mini|Schloss Arendsee um 1860, Sammlung Alexander Duncker Nordwestuckermark ist eine amtsfreie Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg (Deutschland).
Geografie Der Name der uckermärkischen Gemeinde beschreibt exakt die Lage im nordwestlichen Teil der Uckermark. Mit 253 km² gehört Nordwestuckermark zu den 40 flächengrößten Gemeinden Deutschlands. Das Gemeindegebiet ist damit größer als die Stadt Frankfurt am Main oder fast doppelt so groß wie Schwerin.
Das im Norden Brandenburgs gelegene Gebiet der Gemeinde umfasst die eiszeitlich geprägte Hügel- und Seenlandschaft der Uckermark. Große Teile der Gemeinde Nordwestuckermark liegen im Naturpark Uckermärkische Seen, der direkt an den Naturpark Feldberger Seenlandschaft im benachbarten Landkreis Mecklenburgische Seenplatte angrenzt. Von den uckermärkischen Seen seien die fünf größten innerhalb des Gemeindegebietes genannt: Großer See, Dammsee, Großer Parmensee, Sternhagener See und Naugartener See. Die Gemeinde verfügt im Süden in der Zerweliner Heide über ausgedehnte zusammenhängende Waldgebiete. Die höchste Erhebung mit 129 m ü. NHN befindet sich im Naturschutzgebiet Kiecker südwestlich des Ortsteils Fürstenwerder.
Gemeindegliederung Die Gemeinde Nordwestuckermark besteht laut ihrer Hauptsatzung aus folgenden zehn Ortsteilen:
Weitere Wohnplätze im Gemeindegebiet:
Geschichte Die Gemeinde Nordwestuckermark wurde am 1. November 2001 aus den bis dahin selbstständigen Gemeinden Ferdinandshorst, Fürstenwerder, Gollmitz, Kraatz, Naugarten, Röpersdorf/Sternhagen, Schapow, Schönermark und Weggun (Amt Nordwestuckermark) und der Gemeinde Holzendorf (Amt Prenzlau-Land) gebildet. Gleichzeitig wurde das Amt Nordwestuckermark aufgelöst und die Gemeinde Nordwestuckermark amtsfrei. Die Gemeindeverwaltung befindet sich im Ortsteil Schönermark.
Die heutigen Ortsteile von Nordwestuckermark (mit Ausnahme von Naugarten und Weggun) gehörten 1817–1952 zum Landkreis Prenzlau (bis 1947 in der preußischen Provinz Brandenburg, 1947–1952 im Land Brandenburg). 1952–1993 waren sie Teil des Kreises Prenzlau (bis 1990 im DDR-Bezirk Neubrandenburg, 1990–1993 wieder im Land Brandenburg). Weggun und Naugarten gehörten 1817–1952 zum Landkreis Templin und wurden 1952 ebenfalls in den Kreis Prenzlau eingegliedert.
Seit der Kreisreform in Brandenburg im Jahr 1993 gehören die Orte zum Landkreis Uckermark.
Ortsteile Ferdinandshorst: 1825 wird Ferdinandshorst erstmals urkundlich erwähnt.
Lindenhagen: im Juni 1944 entstand ein Konzentrationslager, der Lagerkomplex Hindenburg als Außenlager des KZ Ravensbrück, um in der Nähe eine SS-Kommandostelle zu errichten (Birkenhain). Bis 1949 hieß die Gemeinde Hindenburg.
Birkenhain: In diesem Ortsteil errichtete und unterhielt der VEB Backkombinat Neubrandenburg ein Betriebsferienlager, das durch die Großbäckerei Pasewalk (GROPA) betreut wurde.
Gemeindeteile Arendsee: Erste urkundliche Erwähnung mit dominus Johannes de Arnesse 1289.
Eingemeindungen Die Neubildung der Gemeinde Nordwestuckermark trat mit Wirkung vom 1. November 2001 in Kraft. Frühere Eingemeindungen werden ebenfalls aufgeführt.
