Mini (Eigenschreibweise: MINI) ist eine Anfang 2001 unter Federführung der BMW Group, von Rover entwickelte Automarke als Neuauflage des englischen Kleinwagens Mini von Alec Issigonis. Mit der Entwicklung des Mini als moderne Neuauflage des Mini, begann die MG Rover Group bereits in den 1990er Jahren, vor der Übernahme durch BMW. Das Äußere und auch der Innenraum wurden dem klassischen Vorbild nachempfunden, aber die Größe entspricht einem heutigen Kleinwagen bzw. damaligem Mittelklassewagen.
Geschichte der Marke mini|Mini in München mini|Erstes Mini-Konzept ACV 30, 1997 mini|Studie Vision Urbanaut, 2021 mini|Studie Aceman Concept, 2022
Mini-Modelle wurden ursprünglich unter verschiedenen Marken, wie Austin, Morris, Wolseley oder Riley, angeboten und bei Innocenti und Authi in Lizenz gebaut. Später begann der Eigentümer BMC (später British Leyland, Austin Rover und schließlich Rover Group) jedoch, Mini als eigene Marke zu behandeln und nutzte dazu verschiedene Varianten des bekannten Logos mit dem geflügelten „MINI“-Schriftzug. Diese Marke kam mit der Übernahme Rovers zu BMW.
Die Entwicklung des Mini als moderne Neuauflage des Mini begann die MG Rover Group in den 1990er Jahren, bevor BMW sie 1994 komplett übernommen hatte. Noch bevor die Entwicklung abgeschlossen war, trennte sich BMW wieder von Rover, behielt aber die Marke „Mini“ und verlagerte die weitere technische Entwicklung nach München. Im Jahr 1997 zeigte BMW zwei Mini-Studien (Mini ACV 30 und Mini Spiritual).https://de.motor1.com/features/448164/bmw-mini-studien-bis-2000/5226598de.motor1.com vom Oktober 2020, Der Weg zum BMW-Mini: Es hätte auch anders kommen können, abgerufen am 24. April 2021. Die erste Studie wurde 30 Jahre nach dem letzten Sieg auf der Rallye Monte Carlo dort vorgestellt (Anniversary Concept Vehicle).zwischengas.com am 13. November 2019, Bald 20 Jahre Mini von BMW, abgerufen am 5. Mai 2021.
Die Produktion des Mini wurde im alten Morris-Werk Cowley bei Oxford angesiedelt. Bis dahin war dort der Rover 75 hergestellt worden, dessen Produktion nach Longbridge bei Birmingham verlagert wurde. Das Werk wurde in BMW Works Oxford umbenannt und für die Produktion des aktuellen Mini modernisiert. Einzelne Teile werden in den Werken in Swindon und Hams HallDer neue Mini. Pressemappe, der Mini Countryman sowie der Paceman bis 2017 im Magna-Steyr-Werk in Graz (Österreich) gefertigt.adac.de, Mini Countryman, abgerufen am 8. Mai 2021.
Bei VDL NedCar in Born wurde von 2014 bis 2024 der Mini und seit 2017 die zweite Generation des Mini Countryman auch als Auftragsproduktion gefertigt. 2018 gründete BMW mit Great Wall Motor ein Joint Venture zur Herstellung von Elektroautos. Im April 2019 wurde Bernd Körber, der schon von 2003 bis 2010 für Mini und dann bei BMW arbeitete, Markenchef von Mini.
Im Vorfeld des Brexits wurde deutlich, dass wenn es zu einem No-Deal-Brexit kommen würde, auf die von Großbritannien in die EU exportierten Autos 10 % Zoll gezahlt werden müssten. BMW hatte 2020 der britischen Regierung signalisiert, dass der Standort Cowley langfristig nur mit enger Anbindung an die EU wettbewerbsfähig sei.handelsblatt.com: No-Deal-Brexit: BMW könnte die Mini-Produktion verlagern (16. Dezember 2020)
Auf der IAA 2021 stellte Mini eine elektrische Van-Studie vor. Ihre Länge liegt mit 4,46 Meter etwa 15 cm über dem Countryman der zweiten Generation. Der Innenraum ist variabel, wobei den Einstellungen verschiedene Düfte zugeordnet sind, und überwiegend mit recycelten oder nachwachsenden Materialien ohne Chrom und Leder gestaltet.
Im Februar 2022 wurde Stefanie Wurst, seit September 2018 Leiterin der niederländischen BMW Group Vertriebsgesellschaft, Markenchefin. In den Niederlanden war der Anteil elektrifizierter BMW-Fahrzeuge bis 2021 auf den bisherigen Höchstwert 37 Prozent gestiegen. Im Sommer 2022 wurden die batterieelektrische Crossover-Studie Aceman mit einer Länge von 4,05 Meter und eine weitere des Mini Electric als Cabrio vorgestellt.
