mini|Luftaufnahme des Campus Haarentor
Die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg ist eine staatliche Universität in Oldenburg mit 14.470 Studierenden und 2.981 Mitarbeitenden (Stand: Wintersemester 2025/2026).
Geschichte mini|Hörsaalzentrum am Campus Haarentor
Pädagogische Akademie / Pädagogische Hochschule Oldenburg mini|Standort Wilhelmshaven - Institut für Chemie und Biologie des Meeres mini|Luftaufnahme des Campus Wechloy (Bildmitte links neben der Eisenbahnlinie)
Am 7. März 1793 wurde das Evangelische Lehrerseminar Oldenburg durch Herzog Peter Friedrich Ludwig gegründet. Ein Seminargarten für die Lehrerausbildung wurde 1882 angelegt. Er wurde schrittweise zum Botanischen Garten in seiner heutigen Form ausgebaut. Er ist die einzige Einrichtung in der Lehrerausbildung des Großherzogtums Oldenburg, die bis heute erhalten geblieben ist. Die Ausbildung von Lehrern wurde durch den Landtag des Freistaates Oldenburg am 27. März 1929 durch die Errichtung der Pädagogischen Akademie in Oldenburg weiter verfolgt, die aus Finanznot bald wieder geschlossen wurde. Von 1936 bis 1939 bestand wiederum für den Gau Weser-Ems eine Hochschule für Lehrerbildung, die wegen des Kriegsausbruches stillgelegt wurde.
Am 1. Oktober 1945 öffnete unter dem evangelischen Theologen Eduard Hollweg (1886–1971) als Direktor (bis 1947) die Pädagogische Akademie Oldenburg als erste Lehrerausbildungsstätte im Nachkriegsdeutschland, deren Dozenten meist aus ihren Vorläufern übernommen wurden. 1948 folgte eine Umbenennung in Pädagogische Hochschule Oldenburg, die bis 1969 eigenständig bestand. Namhafte Professoren waren unter anderem Horst E. Wittig, Erwin Schwartz, Martin Rang, Helene Ramsauer, Werner Loch, Hans-Jochen Gamm, Herwig Blankertz und Peter Rhein (Vater von Boris Rhein). Der letzte Rektor war Wolfgang Schulenberg, der 1969 die Überführung in die Pädagogische Hochschule Niedersachsen, Abteilung Oldenburg durchführte.
Gründung und Entwicklung der Universität Der erste Schritt in Richtung Universität erfolgte am 23. Februar 1959 mit dem Entschluss des Rates der Stadt, eine Universität zu errichten, der am 13. März 1970 mit der Denkschrift zur Gründung der Universität Oldenburg und Osnabrück des niedersächsischen Kultusministers umgesetzt wurde.
Im Rahmen der Reform und Ausweitung des Hochschulsystems am 5. Dezember 1973 gegründet, wurde 1974 der Lehrbetrieb mit 2.400 Studierenden auf der Grundlage der PH Niedersachsen, Abteilung Oldenburg aufgenommen. Die Benennung nach dem Nobelpreisträger und Widerstandskämpfer Carl von Ossietzky lehnten die Landesregierungen unter den Ministerpräsidenten Alfred Kubel und Ernst Albrecht ab. Erst 1991 wurde durch den damaligen niedersächsischen Ministerpräsidenten Gerhard Schröder der Name „Carl von Ossietzky Universität Oldenburg“ im Einklang mit der Novellierung des Niedersächsischen Hochschulgesetzes eingeführt.
1984 wurde das Lehrangebot um den Studiengang Informatik erweitert. Seit dem Wintersemester 2007/2008 wird neben Informatik auch Wirtschaftsinformatik als eigenständiger Studiengang angeboten. Die bis 2002 geführten elf Fachbereiche gingen durch Zusammenlegung und Umorganisation in fünf Fakultäten auf. Im Februar 2015 gründete Michael Freitag die Abteilung Allgemeinmedizin.uol.de
Gründung der European Medical School Oldenburg-Groningen und der Universitätsmedizin Oldenburg Startschuss der Kooperation war im Jahr 2012 der gemeinsam eingerichtete Modellstudiengang Humanmedizin, der unter dem Namen „European Medical School Oldenburg-Groningen“ bekannt wurde. Dafür wurde eine medizinische Fakultät aufgebaut, die in enger Kooperation mit der Rijksuniversiteit Groningen in den Niederlanden einen durchgängigen zwölfsemestrigen Modellstudiengang nach den Vorgaben der ärztlichen Approbationsordnung mit dem Abschluss eines Staatsexamens eingerichtet. Studierende aus Groningen können einen Teil des Studiums in Oldenburg absolvieren; Studierende aus Oldenburg mussten in den ersten Jahren des Modellstudiengangs mindestens ein Jahr ihres Studiums in Groningen verbringen. Mittlerweile ist zum Beispiel ein praktischer Einsatz an der dortigen Universitätsklinik Universitair Medisch Centrum Groningen (UMCG) freiwillig – wie auch die Möglichkeit, dort eine Forschungsarbeit im vierten oder fünften Studienjahr anzufertigen. In der European Medical School kann auch der niederländische Master of Science in Geneeskunde der Rijksuniversiteit Groningen erworben werden, der nach Europarecht zur Ausübung der ärztlichen Tätigkeit in allen Staaten der Europäischen Union berechtigt.Stellungnahme zur Gründung einer Universitätsmedizin an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg nach dem Konzept einer „European Medical School Oldenburg-Groningen“ (PDF).
