US-Dollar. In der Forbes Global 2000 Liste von 2018 belegte Toyota Platz 12. Toyota ist mittlerweile die wertvollste Automarke der Welt geworden und liegt mit einem Markenwert von 177,4 Milliarden US-Dollar weltweit auf Platz 36. 2016 erzielte Toyota über 17 Milliarden US-Dollar Gewinn (siehe auch Automobilindustrie).
Nach finanziellen Rückschlägen wurde im Juli 2009 Akio Toyoda zum Vorsitzenden ernannt.
Die Toyota Motor Corporation hat ihren Hauptsitz in der japanischen Stadt Toyota (bis 1959: Koromo), sowie einen Nebensitz im benachbarten Nagoya und Bunkyō (Tokio) und wurde 1937 zu einer eigenständigen Firma. Die Mutterfirma Toyota produziert des Weiteren noch viele andere Güter wie beispielsweise Naturschutzanlagen, Fertighäuser, Boote, elektronische Geräte und Banknetzwerke. Seit 2005 ist Toyota Inhaber des zweitgrößten Mobilfunknetzes in Japan.
Bei der Zahl der in der Batterietechnik angemeldeten Patente belegt Toyota (mit über 2.550 Patentanmeldungen von 2000 bis 2018) Platz vier.EPA-IEA-Studie vom 22. September 2020: Innovationsschub in der Batterietechnik spielt Schlüsselrolle für die Energiewende, abgerufen am 11. Oktober 2020.
Unternehmensgeschichte mini|Toyota Modell AA, das erste Toyota-Automodell (1936)
Die Geschichte Toyotas begann 1867 in einer abgelegenen ländlichen Gegend außerhalb von Nagoya (Japan). Hier wurde in jenem Jahr Sakichi Toyoda als Sohn des armen Zimmermanns Ikichi Toyoda geboren. Von seinem Vater erlernte er das Handwerk des Zimmermanns und nutzte dieses Wissen schließlich, um hölzerne Spinnmaschinen zu entwerfen und zu bauen. 1894 begann er, manuelle Webstühle zu bauen, die billiger waren und besser funktionierten als bisherige Webstühle. Unter dem Eindruck der schweren Bedingungen, unter denen seine Mutter, seine Großmutter und ihre Freunde in den Spinnereien und Webereien arbeiten mussten, begann er, kraftmaschinengetriebene hölzerne Webmaschinen zu entwickeln. Dazu kaufte er sich eine gebrauchte Dampfmaschine, um damit Experimente durchzuführen.
Inzwischen hatte Sakichis Sohn Kiichirō Toyoda ein Maschinenbaustudium an der Tokioter Universität abgeschlossen. Zusammen mit Kiichirō vollendete Sakichi 1924 seine „automatisierte Webmaschine“ (Toyoda Automatic Loom), in der zum ersten Mal ein Prinzip des späteren Toyota-Produktionssystems zum Einsatz kam: Jidōka, auch autonome Automation genannt. Diese Webmaschine enthielt einen Mechanismus, der die Maschine automatisch stoppte, falls ein Faden riss. Somit konnten wenige Personen eine große Anzahl Webmaschinen bedienen, und nicht für jede Webmaschine musste ein Arbeiter abgestellt werden, der nur darauf achtet, ob ein Faden reißt. Für Produktion und Vermarktung gründete er Toyoda Automatic Loom Inc.