Im Zuge der Neuaufstellung der BMW-Group-Designabteilung – mit dem dort von Polestar hinzugekommenen Maximilian Missoni – zum Oktober 2024 übernahm Holger Hampf die Leitung des Mini-Designteams.
Produktion Mini-Fahrzeuge werden in zwei Hauptwerken produziert: dem BMW-Werk in Cowley im Vereinigten Königreich und dem Werk in Leipzig. In Cowley wird die fünfte Generation des Mini Cooper hergestellt, mit Plänen, später auch elektrische Minis zu produzieren. In Leipzig wird der Mini Countryman produziert, einschließlich seiner vollelektrischen Variante. Beide Produktionsstätten bieten regelmäßige Werksführungen an, bei denen Besucher die Herstellungsprozesse hautnah erleben können. In Cowley dauern die Führungen 100 Minuten und umfassen den Body-in-White-Bereich und die Endmontage mit über 1.200 Robotern im Einsatz. In Leipzig gibt es sowohl eine 100-minütige Basis-Tour als auch eine 130-minütige erweiterte Tour, die Einblicke in die Karosseriewerkstatt, die Endmontage und die Rolle von Künstlicher Intelligenz im Lackierprozess bietet. Die batterieelektrischen Modelle Mini J01 und Mini Aceman werden in einem Joint Venture mit Great Wall Motor in China (Spotlight Automotive Limited) produziert.
Verkaufszahlen Seit dem Jahr 2012 wurden einige Jahre über 300.000 Minis weltweit verkauft, das beste Jahr war 2017 mit über 370.000 Fahrzeugen. Mit einem Anteil von 42,1 % war das dreitürige Basismodell Mini Hatch das absatzstärkste Auto aller Mini-Modelle (2013).„Unternehmensporträt Bayerische Motoren Werke“ aus Börsen-Zeitung, abgerufen am 10. Januar 2014 In Deutschland waren es 2013 insgesamt 34.263 Mini-Fahrzeuge.Kraftfahrtbundesamt, Neuzulassungen von Kraftfahrzeugen … Dezember 2013, (PDF; 1,6 MB), abgerufen am 25. September 2018. Jeder dritte verkaufte Mini war die SUV-Version Countryman.automobilwoche.de vom 6. Juli 2014, Facelift Countryman und Paceman: Mini startet Aufholjagd, abgerufen am 9. Mai 2021.
Zahlen für Deutschland ab 2014
Gesamtzahlen
Modelle Interne Typbezeichnungen
Die Minis unter BMW haben unterschiedliche interne Bezeichnungen, wie die „E-Nummern“ von BMW. Bis 2012 wurden neue Modelle analog zu den Rover-Entwicklungscodes (z. B. Rover 75 = R40) aufgebaut. Die im Frühjahr 2014 neu veröffentlichten Modelle tragen die „F-Nummern“.
Die internen Bezeichnungen lauten: 1. Generation R50: Mini (Hatch): One, One D, Cooper (Juni 2001 bis August 2006) R52: Mini Cabrio: One, Cooper, Cooper S (Juli 2004 bis August 2008) R53: Mini (Hatch): Cooper S (März 2002 bis August 2006) 2. Generation R55: Mini Clubman (Kombi mit Shooting-Brake-Merkmalen): Cooper, Cooper D, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works, One, One D R56: Mini (Hatch): Cooper, Cooper D, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works (ab September 2006), One, One D (ab April 2007) R57: Mini Cabrio: One, Cooper, Cooper D, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works R58: Mini Coupé (Zweisitzer): Cooper, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works R59: Mini Roadster (Zweisitzer, Cabrio): Cooper, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works R60: Mini Countryman (Sport Utility Vehicle): One, One D, Cooper, Cooper D, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works (Cooper D, Cooper S und Cooper SD auch als 4WD erhältlich) R61: Mini Paceman (Sport Utility Vehicle): Cooper, Cooper D, Cooper S, Cooper SD, John Cooper Works 3. Generation F54: Mini Clubman (Oktober 2015 bis Februar 2024) F55: Mini (Hatch) Fünftürer (Juli 2014 bis Februar 2024) F56: Mini (Hatch) Dreitürer (März 2014 bis Februar 2024) F57: Mini Cabrio (März 2016 bis Februar 2024) F60: Mini Countryman (Februar 2017 bis Oktober 2023) 4. Generation F65: Mini (Hatch) Fünftürer (seit Juni 2024) F66: Mini (Hatch) Dreitürer (seit Februar 2024) F67: Mini Cabrio (seit Februar 2025) J01: Mini Cooper (elektrische Version, seit Mai 2024) J05: Mini Aceman (seit November 2024) U25: Mini Countryman (seit November 2023)
Zeitleiste der Modelle
Mini (R50/R52/R53, 2001–2008)
Der Mini hat ein anderes Raumkonzept als das zitierte Vorbild. Mit 3,64 m ist er deutlich länger. Der eigentliche Mini wurde als Auto für Leute mit wenig Geld und wenig Stellplatz konzipiert. So waren die Räder besonders klein, damit sie nicht weit in den Innenraum ragen.
