mini|Moderne Blei-Calcium-Starterbatterie 12 V 44 Ah (Hochstrombatterie), geschlossenes System, wartungsfrei. mini|Autobatterie mit einer Spannung von 12 V und Kapazität von 36 Ah. Frühere, offene Ausführung mit Blockdeckel, transparentem Gehäuse, Zentralentgasung und der Möglichkeit zum Nachfüllen von destilliertem Wasser nach dem Herausschrauben der sechs runden Stopfen.

Die Starterbatterie wird beim Kraftfahrzeug auch als Autobatterie, SLI (Starting, Lighting, and Ignition)-Batterie oder als Fahrzeugbatterie bezeichnet. Sie ist ein Akkumulator, der unter anderem die elektrische Energie für den Anlasser eines Verbrennungsmotors liefert, beispielsweise in Kraftfahrzeugen, Stromerzeugungsaggregaten oder der Gasturbine eines Flugzeuges. Als Starterbatterie werden häufig Bleiakkumulatoren eingesetzt.

Begriffsklärung Von der Fahrzeug- beziehungsweise Starterbatterie abzugrenzen sind die Antriebsbatterie von Elektroautos und die Hybridbatterie von Hybridelektrokraftfahrzeugen. Während die Batterie der Fahrzeuge mit Wasserstoffverbrennungsmotor eine Starterbatterie ist, ist die Abgrenzung bei Brennstoffzellenfahrzeugen weniger eindeutig, hier hängt es von der jeweiligen Bauform ab, ob die Batterie auch den Elektromotor zum Antrieb des Fahrzeugs versorgt oder nicht.

Ebenfalls nicht als Fahrzeugbatterie zählen zusätzliche Batterien etwa in Wohnmobilen, die hauptsächlich zum Betrieb des Bordnetzes bei abgestelltem Motor dienen.

Batterien in Kraftfahrzeugen Die Starterbatterie erfüllt im Kraftfahrzeug verschiedene Aufgaben: Sie versorgt vor dem Startvorgang verschiedene Verbraucher mit Spannung, darunter die Zündanlage (Batteriezündung), Steuergeräte, Einspritzanlage, Vorglühanlage. Sie versorgt den Anlassmotor (Anlasser) mit Energie. Sie versorgt sämtliche elektrische Verbraucher beim Betrieb des Fahrzeugs, wenn allein die Leistung der Lichtmaschine beziehungsweise die Motordrehzahl dafür nicht ausreicht. Sie versorgt auch bei stehendem Motor die Notbeleuchtung (Licht, Warnblinkanlage) des Fahrzeugs. Sie versorgt im Standbetrieb des Fahrzeugs diverse Abnehmer mit Energie (Uhr, Radio, Steuergerät, Standheizung)

Anders als der Name suggeriert, dient die Starterbatterie also keineswegs nur zum Starten des Motors. Bei Fahrzeugen mit Kickstarter kann die Starter-Funktion sogar gänzlich entfallen. Vielmehr ist sie elementarer Bestandteil des Bordnetzes beim Betrieb von Fahrzeugen.

Bauformen bei Kraftfahrzeugen Pkw-Starterbatterien und Starterbatterien für LKW und andere Nutzfahrzeuge wie Busse, Bau- und Landmaschinen unterscheiden sich in ihrer Kapazität und damit auch in Gewicht und Abmessungen. Lkw-Batterien sind nach EN-50342-4 genormt: Die maximalen Abmessungen (H × B × L) betragen 240 mm × 273 mm × 518 mm und die Kapazität beträgt bis zu 235 Ah.

Bei Lkw beträgt die Spannung des Bordnetzes 24 V statt 12 V. Deshalb werden hier zwei gleichartige 12-Volt-Akkumulatoren in Reihe geschaltet verwendet. In manchen Oldtimern befindet sich auch ein Bordnetz mit einer Spannung von 6 V inkl. einer entsprechenden Batterie.

Startvorgang Das Anlassen eines Verbrennungsmotors durch den elektrischen Anlassmotor erfordert kurzzeitig Stromstärken von mehreren 100 bis zu 1000 Ampere. Der Pkw-Startvorgang dauert bei gut gewarteten Motoren zwei bis fünf Sekunden und bis zehn Sekunden bei älteren Fahrzeugen. Dabei verliert die Batterie bis etwa 0,2 Ah beim Benziner (bei zwei Sekunden Startzeit) und bis etwa 0,3–0,4 Ah beim Diesel (7 Sekunden Startzeit mit Vorglühen).

Die Starterbatterie muss die zum Starten erforderliche Stromstärke auch bei niedrigen winterlichen Temperaturen liefern können. Da die elektrische Spannung während des Startvorgangs nicht zu stark abfallen darf, weisen Starterbatterien einen geringen elektrischen Innenwiderstand auf.