mini|hochkant|links|Mit dieser Bronzestatue wird Kiichirō Toyoda geehrt. Als Sakichi Toyoda bemerkte, dass Automobile immer größere Bedeutung gewannen, schickte er seinen Sohn Kiichirō Toyoda 1929 ins Vereinigte Königreich, um die Patentrechte an seiner automatisierten Webmaschine der britischen Firma Platt Brothers zu verkaufen und mit dem Erlös eine Automobilproduktion aufzubauen. Kiichirō Toyoda handelte 100.000 britische Pfund aus und nutzte dieses Kapital, um mit dem Aufbau einer Automobilsparte zu beginnen. 1934 wurde die erste Maschine produziert, die ab 1935 zur Produktion des ersten Automodells Toyota A1 und des GG Trucks diente. Produktionsstart für das Automodell AA war 1936. Am 28. August 1937 gründete Kiichirō Toyoda zusammen mit seinem Cousin Toyoda Eiji die Toyota Motor Corporation, in die die Automobilsparte eingegliedert wurde. Anstelle des Familiennamens Toyoda wurde Toyota gewählt, um zum einen den Gründern die Trennung von Arbeitsleben und Privatleben zu ermöglichen und zum anderen die Aussprache der vereinfachten Schreibweise anzupassen: durch die Verwendung von Katakana wird der Name nun mit acht Strichen geschrieben. Dass zudem die Zahl 8 in Japan als Glückszahl gilt, war ein weiterer wichtiger Grund für die Umbenennung. Zur Umbenennung gibt es widersprüchliche Theorien.Why is the car giant Toyota not Toyoda? auf bbc.co.uk, 24. Februar 2010.
mini|Toyota-Geländewagen der Rallye Dakar 1992 in Paris mini|links|Toyoda (japanisch) mini|links|Toyota (japanisch) mini|links|Schreibung von „Toyota“ mit acht Strichen
Während des Pazifikkrieges (1937–1945) diente die Lkw-Produktion dem japanischen Militär. Bevor die geplante Bombardierung der Toyota-Werke stattfinden konnte, endete der Krieg. Die kommerzielle Produktion begann erneut 1947 mit dem Modell SA.
Toyotas Erfolg auf dem Automarkt wird mehreren Prinzipien zugeschrieben, vor allem der ständigen Verbesserung (kai-zen) der organisatorischen Abläufe unter Mitwirkung der Belegschaft seit Ende der 1950er-Jahre, die zusammen als Toyota-Produktionssystem bezeichnet werden, welches von Taiichi Ōno entwickelt wurde. Von 1967 bis 1982 war Eiji Toyoda Präsident des Konzerns. Eiji Toyodas zahlreiche Innovationen gelten als Schlüssel für Toyotas internationalen Erfolg.
Die US-amerikanische Automobilindustrie unterschätzte die asiatische Konkurrenz bis in die 1960er-Jahre – schließlich stand in Japan offenbar noch Ende der 1950er-Jahre die Entwicklung dreirädriger, nicht-vollwertiger Kleinwagen mit Zweitaktmotor auf dem Programm. Die Fahrzeugindustrie galt als allgemein schwach entwickelt.Kabinenroller aus Japan. In: Kraftfahrzeugtechnik. 10/1958, S. 394. Doch Japan holte schnell auf. 1972 löste Toyota mit insgesamt mehr als 1,5 Millionen verkauften Fahrzeugen Volkswagen als führende US-Importmarke ab, der Marktanteil betrug 14 Prozent. Die Lage auf dem Weltmarkt änderte sich entsprechend nach der ersten Ölkrise (1973/74), als weltweit die Nachfrage nach kleineren, kraftstoffsparenden Autos zunahm und die japanischen Autofirmen diesen Bedarf deckten. Auch hatten die japanischen Firmen inzwischen höhere Qualitätsstandards und Produktivitätsraten als die westliche Konkurrenz und konnten so ihre Automobile weiterhin preiswert anbieten. Auch die Serienausstattung war oft umfangreicher als die von Autos aus anderen Ländern.
1973 wurde das erste Designcenter Calty Design Research in Kalifornien eröffnet, (Archivlink). 1998 ein europäisches in Brüssel. Letzteres wurde 2000 nach Nizza verlegt.
1979 überschritt die Pkw-Jahresproduktion bei Toyota die 2-Millionen-Marke, wobei der Exportanteil bei 47 Prozent lag.Modifizierte Mittelklassereihe Toyota Crown. In: Kraftfahrzeugtechnik. 2/1980, S. 57.