In dem gemeinsamen Projekt der beiden Universitäten Oldenburg und Groningen wurden ab dem Wintersemester 2012/13 jährlich 40 Studierende für das Fach Humanmedizin an der Universität Oldenburg aufgenommen. Seit dem Wintersemester 2022/23 werden jährlich 120 Studierende zugelassen.
Universitätsmedizin Oldenburg Die Universitätsmedizin Oldenburg (UMO) wird getragen von der Universität Oldenburg und ihren vier Kooperationskrankenhäusern: dem Klinikum Oldenburg, dem Evangelischen Krankenhaus Oldenburg, der Karl-Jaspers-Klinik Wehnen und dem Pius-Hospital Oldenburg. Es besteht nach wie vor eine enge Kooperation in Forschung und Lehre mit der Reichsuniversität Groningen. Die vier Krankenhäuser betreiben die mehr als 25 Universitätskliniken und -institute der UMO, deren Direktoren gleichzeitig auch berufene Professoren der Universität Oldenburg sind. Zunächst wurde die Kooperation von Universität und Krankenhäusern als Medizinischer Campus der Universität Oldenburg bezeichnet, was vor einigen Jahren in Universitätsmedizin Oldenburg geändert wurde, um die Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Lehre und Krankenversorgung zu beschreiben.
Aufbau des Modellstudiengangs Humanmedizin Der Oldenburger Modellstudiengang gliedert sich in zwei Abschnitte. In den ersten drei Jahren werden grundlagenwissenschaftliche genauso wie medizinisch-klinische Inhalte integriert vermittelt. Daneben werden die Studierenden in Kommunikationsfähigkeiten, praktische Fähigkeiten und Forschungstätigkeiten geschult. Einblicke in die ärztliche Praxis erhalten sie u. a. durch einwöchige Hospitationen in hausärztlichen Praxen, die ein- bis zweimal pro Semester absolviert werden.
Im vierten Studienjahr nimmt der Praxisanteil im Studium zu. Studierende absolvieren verschiedene Blockpraktika in den vier Kooperationskrankenhäusern, den akademischen Lehrkrankenhäusern oder in den Praxen des Lehrpraxennetzwerks der UMO. Im fünften Studienjahr folgt wieder ein Unterrichtsblock, gefolgt von weiteren drei Blockpraktika in Kliniken und Praxen und die Studierenden schreiben eine 16-wöchige Forschungsarbeit. Im sechsten Studienjahr absolvieren sie ihr Praktisches Jahr, das aus drei Tertialen zu jeweils 16 Wochen besteht.
Fakultäten Fakultät I – Bildungs- und Sozialwissenschaften Institut für Pädagogik Institut für Sonder- und Rehabilitationspädagogik Institut für Sozialwissenschaften Fakultät II – Informatik, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Department für Informatik Department für Wirtschafts- und Rechtswissenschaften Fakultät III – Sprach- und Kulturwissenschaften Institut für Anglistik / Amerikanistik Institut für Germanistik Institut für Niederlandistik Institut für Slavistik Institut für Kunst und visuelle Kultur Institut für Materielle Kultur Institut für Musik Fakultät IV – Human- und Gesellschaftswissenschaften Institut für Geschichte Institut für Evangelische Theologie Institut für Philosophie Institut für Sportwissenschaft Fakultät V – Mathematik und Naturwissenschaften Institut für Biologie und Umweltwissenschaften (IBU) Institut für Chemie (IfC) Institut für Physik (IfP) Institut für Mathematik (IfM) Institut für Chemie und Biologie des Meeres (ICBM) Fakultät VI – Medizin und Gesundheitswissenschaften Department für Humanmedizin Department für Medizinische Physik und Akustik Department für Neurowissenschaften Department für Psychologie Department für Versorgungsforschung
Gremien Präsidenten 1974–1979: Rainer Krüger (* 1939) 1980–1986: Horst Zilleßen (* 1938) 1986–1998: Michael Daxner (* 1947) 1998–2004: Siegfried Grubitzsch (* 1940) 2004–2008: Uwe Schneidewind (* 1966) 2010–2014: Babette Simon (* 1960) 2015–2021: Hans Michael Piper (* 1952)uol.de seit 2021: Ralph Bruder (* 1963)
Präsidium Das Präsidium besteht aus dem Präsidenten Ralph Bruder und vier Vizepräsidenten: Funktion NamePräsidentRalph BruderVizepräsident für Verwaltung und FinanzenJörg StahlmannVizepräsident für Forschung und TransferRalf GrüttemeierVizepräsidentin für Studium und LehreAndrea StrübindVizepräsidentin für Akademische Karrierewege, Chancengleichheit und InternationalesKatharina Al-Shamery
Hochschulrat Der Hochschulrat besteht aus sieben Personen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, diese sind vom Senat der Universität Oldenburg und dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium als Mitglieder des Hochschulrats bestellt worden.
Name Funktion BemerkungFelix ThalmannVorsitzender des HochschulratesGeschäftsführer BÜFA-Gruppe (CEO) & ChemicalsKarin LochteStellvertretende VorsitzendeBis 2017 Direktorin des Alfred-Wegener-Instituts, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven und Professorin an der Universität BremenTina Cornelius-KrügelVertreterin des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und KulturChristian FriegeMarktvorstand der EWE AGOttmar EdenhoferProfessor an der Technischen Universität Berlin und Direktor am Potsdam-Institut für KlimafolgenforschungSibrandes PoppemaPräsident der Sunway University (Malaysia)Sabine KyoraProfessorin für Deutsche Literatur an der Universität Oldenburg
Senat