Der neue Mini von BMW hingegen ist als sportliches Lifestyle-Fahrzeug mit Go-Kart-ähnlichem Fahrverhalten positioniert. Sein Design begann Frank Stephensonautodesignmagazine.com vom 28. April 2020, How I Redesigned the Mini, abgerufen am 5. Mai 2021. und wurde unter Gert Volker Hildebrand fertiggestellt.auto-motor-und-sport.de, Gert Volker Hildebrand (Archivlink), abgerufen am 5. Mai 2021.n-tv.de vom 31. Januar 2021, Mini-Facelift für den Mini, abgerufen am 8. April 2021. Den neuen Mini gab es ab Juni 2001 in verschiedenen Ausstattungs- und Designvarianten: Als Benziner gab es den Mini als One (66 kW/90 PS), Cooper (85 kW/116 PS) und Cooper S (120 kW/163 PS; mit Kompressor). Die drei 1,6-Liter-Reihenvierzylinder-Benzinmotoren stammten von Tritec, einem Joint Venture mit Chrysler. Ab 2003 als Mini One D („D“ für Diesel) zunächst mit 55 kW/75 PS, dessen Motor aus dem Toyota Yaris (XP10) stammt.
Mini Cabrio (R52) mini|links|Mini Cabrio (2004–2008) Das Mini Cabrio wurde auf dem Genfer Auto-Salon 2004 vorgestellt. Auch an der Entstehung dieser Variante hat Gert Volker Hildebrand maßgeblich mitgearbeitet. Das Cabrio hat ein vollautomatisches Stoffverdeck, das ähnlich einem Schiebedach auch nur teilweise geöffnet werden kann. Die Heckklappe wird wie bei einem Pick-up nach unten geklappt, wie es schon bei dem klassischen Mini war. Die Heckscheibe ist aus Glas und hat eine Scheibenheizung. Das Mini Cabrio wurde als One, Cooper und Cooper S eingeführt.
Sondermodelle Es gab verschiedene Sondermodelle, je nach Version in fast allen Motorisierungsvarianten. Die Modelle sind von außen durch entsprechende Bezeichnungen als Sondermodell erkennbar.
Mini (R55/R56/R57/R58/R59/R60/R61, 2006–2016)
Am 18. November 2006 wurde die zweite Auflage des neuen Mini bei den Händlern vorgestellt. Sie wurde durch eine etwas längere und höhere Motorhaube für den Fußgängerschutz optimiert.
Der Mini startete im Herbst 2006 mit den Modellen Cooper (88 kW/120 PS) und Cooper S (128 kW/174 PS), Anfang 2007 wurden mit dem Mini One (70 kW/95 PS) und dem Cooper D (80 kW/109 PS) zwei schwächere Motorisierungen ergänzt.
Im November 2007 kam der Clubman (R55) hinzu.
Im August 2008 kamen zwei John Cooper Works-Varianten hinzu, Anfang 2009 eine neue Basismotorisierung mit 55 kW/75 PS.
Im Frühling 2009 folgte die Neuauflage des Cabrios mit drei Motorvarianten, im September 2010 die erste SUV-Variante Countryman (R60), 2012 wurde dann als SUV-Coupé der Paceman (R61) vorgestellt.
Im April 2011 kam der Mini Cooper SD (105 kW/143 PS), im Oktober desselben Jahres folgte das Mini Coupé (R58) und 2012 der davon abgeleitete Roadster (R59).
Neuerungen der Kombilimousine mini|links|Heckansicht
Die größten Neuerungen waren gemeinsam mit PSA Peugeot Citroën entwickelte, sparsamere Benzinmotoren. Der Cooper S nutzt dazu einen Turbolader. Der Mini Cooper D (3,9 l/100 km, 104 g CO2/km) verfügte über einen PSA-DV-Dieselmotor.
Die Ausstattungsliste wurde erweitert: So wurde erstmals eine variable Innenraumbeleuchtung Ambilight angeboten, mit der Elemente wie die Türen in farbigem, indirektem Licht beleuchtet werden. Im Innenraum konnte der Käufer zwischen neun Sitzbezügen sowie unterschiedlichen Interieuroberflächen wählen. Sicherheitsausstattungen (ASC+T oder DSC 3) waren in zwei Ausstattungspaketen enthalten.