In den 1980er-Jahren begannen dann europäische und US-amerikanische Firmen, Methoden von Toyota und anderen japanischen Automobilfirmen zu kopieren, wodurch sich der japanische Preisvorsprung tendenziell verringerte. Der Wettbewerb verlagerte sich auf Qualität, Zuverlässigkeit, Markenimage, Werterhalt und Kundenzufriedenheit. In all diesen Punkten war Toyota vor allem auf dem US-Markt erfolgreich.
Der Vertrieb von Toyota-Automobilen begann in der Schweiz 1967, in Deutschland 1970. 2004 betrug der Marktanteil weltweit über 12 %, in Japan 44 %, in Europa 5,0 % und in Deutschland 3,9 %. 2022 erzielte Toyota in Europa einen Absatzrekord mit 7,3 % Marktanteil. Dabei wurde die Tochtermarke Lexus mit eingerechnet.
Sechs Jahre nach dem Anstoß durch Ejii Toyoda und drei Jahre nach dem Start der Erprobungsfahrten führte Toyota 1989 für den nordamerikanischen und europäischen Markt die Edelmarke Lexus ein, die sich zur meistverkauften Luxusautomarke Amerikas entwickelte. Seit 2005 werden diese Fahrzeuge auch in Japan selbst angeboten. Das Design der Lexus-Modelle entsteht inzwischen im Designzentrum in Nizza.
Auf dem US-Markt verdrängte Toyota 2007 mit 2,62 Millionen verkauften Fahrzeugen die Marke Ford von ihrem bisherigen zweiten Platz hinter General Motors. 2021 wurde mit rund 2,3 Millionen Fahrzeugen auch General Motors überholt und Toyota wurde der erste ausländische Hersteller mit den meisten verkauften Modellen innerhalb eines Jahres.
Am 26. September 2013 verstarb der letzte lebende Mitbegründer und langjährige Präsident (1967–1982) Eiji Toyoda mit 100 Jahren an Herzversagen.Letzter lebender Toyota Mitbegründer Eiji Toyoda am 26. September 2013 an Herzversagen verstorben. In: autobild.de.
Am 2. April 2020 gaben BYD und Toyota die Gründung eines neuen Joint Ventures unter dem Namen BYD Toyota EV Technology Co., Ltd. bekannt, um gemeinsam Elektroautos zu entwickeln.Toyota launches new electric car company with BYD. 2021 wurden Investitionen in Höhe von 70 Mrd. US-Dollar angekündigt, um bis 2030 70 verschiedene Elektromodelle zu entwickeln. Bis dahin galt Toyota als Nachzügler bei reinen Elektroautos. Für den Bau von Elektroautos und Batterien wurde der Bau eigener Werke in Greensboro, North Carolina (2022) und Fukuoka (2024)Toyota Plans to Build Electric Car Cell Plant in Fukuoka, Nikkei Reports. Bloomberg (englisch). angekündigt.
Im April 2021 gab Toyota bekannt, dass es die Sparte für autonome Fahrtechnologie von Lyft für 550 Millionen Dollar erwerben und mit seiner neu gegründeten Automatisierungssparte Woven zusammenlegen werde.Toyota to buy Lyft unit in boost to self-driving plans. In: Reuters (englisch). Davor hatte Toyota schon mit Uber beim autonomen Fahren zusammengearbeitet.
Im Januar 2023 gab Akio Toyoda, CEO und Präsident von Toyota, bekannt, dass er zurücktreten und sein Amt an Koji Sato übergeben werde. Akio ist der Urenkel des Firmengründers Rizaburo Toyoda. Sato hatte zuvor Lexus, Toyotas Luxusautomarke, geleitet.
Im November 2024 führten Toyota und Joby Aviation in Japan einen Testflug mit einem elektrischen Senkrechtstarter (eVTOL) durch. Toyota hatte im Rahmen einer strategischen Allianz eine halbe Milliarde Dollar in Joby investiert.Toyota to invest $500 million in electric air taxi company Joby Aviation. In: Reuters (englisch).
Mit der Ausgliederung von Gazoo Racing und Century wurde 2025 die Gründung von zwei neuen Marken im Luxussegment angekündigt.
Logo mini|Toyota-Logo an der Vorderseite eines Toyota Corolla (US-Modell)