Fahrbetrieb Sobald der Motor läuft, übernimmt die Lichtmaschine die gesamte Spannungsversorgung der elektrischen Anlage und lädt dabei auch die Starterbatterie wieder auf. Nach den Verbrauchern Starter, Licht und Zündung (engl. ignition) werden Starterbatterien auch mit der englischen Abkürzung als SLI-Batterie bezeichnet.

Aufladung durch die Lichtmaschine Für das Nachladen des beim Anlassen entstandenen Aufladungsverlustes der Batterie von 0,2 Ah werden ca. 3–5 Minuten (Fahrzeit) benötigt. Während Standzeiten verbraucht ein PKW aber zusätzlich einen Ruhestrom von durchschnittlich ca. 0,02 A bis 0,04 A (u. a. für den Standby-Betrieb von Motorsteuergeräten, Zentralverriegelung, Speichererhalt des Radios etc.). Lt. einer ADAC-Studie aus 2022 wurden 0,005 A bis 0,040 A gemessen.adac.de, 25. Juli 2022: ADAC Test: Leere Batterie durch Ruhestrom?, siehe Abschnitt: „Fall 1: Türen geschlossen, Auto zugesperrt“, abgerufen am 28. September 2026. Dies kann sich in 24 Stunden schon auf ca. 0,5 Ah bis 1 Ah summieren und übersteigt damit den durch ein zweimaliges Anlassen (Hin- und Rückfahrt) verursachten Stromverbrauch. Zum Ausgleich des Ladungsverlustes durch den Ruhestrom sind pro Tag Standzeit also rein rechnerisch noch weitere ca. 7 bis 25 Minuten Fahrzeit erforderlich. Die notwendige Ladezeit lässt sich auch nicht durch irgendwelche Maßnahmen verkürzen, da Bleiakkumulatoren nicht besonders schnellladefähig sind und die Lichtmaschine bereits knapp über der Leerlaufdrehzahl des Motors ihre volle Ladeleistung liefert. Besonders schnelles Fahren ist für das Nachladen der Starterbatterie somit sogar kontraproduktiv, da sich dadurch die Fahrzeit und damit auch die Aufladezeit verringert.

Wenn eine Tiefentladung der Starterbatterie eintritt, kann der Motor nicht mehr damit gestartet werden. Dann muss die Starterbatterie extern aufgeladen oder der Motor mittels Starthilfe gestartet werden. Auch bei ungünstigen Betriebsbedingungen wie dem Fahren sehr kurzer Strecken oder langen Standzeiten muss einer schädlichen Mangelladung oder gar Tiefentladung durch regelmäßiges Aufladen mit einem geeigneten Ladegerät vorgebeugt werden.

Bei einem Defekt der Lichtmaschine oder einem gerissenen Keilriemen übernimmt die Starterbatterie die Versorgung aller elektrischen Verbraucher vollständig und wird nicht mehr geladen. Je nach Anzahl und Leistungsaufnahme der eingeschalteten Verbraucher kann auf diese Weise noch ein Stück weitergefahren werden, ehe das Bordnetz zusammenbricht und auch der Motor ausgeht. Nur bei Fahrzeugen mit Magnetzündung bleibt der Motor auch bei entladener Batterie betriebsfähig.

Batterien zum Einsatz mit einer Start-Stopp-Automatik In PKW mit Start-Stopp-Automatik werden übliche Blei-Säure-Starterbatterien schnell überfordert, da die deutlich häufigeren Anlassvorgänge eine erhöhte Zyklenfestigkeit der Akkumulatoren erfordern. Beim falschen Einsatz einer für Start-Stopp-Systeme ungeeigneten Batterie, z. B. aus Unkenntnis oder falscher Sparsamkeit, ist ein rapider Verschleiß der Starterbatterie in nur wenigen Monaten Betriebsdauer die unvermeidliche Folge.

EFB-Batterien Für reinen Start-Stopp-Betrieb (ohne Rekuperation) wurden EFB- (Enhanced Flooded Battery) Batterien entwickelt, die in herkömmlicher, nasser Ausführung über mehr Blei verfügen, um den höheren Energiebedarf decken zu können und Vliesmatten zur Stabilisierung der aktiven Masse (Speichermasse) der Plus-Elektrode enthalten.

