miniatur|Wochentagsheptagramm mit den Symbolen der Wochentage: Sonne (So, oben), Mond (Mo, unten rechts) und weiter entlang der grünen durchgezogenen Linie zu Mars (Di), Merkur (Mi), Jupiter (Do), Venus (Fr), Saturn (Sa) Die Woche ist heute in fast allen Kulturen eine gebräuchliche Zeiteinheit von sieben Tagen.

Etymologie Das Wort Woche ist verwandt mit den Wörtern Weichen und Wechsel.Alois Walde: Lateinisches etymologisches Wörterbuch, 3. Auflage., besorgt von Johann Baptist Hofmann, Heidelberg 1938 (= Indogermanische Bibliothek, Erste Abteilung, II. Reihe, 1), Neudrucke ebd. 1954 und 1972, II, S. 782.

Wochenbeginn Nach der 1975 von der Internationalen Organisation für Normung (ISO) aufgestellten Empfehlung haben die Wochentage seit Januar 1976 die folgende Reihenfolge: Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag/Sonnabend und Sonntag. In China werden die Wochentage von Montag (1) bis Samstag (6) durchgezählt und entsprechend benannt, der Sonntag ist jedoch nicht der Tag sieben, sondern der „Himmelstag“.https://www.herongyang.com/Chinese/Calendar/2015/2015_chinese_calendar_v1.pdf

Nach altpersischer Tradition beginnt die Woche mit dem Samstag, nach jüdischer und christlicher Tradition hingegen gemäß der mittelalterlichen Wochentagszählung mit dem Sonntag. In den USA, in Israel und in arabischen Ländern wird es auch heute noch so gehandhabt. Im Portugiesischen werden die Wochentage außer Samstag und Sonntag durchgezählt, wobei der Montag der zweite und der Freitag der sechste Tag ist. Das bedeutet, dass der Sonntag als erster und der Samstag (Sabbat) als siebter Wochentag gerechnet wird. Ebenso ist es in Japan (siehe Japanische Zeitrechnung, Wochentage).https://www.furuto.com/images/other/_Calendar_2015_Furuto%20International_HK.jpg

Auch die deutsche Bezeichnung „Mittwoch“ bezieht sich auf einen Wochenbeginn am Sonntag und nicht am Montag. Jedoch vermerken die Kalender der meisten europäischen Staaten den Montag als ersten Tag der Woche, wie in der Norm ISO 8601 vorgesehen.

Anwendung Sie ist in den meisten Ländern weder eine gesetzliche Einheit noch eine physikalische Maßeinheit im Sinne von Einheitensystemen. Dennoch können nach dem deutschen Bürgerlichen Gesetzbuch (z. B. Abs. 2) und dem schweizerischen Obligationenrecht (Art. 77 Abs. 1 Ziff. 2 OR) Fristen in Wochen angegeben werden, wobei in Deutschland die Woche meist als Montag 0:00 Uhr bis Sonntag 24:00 Uhr definiert wird ( Arbeitszeitgesetz).

Situation in Deutschland In Deutschland war ab 1943 die DIN-Norm DIN 1355 gültig, die 1975 mit Wirkung ab 1976 geändert wurde, dann 1992 in der EN 28601 aufging und im September 2006 von der derzeit gültigen ISO 8601 abgelöst wurde.

Sieben-Tage-Woche Ursprünge

Die Zusammenfassung von sieben Tagen zu einer Einheit von einer Woche kann mit der Länge eines Monats (Mondes) erklärt werden, der etwas mehr als 28 Tage umfasst. Die vier Mondphasen (Neulicht nach Neumond, zunehmender Halbmond, Vollmond, abnehmender Halbmond, Neumond) erlauben dann eine naheliegende Einteilung der 28 Monatstage in vier Wochen zu je sieben Tagen. Eine alte Namensgebung und Reihenfolge der Wochentage stammt aus Babylonien. Jedem Tag wurde dabei eine Gottheit zugeordnet, und jedem der damals bekannten beweglichen Himmelsobjekte (Sonne, Mond, Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn) wurde ein Wochentag zugeordnet.

In semitischen Sprachen beruht das Wort für Woche ( schawua, ) auf demselben Wortstamm wie die Bezeichnung für die Zahl Sieben, ebenso war sa-ba-tu in der babylonischen Sprache die Bezeichnung für den siebten Tag nach Neulicht.

