mini|Heptagramm der Zuordnung der Wochentage zu den Wandelgestirnen mit den entsprechenden astronomischen Symbolen. Im Uhrzeigersinn, oben startend: So, Fr, Mi, Mo, Sa, Do, Di. Die Anordnung der sieben Wandelgestirne erfolgt mit absteigender siderischer Umlaufzeit im Uhrzeigersinn von Saturn links unten bis zum Mond rechts unten.
Als Wochentag bezeichnet man einen Tag der Woche, der in wiederkehrender Benennung und gleichbleibender Reihenfolge das gesamte Jahr des bürgerlichen Kalenders über vorkommt, und zwar im deutschen Sprachraum den Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag beziehungsweise Sonnabend und Sonntag.
Benennung der Wochentage Die sieben Tage der babylonischen Woche wurden nach den mit bloßem Auge sichtbaren Wandelgestirnen des geozentrischen Weltbilds benannt (Sonne, Mond sowie die fünf Planeten Mars, Merkur, Jupiter, Venus und Saturn), die zum Zeitpunkt der Benennung selbst als Götter angesehen wurden.Johann Jakob Herzog: Real-Enzyklopädie für protestantische Theologie und Kirche. 17. Band, 1863, S. 256. Als die Germanen diese Namen im 4. Jahrhundert kennenlernten, benannten sie diese nach den Namen der den römischen Göttern ungefähr entsprechenden germanischen Gottheiten um. Im Zuge der Christianisierung wurde zu einem späteren Zeitpunkt versucht, diese heidnischen Namen wieder zurückzudrängen, was aber im deutschsprachigen Raum nur beim Mittwoch und Samstag gelang.
Die Zuordnung der Wochentagsnamen zu den sieben Wandelgestirnen geht auf die ägyptische Astronomie zurück und ergab sich wie folgt:
Sortierung der Wandelgestirne aufgrund ihrer siderischen Umlaufzeit aus geozentrischer Sicht in absteigender Reihenfolge: Saturn ♄ (ca. 29,4 a), Jupiter ♃ (ca. 11,9 a), Mars ♂ (ca. 1,83 a), Sonne ☉ (1,0 a), Venus ♀ (ca. 224,7 d), Merkur ☿ (ca. 88,0 d), Mond ☽ (ca. 27,3 d). Dies entspricht auch der Reihenfolge der abnehmenden Entfernung zur Erde. Abwechselnde Zuordnung der sieben Wandelgestirne in derselben Reihung zu den 24 Stunden eines Tages. Nach einem Tag mit 24 Stunden (=3×7+3) ergibt sich dabei ein „Versatz“ um jeweils drei Planeten. Der Wochentag wird jeweils nach der ersten Stunde des Tags benannt, also folgt auf Saturn die Sonne, dann der Mond usw.
Das Heptagramm (Sternpolygon mit sieben Seiten) visualisiert die Zuordnung der Wochentage zu den Wandelgestirnen, wenn man von einer beliebigen Ecke jeweils eine Linie zur drittnächsten Ecke zieht und nach sieben Linien wieder am Ausgangspunkt ankommt (sog. {7/3}-Sternpolygon).
Nach Cassius Dio, römischer Konsul, Senator und Geschichtsschreiber († um 235), wurde die siebentätige Woche aus nicht näher erläuterten Kulturen über Ägypten nach Griechenland (erst nach der Antike) gebracht und war im Römischen Reich spätestens ab dem 3. Jahrhundert n. Chr. üblich. Im März 321 führte der römische Kaiser Konstantin per Dekret den Sonntag als wöchentlichen Ruhetag ein und verfügte, dass „alle beruflichen Tätigkeiten (mit Ausnahme der landwirtschaftlichen Arbeit) am venerabili die solis (ehrwürdigen Tag der Sonne) ruhen sollten“. Es war sowohl eine Widmung an die hervorragende Bedeutung der Sonne als Sol invictus (unbesiegte Sonne) in der römischen Mythologie als auch ein Zugeständnis an das aufstrebende Christentum.Klaus Martin Girardet: Vom Sonnen-Tag zum Sonntag: der dies solis in Gesetzgebung und Politik Konstantin des Großen. In: Zeitschrift für antikes Christentum 11, 2007, S. 279–310.