AGM-Batterien Auch die seit etwa den 1970er Jahren im Bereitschaftsbetrieb und für Kleinantriebe eingesetzten VRLA- bzw. AGM (Absorbent-Glass-Mat)-Akkumulatoren wurden zu Starterbatterien weiterentwickelt. Diese werden für Fahrzeuge mit Start-Stopp-System und Rekuperationstechnik verwendet. Bei diesen wird beim Bremsen ein Generator angetrieben, der den Akkumulator auflädt. AGM-Akkumulatoren erlauben eine bis zu viermal größere Anzahl von Ladezyklen im Vergleich zu herkömmlichen Batterien. Auch der bauartbedingt geringe Innenwiderstand begünstigt eine schnelle Reaktion zwischen der Säure und den Platten, wodurch schnell hohe Energiemengen aufgenommen werden können. AGM-Akkumulatoren sind anfällig gegenüber erhöhten Temperaturen, weshalb sie oft nicht im Motorraum, sondern im Innenraum bzw. im Kofferraum verbaut werden.

Lithium-Batterien Akkumulatoren, die andere Redoxsysteme benutzen, z. B. eine Lithium-Technologie, können sich aus Kostengründen nur schwer gegen Bleiakkumulatoren durchsetzen. Diese Akkumulatoren benötigen komplizierte Lade- und Schutzschaltungen. Die Gewichtsersparnis ist zwar sehr hoch, aber der Einsatz in der Großserie ist preislich nicht zu rechtfertigen. Einzig Porsche bietet gegen Aufpreis LiFePO4-Akkumulatoren als Starterbatterie an. Auch im Ersatzteilgeschäft sind LiFePO4-Starterbatterien für PKW auf dem Markt, die aber das vier- bis fünffache einer vergleichbaren Blei-Starterbatterie kosten. In der Motorroller- und Motorrad-Sparte gibt es inzwischen ein umfangreiches Angebot an LiFePO4-Starterbatterien. Da Lithium-Batterien nicht unter 0 °C geladen werden dürfen, müssen sie im Winterbetrieb zusätzlich beheizt werden. alt=SLI-Batterien von FIAMM in den Ausfühurngen OEM und Nachrüstgeschäft|mini|SLI-Batterie von FIAMM in den Ausführungen Erstausrüster (links) und Nachrüstgeschäft für RENAULT/NISSSAN, verbaut z. B. im Renault ZOE

Hersteller Aufgeführt sind bekannte Hersteller von Starterbatterien, zu denen es in der Wikipedia weitere Informationen in eigenen Artikeln gibt:

Der österreichische Batteriehersteller Banner Batterien produziert Starterbatterie für das Nachrüstgeschäft und als Erstausrüster (OEM) für namhafte Kfz-Hersteller. Im Zeitraum zwischen 2000 und 2018 gehörte Bosch zu den 25 führenden Patentanmeldern in der Batterietechnik. Exide mit Sitz in Frankreich und über 80 internationalen Niederlassungen ist einer der weltweit größten Hersteller von Bleiakkumulatoren für den Automobilbereich. FIAMM produziert ebenfalls Batterien für das Nachrüst- und OEM-Geschäft. Die in Italien gegründete Firma ist heute ein multinationaler Konzern. Hagen Batterie war bis 1988 ein deutscher Hersteller von Starterbatterien und wird seit 1995 als Markenname von Exide genutzt. Die Varta AG ist ein deutscher Hersteller von Starterbatterien mit Sitz im baden-württembergischen Ellwangen. Die Starterbatterien werden von Clarios Varta Hannover produziert. GS Yuasa ist ein japanischer Hersteller von Akkumulatoren und unter den größten asiatischen Herstellern für Autobatterien.

Batterien in Flugzeugen Im Vergleich zu anderen Akkutechnologien ist der preisgünstige Bleiakkumulator vergleichsweise schwer. Bei Flugzeugen werden als Starterbatterien zum Anlassen von Kolbenmotoren bzw. Hilfsturbinen daher Nickel-Cadmium-Akkumulatoren, zunehmend auch Nickel-Metallhydrid-Akkumulatoren, Silber-Zink-Akkumulatoren und Lithium-Ionen-Akkumulatoren eingesetzt.

Aufbau und Handhabung Starterbatterien in Bleiakkumulator-Technik bestehen aus einer Reihenschaltung von Einzel-Zellen, die jeweils eine Nennspannung von 2 V aufweisen. Um eine Nennspannung von 6 V zu erhalten, werden drei, für 12 V Nennspannung werden sechs Zellen hintereinander geschaltet.

hochkant=3|mini|zentriert|Aufbau einer Starterbatterie Nasszelle

Innerer Aufbau Die Zellen von Starterbatterien sind in der Regel aus zahlreichen, relativ dünnen Polplatten zusammengesetzt. Die Plus- und die Minus-Polplatten wechseln einander ab. Damit kein direkter elektrischer Kontakt bzw. Kurzschluss entsteht, werden die Plus- und Minuspolplatten jeweils voneinander durch dazwischen eingebrachte, elektrisch isolierende Bauelemente getrennt. Diese sogenannten Separatoren sind flüssigkeitsdurchlässig perforiert bzw. bestehen aus einem porösen Material.