In den ältesten schriftlichen Tora- und damit auch Bibel-Überlieferungen (5. Jahrhundert v. Chr.) wird explizit eine Sieben-Tage-Woche genannt, wobei die ersten sechs Tage mit Nummern bezeichnet werden, der siebte Tag hingegen als allgemeiner „Ruhetag“ herausgehoben ist, siehe dazu .Karl-Heinrich Bieritz: Das Kirchenjahr. In: Hans-Christoph Schmidt-Lauber, Michael Meyer-Blanck, Karl-Heinrich Bieritz: Handbuch der Liturgik – Liturgiewissenschaft in Theologie und Praxis der Kirche. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 2003, ISBN 3-525-57210-7, S. 359. Dabei bleibt bislang ungeklärt, ob die Überlieferung der Tora von Anfang an mit der Sieben-Tage-Woche verbunden war oder ob zwei ursprünglich getrennte Überlieferungen erst später miteinander verbunden wurden. Die Bezeichnung Sabbat für den „Ruhetag“ ist dagegen erst sehr viel später bezeugt. Die Namensherleitung ist ebenfalls nicht klar. Die moderne Forschung diskutiert einerseits die Herkunft vom hebräischen Begriff šbt („aufhören, von der Arbeit ablassen, feiern“) und andererseits die babylonische Entsprechung šapattu (Mondfest). Gemäß der christlichen Tradition feiern die meisten Christen den ersten Tag der Woche, den Sonntag (Tag der Sonne; Tag, an welchem dem Sonnengott Opfer dargebracht wurden), als Gedächtnistag der Auferstehung Jesu von Nazareth. Das Gebot der Sabbatheiligung wird in diesem Sinne umgedeutet („Du sollst den Feiertag heiligen.“).

In der Antike gelangte im Rahmen des ägyptisch-babylonischen Zodiaks die Einteilung zu den Griechen und Römern.Vgl. Alexandra von Lieven: Grundriss des Laufes der Sterne – Das sogenannte Nutbuch. The Carsten Niebuhr Institute of Ancient Eastern Studies (u. a.), Kopenhagen 2007, ISBN 978-87-635-0406-5, S. 147. Diese Namenstradition erfuhr schon früh den weiteren Transfer bis nach Indien und Japan (Siehe auch japanische Wochentage). Bis zur Einführung der babylonischen 7-Tage-Woche hatten die Griechen den Monat noch in die aus Ägypten stammende zehntägige Dekade eingeteilt, die Römer in das achttägige Nundinum.

Offizielle Einführung Wann und von wem die noch heute übliche Zählung der Wochentage zum ersten Male festgelegt wurde, kann nicht zurückverfolgt werden.

Unsere heutige Siebentagewoche löste unter orientalischem Einfluss das altrömische Nundinum (8-Tage-Woche) ab, evtl. maßgeblich durch die Kalenderreform des Gaius Iulius Caesar im Jahre 45 v. Chr. Rechtlich kann die Verbindlichkeit der 7-Tage-Woche allerdings erst mit Kaiser Konstantin ab 321 n. Chr. in der Gesetzgebung zur Arbeits- und Gerichtstagsfreiheit des Sonntags festgemacht werden.Codex Theodosianus

Es gibt keine Hinweise, dass die Abfolge der sieben Wochentage seit ihrer Einführung jemals unterbrochen worden wäre, auch nicht durch die Kalenderreform des gregorianischen Kalenders. Damit stellt sie den regelmäßigsten Bestandteil des julianischen sowie des gregorianischen Kalenders dar.

Kalenderwoche Das Kalenderjahr umfasst mindestens 52 Wochen, die v. a. im Geschäftsleben als Kalenderwochen (KW) durchnummeriert werden, wobei es für die Wochen-Nummerierung verschiedene Definitionen gibt. Je nach angewandter Regel kann die erste Woche eines Jahres (KW 1) unterschiedlich festgelegt sein: Gemäß Normen der ISO, DIN, ÖNORM und SN (ISO 8601, früher DIN 1355-1) in der EU und den meisten anderen europäischen Ländern sowie überwiegend in Asien und Ozeanien ist jene Woche, die den ersten Donnerstag des Jahres enthält, die KW 1. Da ISO 8601 den Montag als ersten Tag der Woche definiert, ist dies somit die erste Woche, von der mehr Tage (mindestens vier) auf das neue Jahr fallen als auf das alte Jahr. Äquivalent hierzu sind die folgenden Definitionen: jene Woche, die den 4. Januar enthält jene Woche, die den 1. Januar enthält, falls dieser ein Montag, Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag ist, sonst die darauf folgende Woche In Nordamerika und großen Teilen Südamerikas, Japan, Israel: jene Woche, in die der 1. Januar fällt, wobei die Woche nach der mittelalterlichen Wochentagszählung am Sonntag beginnt Selten: die erste vollständige Woche des Jahres

Zählweise nach ISO 8601 Die Kalenderwoche ist nach ISO 8601 so definiert: Kalenderwochen haben 7 Tage, beginnen an einem Montag und werden über das Jahr fortlaufend nummeriert. Die Kalenderwoche 1 eines Jahres ist diejenige, die den ersten Donnerstag des Jahres enthält.