Deutsche Wochentagsnamen mini|Herkunft der Wochentagsnamen Die Wochentagsnamen im Deutschen gehen auf die germanischen Bezeichnungen der Wochentage zurück. Die Namen der Wochentage sind Lehnübersetzungen aus dem Lateinischen, wobei für die römischen Götter die germanischen Entsprechungen eingesetzt wurden (Wodan für Mercurius, Donar für Jupiter usw.). Die lateinischen Bezeichnungen gehen ihrerseits auf die ursprünglichen babylonischen Götternamen zurück:
Deutsch/AlthochdeutschEnglischNiederländischWalliserdeutschBerndeutschBedeutungMontag/Mân(i)tagMondayMaandagMentagMänti/MändiTag des Mondes (Mani)Dienstag/ZîwestagTuesdayDinsdagTsischtagZyschtiTag des Tiu/Tyr/ZiuMittwoch/MittiwëhhaWednesdayWoensdagMittwuchMittwuch(e)Tag des Wodan/Odin/WotanDonnerstag/ThonarestagThursdayDonderdagDonschtag/FrontagDonschti/Thonschti/ThunschtiTag des Donar/Thor/ThunarFreitag/Frî(j)atagFridayVrijdagFrytagFrytiTag der Frija/Frigg/FriggaSamstag/Sonnabend/SambaȥtagSaturdayZaterdagSamschtagSamschtiTag des Saturn / Sabbat (= Ruhetag)Sonntag/SunnûntagSundayZondagSuntagSunti/SundiTag der Sonne (Sol)
Bei der Christianisierung des (althoch-)deutschen Sprachraums waren die Missionare darum bemüht, möglichst Wochentagsnamen durchzusetzen, die nicht an heidnische (römische oder germanische) Götter erinnerten. Das wird einerseits an Mittwoch deutlich, wo mit der Bezeichnung des Tages im Wochenablauf der eigentlich zu erwartende Name Wotan (vgl. engl. Wednesday) umgangen wurde. Das andere Beispiel ist die Benennung des Tages vor Sonntag: Das aus dem Lateinischen (Saturni dies) entlehnte Satertag dehnt sich zwar bis ins Englische aus (Saturday), wird aber im deutschen Sprachraum mehr und mehr durch zwei andere Begriffe verdrängt – einen neutralen Sonnabend und einen christlich geprägten Samstag. Satertag/Saterdag erhält sich nur im Niederdeutschen Raum und heute auch da nur noch in der Mundart.
Sonnabend ist der in Nordostdeutschland gebräuchliche Name und bezeichnet den ganzen Tag vor dem Sonntag (wie auch Heiligabend im Nordosten den ganzen Tag vor dem ersten Weihnachtstag bedeutet).
Der Samstag ist sprachgeschichtlich aus der Bezeichnung für den Sabbat hervorgegangen. Dieser Ausdruck verbreitete sich unter lautlicher Abwandlung vom Orient aus über Griechenland, die Donau aufwärts, in den romanischen Sprachraum (französisch samedi, italienisch sabato) und in die deutschen Bistümer Mainz und Trier. Mittlerweile wandert diese Bezeichnung weiter nach Norden und scheint den „Sonnabend“ allmählich zu verdrängen.
Namensgeber für den Dienstag ist in manchen Dialekten der griechische Kriegsgott Ares. Der „Arestag“ wird dann je nach Gegend z. B. zu Ertag, Irta o. ä.https://www.bairische-sprache.at/Index/Remaraweng%20Boarisch%20-%20Lehren/Mahda%20bis%20Sunda%20.htm Montag bis Sonntag auf Bairisch
Der Donnerstag war früher der fünfte Tag der Woche, und so erklärt sich das mancherorts noch vorhandene „Pfinsda“ o. ä.
Namen von Tagen in der Sieben-Tage-Woche Die folgende Tabelle liefert einen Überblick über die Namen der Wochentage in einigen europäischen und asiatischen Sprachen.