Uckerland [ˈuːkɐlant] ist eine amtsfreie uckermärkische Gemeinde im Landkreis Uckermark in Brandenburg.
Uckerland (terra Ukera) nannte sich auch das Stammesgebiet der Ukranen, bevor es unter den Markgrafen von Brandenburg zur Uckermark wurde.
Gemeindegliederung mini|hochkant|Kirche in Wolfshagen mini|hochkant=0.7|Denkmal für die Befreiungskriege in Wolfshagen Die Gemeinde gliedert sich in 11 Orts- und 19 bewohnte Gemeindeteile: Fahrenholz mit dem Gemeindeteil Lindhorst Güterberg mit dem Gemeindeteil Carolinenthal Hetzdorf mit den Gemeindeteilen Gneisenau, Kleisthöhe, Lemmersdorf und Schlepkow Jagow mit den Gemeindeteilen Dolgen, Karlstein, Kutzerow, Lauenhof, Taschenberg und Uhlenhof Lübbenow Milow mit dem Gemeindeteil Jahnkeshof Nechlin Trebenow mit den Gemeindeteilen Bandelow, Neumannshof und Werbelow Wilsickow Wismar mit dem Gemeindeteil Hansfelde Wolfshagen mit den Gemeindeteilen Amalienhof und Ottenhagen
Hinzu kommen 10 Wohnplätze: Ausbau Wilsickow, Bandelow-Siedlung, Grünhagen, Hohen Tutow, Lemmersdorfer Mühle, Nechlin Ausbau, Ravensmühle, Schindelmühle, Taschenberg Ausbau und Zarnkehöfe.
Darüber hinaus findet sich auf dem Gemeindegebiet eine Wüstung:Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – M–Z. 2012, S. 706 f. Neuhof
Geschichte Bis 1990 Alle Gemeinden gehörten bis zum 30. Juni 1950 zum brandenburgischen Landkreis Prenzlau. Am 1. Juli 1950 wechselten vier Gemeinden (Güterberg, Milow, Wilsickow, Wismar) in den mecklenburgischen Kreis Pasewalk.
Am 25. Juli 1952 wurden die Länder der DDR durch Gesetz aufgelöst und 14 Bezirke geschaffen. Dadurch wurden alle diese Gemeinden dem Bezirk Neubrandenburg zugeordnet. Bis auf eine Ausnahme gehörten die Orte nun zum neugeschaffenen Kreis Strasburg. Lediglich Nechlin wechselte in den Kreis Pasewalk.
Eingemeindungen innerhalb der heutigen Ortsteile 1. Juli 1950 Eingliederung von Hetzdorf in LemmersdorfHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875–2005 Landkreis Uckermark, S. 31–33, 41 (PDF; 386 kB) 1. Januar 1957 Eingliederung von Werbelow in Trebenow 1. August 1973 Eingliederung von Bandelow in Trebenow 2. Mai 1979 Eingliederung von Schlepkow in Lemmersdorf 31. Dezember 2001 Umbenennung von Lemmersdorf in Hetzdorf
Nach 1990 Am 1. Juni 1992 wurde das Amt Lübbenow (Uckermark) im Kreis Strasburg in Mecklenburg-Vorpommern gegründet, dem die heutigen Ortsteile von Uckerland zugeordnet wurden. Durch Bürgerentscheid kam es am 1. August 1992 zum Kreis Prenzlau und wechselte somit in das Land Brandenburg.
Die Gemeinde Uckerland entstand am 31. Dezember 2001 aus dem Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Fahrenholz, Güterberg, Jagow, Lemmersdorf, Lübbenow, Milow, Nechlin, Trebenow, Wilsickow, Wismar und Wolfshagen.StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001 Diese waren bis dahin amtsangehörige Gemeinden des Amtes Lübbenow, das im Zuge der Gemeindeneugliederung im Land Brandenburg zum 31. Dezember 2001 aufgelöst wurde. Die Gemeindebezeichnung Uckerland wurde im Gemeindeneugliederungsvertrag vom 22. November 2001 festgeschrieben.
Geschichte der Ortsteile Fahrenholz und Lindhorst
Fahrenholz erste urkundliche Erwähnung stammt von 1287.Johanne de Farenholtze, CDB, A XXI 97 Kop., hier nach Fahrenholz
Lindhorst erste urkundliche Erwähnung stammt von 1375 als Lynthorst.Landbuch Kaiser Karls IV.246 Lynthorst, hier nach Fahrenholz Der Name wird als Dorf an einer mit Linden bestandenen Erhöhung im Wiesengelände gedeutet.
Güterberg und Carolinenthal
Güterbergs erste urkundliche Erwähnung war 1608 als Guetterberch.