Weitere Eigenschaften dieser Zählweise sind: Jedes Jahr hat entweder 52 oder 53 Kalenderwochen. Ein Jahr hat genau dann 53 Kalenderwochen, wenn es mit einem Donnerstag beginnt oder endet: Ein Gemeinjahr mit 53 Wochen beginnt an einem Donnerstag und endet an einem Donnerstag. Ein Schaltjahr mit 53 Wochen beginnt entweder an einem Mittwoch und endet an einem Donnerstag oder es beginnt an einem Donnerstag und endet an einem Freitag. Der 29., 30. und 31. Dezember können schon zur Kalenderwoche 1 des Folgejahres gehören. Der 1., 2. und 3. Januar können noch zu der letzten Kalenderwoche des Vorjahres gehören. Der 4. Januar ist immer in Kalenderwoche 1.

In Deutschland führte das Deutsche Institut für Normung mit der DIN 1355-1 zum 1. Januar 1976 eine entsprechende Zählweise mit Montag als erstem Wochentag in Deutschland ein. In der Vorgängerversion DIN 1355 von 1943 fing die Woche noch am Sonntag an. In Kalendern für den deutschsprachigen Raum wird die Kalenderwoche stets nach ISO 8601 gezählt, auch wenn manchmal der Sonntag als Wochenanfang dargestellt wird.

Im März 1975 wurde vom DIN für die Bundesrepublik Deutschland empfohlen, dem Wochentag Montag die Ordnungszahl 1 zuzuordnen (DIN 1355); daraus hat sich die Gepflogenheit entwickelt, den Montag als ersten Tag der Woche und somit den Wochenbeginn anzusehen. Vorher hatte es im deutschen Normenwerk seit Januar 1943 die Regelung gegeben: „Eine Woche beginnt am Sonntag um 0:00 und endet am darauffolgenden Sonnabend um 24:00“. In der DDR trat diese Änderung bereits im Jahr 1969/1970 in Kraft. 1978 beschloss auch die UNO, dass der Montag international als der erste Tag der Woche gelten solle.

Beispiele: Kalenderwoche KW 52, 2003: „2003-W52“ – Montag, 22. Dezember 2003, bis Sonntag, 28. Dezember 2003 Kalenderwoche KW 1, 2004: „2004-W01“ – Montag, 29. Dezember 2003, bis Sonntag, 4. Januar 2004

Berechnung in den USA und vielen anderen Ländern

mini|Der erste Tag der Woche in verschiedenen Ländern gemäß CLDR In Teilen der Welt (beispielsweise Nordamerika und Teilen Südamerikas) hat sich die jüdisch-christliche Tradition erhalten, den Sonntag als ersten Tag der Woche zu rechnen. In den USA und Ländern, die ebenfalls das dort gültige Schema verwenden, gelten folgende Regeln: Jeden Sonntag beginnt eine neue Kalenderwoche. Am 1. Januar beginnt stets – unabhängig vom Wochentag – die 1. Kalenderwoche. Daraus lassen sich wiederum einige Eigenschaften ableiten: Die erste und die letzte Kalenderwoche eines Jahres müssen nicht vollständig sein, das heißt, sie können weniger als sieben Tage enthalten Jedes Jahr, das kein Schaltjahr ist oder dessen 31. Dezember kein Sonntag ist, hat 53 Kalenderwochen. Falls der 31. Dezember eines Schaltjahres ein Sonntag ist, so liegt dieser Sonntag als einziger Tag in der 54. Kalenderwoche (dieser Fall tritt relativ selten ein; innerhalb eines Jahrhunderts alle sieben Schaltjahre: zuletzt in den Jahren 1944, 1972 und 2000, die nächsten Male 2028 und 2056).

Eine abgewandelte, in den USA allerdings weder standardisierte noch übliche, Form dieses Berechnungsschemas verwendet ähnlich wie beim DIN-Schema nur volle Wochen und legt als erste Kalenderwoche diejenige fest, die den 1. Januar enthält. In diesem Fall können dann die Tage nach dem letzten Dezembersamstag bereits zur ersten Kalenderwoche des Folgejahres gehören, während eine 54. Kalenderwoche niemals auftritt.

Im US-amerikanischen Geschäftsleben und in der dortigen öffentlichen Kommunikation werden Kalenderwochen in Form fortlaufender Nummern wie oben allerdings selten benutzt. Stattdessen wird eine Woche meistens durch ihren Montag bezeichnet, z. B. week of June 20.z. B.: .

Jahrwochen

Die Jahrwoche ist ein Zeitraum, der in der Bibel verwendet wird und jeweils mit einem Sabbatjahr endet. Sieben Jahrwochen bilden ein Jubiläum, sodass auf jedes 7. Sabbatjahr ein Jubeljahr bzw. Erlassjahr folgt.

Dauerkalender mini|ohne|hochkant=4.0|Dauerkalender einschließlich Ablesen des Wochentags

Andere Systeme kurzer Zeitabschnitte