Ehemalige Gemeinde Datum Anmerkung Arendsee 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Parmen-Weggun zu Weggun Beenz 1. Mai 1998 Eingemeindung nach Gollmitz Falkenhagen 31. Dezember 1997 Eingemeindung nach Holzendorf Ferdinandshorst 1. November 2001 Fürstenwerder 1. November 2001 Gollmitz 1. November 2001 Holzendorf 1. November 2001 Kraatz 1. November 2001 Kröchlendorff 1. Januar 1968 Eingemeindung nach Gollmitz Lindenhagen1 1. Juli 1961 Eingemeindung nach Sternhagen Naugarten 1. November 2001 Parmen 1. Juli 1965 Zusammenschluss mit Weggun zu Parmen-Weggun Parmen-Weggun 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Arendsee zu Weggun Rittgarten 1. April 1979 Eingemeindung nach Schapow Röpersdorf 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Sternhagen zu Röpersdorf/Sternhagen Röpersdorf/Sternhagen 1. November 2001 Schapow 1. November 2001 Schönermark 1. November 2001 Sternhagen 1. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Röpersdorf zu Röpersdorf/Sternhagen Weggun 1. Juli 19651. Dezember 1997 Zusammenschluss mit Parmen zu Parmen-WeggunZusammenschluss von Parmen-Weggun mit Arendsee Zollchow 1. Juli 1950 Eingemeindung nach Röpersdorf
Fußnote
1 Lindenhagen hieß bis zum 30. September 1949 Hindenburg.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2001 5 429 2005 5 164 2010 4 762 2015 4 288 2020 4 182 Jahr Einwohner 2021 4 155 2022 4 173 2023 4 149 2024 4 097 2025 4 036
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohner: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 22–25Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Nordwestuckermark besteht aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 75,5 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 AfD – – 28,3 % 5 Leben auf dem Lande 28,1 % 5 16,1 % 3 Zukunft Nordwestuckermark – – 13,2 % 2 SPD 16,0 % 3 12,4 % 2 CDU 13,9 % 2 11,6 % 2 Frischer Wind 12,8 % 2 8,1 % 1 BVB/Freie Wähler – – 2,7 % 1 Einzelbewerberin Sandra Winkler – – 1,6 % – Anhänger der Freiwilligen Feuerwehren Nordwestuckermark 18,6 % 3 – – Bündnis 90/Die Grünen 7,9 % 1 – – Einzelbewerberin Anja Tettschlag 1,6 % – – – Einzelbewerberin Susanne Taudte 1,1 % – – – Insgesamt 100 % 16 100 % 16
Bürgermeister 2001–2020: Sylvia KlingbeilKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 34 2020–2026: Roland Klatt seit 2026: Susanne Ramm
Klatt wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2020 mit 56,2 % der gültigen Stimmen für eine achtjährige Amtszeit gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 15. März 2020 Er schied zum 31. Mai 2026 auf eigenen Wunsch aus seinem Amt aus. Ramm wurde in der Bürgermeisterstichwahl am 11. Mai 2026 mit 51,9 % der gültigen Stimmen zu seiner Nachfolgerin gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 10. Mai 2026 Ihre Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
Wappen
Flagge „Die Flagge ist Grün - Gelb (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“
Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Nordwestuckermark stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
Verkehr Die Bundesstraße 109 zwischen Prenzlau und Templin führt durch den Südosten des Gemeindegebietes, die B 198 zwischen Prenzlau und Woldegk berührt die Gemeinde im Nordosten (Ortsteil Holzendorf). Die Landesstraße L 25 (ebenfalls zwischen Prenzlau und Woldegk) durchquert von Nordwesten nach Osten das Gemeindegebiet.
In der östlich anschließenden Kreisstadt Prenzlau besteht Bahnanschluss. Die Bahnstrecke Prenzlau–Strasburg mit dem Haltepunkt Holzendorf wurde 1995 stillgelegt. Die Bahnstrecke Templin–Prenzlau mit den Haltepunkten Beenz und Groß Sperrenwalde ist seit 2000 außer Betrieb. Die Bahnstrecke Templin-Fährkrug–Fürstenwerder (Haltepunkte Weggun-Arendsee, Parmen, Fürstenwerder) wurde 1945 als Reparationsleistung an die Sowjetunion abgebaut.
Persönlichkeiten Curt Heinrich Gottlieb von Arnim (1735–1800), preußischer Oberst Albert von Schlippenbach (1800–1886), Dichter, in Arendsee gestorben Hans Steffen (1865–1936), Geograph, in Fürstenwerder geboren Wilhelm Wittbrodt (1878–1961), Reformpädagoge und Esperantist, in Arendsee geboren Hanka Mittelstädt (* 1987), Politikerin (SPD), Mitglied der Gemeindevertretung von Nordwestuckermark
Literatur Lieselott Enders: Historisches Ortslexikon für Brandenburg, Teil VIII, Uckermark, Weimar 1986, ISBN 3-7400-0042-2.
Weblinks
Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg Sternhagen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 3. August 2014 Beenz in der RBB-Sendung Landschleicher vom 18. Oktober 2015
Falkenhagen in der RBB-Sendung Landschleicher vom 1. Januar 2017
Einzelnachweise Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.15 Landkreis Uckermark PDF Bildung einer neuen Gemeinde Nordwestuckermark. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 14. September 2001. Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 44, Potsdam, den 30. Oktober 2001, S. 695 PDF
Kategorie:Gemeindegründung 2001