Carolinenthal wurde 1745 erstmals urkundlich erwähnt.
Hetzdorf, Gneisenau, Kleisthöhe, Lemmersdorf und Schlepkow
Hetzdorfs erste urkundliche Erwähnung stammt von 1286. Der Name des Ortes leitet sich von dem Personennamen Hezel, einer Kurzform von Hermann, ab. Sehenswert ist die frühgotische Dorfkirche Hetzdorf aus dem 13. Jahrhundert.Märkische Oderzeitung, 15. August 2006, S. 9 Schlepkows erste urkundliche Erwähnung als Slepecow stammt von 1321. Der slawische Name stammt vom Personennamen Slepek ab, was Blinder bedeutet. mini|Schloss Jagow, Sammlung Alexander Duncker Jagow war Stammsitz des gleichnamigen Adelsgeschlechtes von Jagow.
Lübbenow wurde urkundlich erstmals Anfang des 14. Jahrhunderts erwähnt. Das klassizistische Herrenhaus Lübbenow entstand zwischen 1812 und 1826 und wurde mehrfach umgebaut und um 1923/27 erweitert. Das Gut war u. a. im Besitz der Familie von Stülpnagel-Dargitz bis 1945.
Trebenow Trebenows erste urkundliche Erwähnung stammt von 1321.Trebenow Der Ortsname leitet sich vom Personennamen Treben ab.Märkische Oderzeitung, 23. Oktober 2006, S. 9 Bandelow wurde 1312 und Werbelow 1343 erstmals erwähnt.
Wilsickow wurde 1375 erstmals urkundlich erwähnt. Die Sanierung der Kirche aus dem 13. Jahrhundert wurde 1992 abgeschlossen.Märkische Oderzeitung, 2./3. Oktober 2006, S. 11
Wismar wurde 1316 erstmals urkundlich erwähnt.Wismarowe, Krabbu Nr. 2482 Der Name leitet sich von Wismaria Ort des Vysěmêr oder Visemêr ab, dem slawischen Lokator des Ortes.Paul Kühnel: Die slavischen Ortsnamen in Meklenburg. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde. Bd. 46, 1881, , S. 3–168, hier S. 159.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 2001 3 672 2005 3 384 2010 3 014 2015 2 740 2020 2 578 Jahr Einwohner 2021 2 543 2022 2 497 2023 2 448 2024 2 412 2025 2 360
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. DezemberHistorisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark. S. 30–33Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022
+ Bevölkerungsentwicklung der 15 OrtsteileHomepage von Uckerland Orts-/Gemeindeteil Bevölkerung im jeweiligen Gebietsstand 29. Okt. 1946 31. Aug. 1950 31. Dez. 1964 1. Jan. 1971 31. Dez. 1981 31. Dez. 1989 31. Dez. 2000 Uckerland– Bandelow 583 602 489 532– Fahrenholz 405 481 358 358 255 214 171 Güterberg 351 442 304 278 251 215 185 Hetzdorf 327 – Jagow 1196 1381 1033 973 679 626 558 Lemmersdorf 526 844 678 738 741 712 626 Lübbenow 368 468 413 416 378 425 348 Milow 584 601 428 398 273 230 193 Nechlin 451 472 355 304 234 208 161 Schlepkow 346 354 258 220– Trebenow 480 497 681 629 953 870 647 Werbelow 284 336– Wilsickow 469 471 438 397 271 251 226 Wismar 591 620 438 338 289 275 212 Wolfshagen 458 516 555 507 379 359 419
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Uckerland besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus 16 Gemeindevertretern und dem hauptamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 78,2 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 CDU 33,2 % 5 27,6 % 5 AfD – – 20,2 % 3 Uckerländer 34,0 % 6 14,8 % 2 Einzelbewerberin Anni Glasow – – 12,6 % 1 Die Hetzdorfer – – 8,5 % 1 SPD 14,5 % 2 5,4 % 1 Die Linke 7,8 % 1 4,2 % 1 Einzelbewerber Andreas Krieser – – 2,5 % 1 Einzelbewerber Maximilian Bartz – – 1,8 % – Bündnis 90/Die Grünen – – 1,4 % – Einzelbewerber Jörg Westphal – – 1,0 % – Einzelbewerberin Birgit Fichtner 5,2 % 1 – – Einzelbewerberin Corinna Woldegk 2,8 % 1 – – Einzelbewerber Manuel Höppner 2,5 % – – – Insgesamt 100 % 16 100 % 15
Bei der Wahl 2024 entfielen auf die Einzelbewerberin Glasow zwei Sitze, von denen einer unbesetzt bleibt.
Bürgermeister 2002–2008: Monika Becker 2008–2016: Christine Wernicke (BVB / Freie Wähler) seit 2016: Matthias Schilling (SPD)
Schilling wurde bei der Bürgermeisterwahl am 10. April 2016 mit 50,6 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 10. April 2016 Bei der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 wurde er mit 59,7 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterstichwahl am 30. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt acht Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 74
Wappen
Flagge „Die Flagge ist Rot - Gelb - Rot (1:3:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“
Dienstsiegel Das Dienstsiegel zeigt das Wappen der Gemeinde mit der Umschrift .
Gemeindepartnerschaft Partnergemeinde von Uckerland ist die polnische Gemeinde Węgorzyno in der Woiwodschaft Westpommern. Sie liegt etwa 150 Kilometer östlich von Uckerland.
Sehenswürdigkeiten mini|hochkant=0.7|Westportal der Dorfkirche Nechlin → Siehe auch Liste der Baudenkmale in Uckerland
Güterberg Die Dorfkirche Güterberg ist eine Saalkirche im Rundbogenstil aus den Jahren 1840 bis 1842. Die Kirchenausstattung stammt aus der Bauzeit. Die Ostfenster im Norden und Süden zeigen figürliche Glasmalereien und stammen aus dem Jahr 1913. Lindhorst: Friedhof Lindhorst, geplant von Peter Joseph Lenné mit Kapelle und freistehender Glocke Ehrenhain für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges Gutspark mit Teich von 1825 Speicher mit ovalen Fenstern Lübbenow: DorfkircheAskanierwelten: Dorfkirchen: Lübbenow als Feldsteinkirche mit Backstein; Kanzel von 1581, Altar von 1727 Klassizistisches Herrenhaus Lübbenow von 1826 Milow: Feldsteinkirche aus der Mitte des 13. Jahrhunderts Denkmalgeschütztes Giebelvorlaubenhaus Dorfkirche Nechlin, Feldsteinbau mit gotischem Backsteinportal Die Dorfkirche Schlepkow ist eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Innern steht eine einheitliche Kirchenausstattung aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Barocke Dorfkirche von Taschenberg von 1735 Park und Gutshof Wilsickow Wolfshagen: Ruine der Burg Blankenburg im Park Wolfshagen von Peter Joseph Lenné um 1830 und Gutsanlage mit Forsthaus, Gärtnerhaus, zweigeschossigem Speicher, besagter Burgruine, Zollhaus sowie der Königssäule von 1834 Neugotische Kirche Wolfshagen von 1858 Die Dorfkirche Wismar ist eine Feldsteinkirche aus der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Im Innenraum steht unter anderem ein barocker Kanzelaltar aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, der ursprünglich in der Kirche Schwarzensee aufgestellt war.
Wirtschaft und Infrastruktur Im Ortsteil Milow hat der Schibri-Verlag seinen Sitz.
Verkehr Durch das Gemeindegebiet von Uckerland verlaufen: Bundesstraße 104 zwischen Strasburg und Pasewalk Bundesstraße 198 zwischen Woldegk und Prenzlau Landesstraße L 255 zwischen Strasburg und dem Gemeindeteil Kutzerow Landesstraße L 256 zwischen Louisfelde (Strasburg) und Nieden Landesstraße L 257 zwischen den Gemeindeteilen Lindhorst und Werbelow Landesstraße L 258 zwischen dem Ortsteil Trebenow und Prenzlau
Der Haltepunkt Nechlin an der Bahnstrecke Angermünde–Stralsund wird von der Linie RE 3 Stralsund–Berlin–Falkenberg (Elster) bedient.
Die Bahnstrecke Prenzlau–Strasburg mit den Haltepunkten Kutzerow, Taschenberg, Lindhorst, Fahrenholz und Güterberg wurde 1995 stillgelegt.
Persönlichkeiten Eberhard Baumann (1871–1956), evangelischer Theologe, Konsistorialrat und Superintendent, geboren in Lübbenow Dietloff von Arnim (1876–1945), Großgrundbesitzer und Landeshauptmann der Provinz Brandenburg, geboren in Güterberg Georg-Volkmar Graf Zedtwitz von Arnim (1925–1993), Journalist und Mitbegründer der modernen Public Relations in Deutschland, geboren in Nechlin Ulrich Kasparick (* 1957), Mitglied des Deutschen Bundestages 1998–2009, seit 2011 Pfarrer in Hetzdorf
Literatur
Weblinks
Eintrag im Kommunalverzeichnis Brandenburg www.uckerland.de www.wilsickow.com
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 2001 Kategorie:Deutscher Ortsname slawischer Herkunft