mini|hochkant|Evangelische Kirche Platkow als Ruine, 1974 mini|hochkant|„Derfflinger-Eiche“ auf der Grenze zwischen Gusow und Werbig

Gusow-Platkow [] ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg). Sie wird vom Amt Seelow-Land (bis 2021: Amt Neuhardenberg) verwaltet.

Geografie Gusow-Platkow liegt im nördlichen Teil des Gebietes des Amtes Seelow-Land. Die Gemeinde grenzt im Norden und Nordosten an die amtsfreie Gemeinde Letschin, im Osten und Südosten an die amtsfreie Stadt Seelow, im Südwesten an die Gemeinde Vierlinden sowie im Westen und Nordwesten an die Gemeinde Neuhardenberg.

Gemeindegliederung Die Gemeinde gliedert sich in die Ortsteile: Gusow mit dem bewohnten Gemeindeteil Karlshof und dem Wohnplatz Gusower Loose Platkow mit dem bewohnten Gemeindeteil Neuhof und den Wohnplätzen Paschenbrück und Platkower Loose

Geschichte Gusow und Platkow gehörten seit 1817 zum Kreis Lebus und ab 1952 zum Kreis Seelow im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen die Orte im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.

Die Gemeinde Gusow-Platkow entstand am 31. Dezember 1997 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der bis dahin selbstständigen Gemeinden Gusow und Platkow.

Platkow ist eines der ältesten Dörfer im Landkreis Märkisch-Oderland und wurde im Jahr 1229 erstmals urkundlich erwähnt. Die Rittergüter von Gusow und Platkow wurden 1448 durch das märkische Adelsgeschlecht von Schapelow erworben und gingen 1649 in den Besitz des brandenburgischen Generalfeldmarschalls Georg von Derfflinger über. 1745 gingen die Güter an die Podewilssche Herrschaft, im 19. Jahrhundert an einen Zweig der Grafen von Schönburg-Glauchau.Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Brandenburg, 1856, S. 213. Im Zuge der Bodenreform wurde deren Besitz enteignet.

Etwa 3 km südwestlich des Orts befand sich im Waldgebiet Gusower Niederheide am Fließ seit dem 14. Jahrhundert eine Wassermühle, die „Vogelsangmühle“. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg im April 1945 zerstört. Überreste des Gemäuers sind noch im Gebüsch zu entdecken.Zeitreise durch Gusow-Platkow; eigene Feststellungen vor Ort am 6. Juli 2020. Ebenfalls bis zur Zerstörung gab es am Platkower Weg ganz in der Nähe der Mühle ein Gasthaus mit dem Namen Zum halben Arm. Es reichte gleichfalls bis in das Mittelalter zurück und war eine stark frequentierte Zwischenstation für die Viehtransporte nach Berlin. Die Ruinenreste sind inzwischen kaum noch auffindbar.Eigene Feststellungen im August 2024.

Bevölkerungsentwicklung Jahr GusowPlatkow Jahr Gusow-Platkow Jahr Gusow-Platkow1875 2 041 1 348 1997 1 427 2021 1 3531910 1 728 966 2000 1 416 2022 1 3981939 1 417 903 2005 1 406 2023 1 3801946 1 549 977 2010 1 282 2024 1 3071950 1 795 1 024 2015 1 222 2025 1 2061971 1 341 732 2020 1 342 1990 1012 598 1995 922 538 1996 915 537

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991),Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 22–25.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember). ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Gusow-Platkow besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 75,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Feuer-Schützen-Sport 47,7 % 5 44,3 % 4 Land- und Naturfreunde 30,8 % 3 25,0 % 3 Dorfclub 1961 21,5 % 2 25,5 % 2 Allgemeine Frauensportgruppe – – 5,1 % 1 Insgesamt 100 % 10 100 % 10

Bürgermeister 1998–2019: Karlheinz Klein seit 2019: Frank Kraft (Wählergruppe Feuer-Schützen-Sport)

Kraft wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 mit 63,7 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde er ohne Gegenkandidat mit 78,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.Brandenburgisches Kommunalwahlgesetz, § 73 (1)

Wappen

Flagge „Die Flagge ist Blau - Gelb (1:1) gestreift und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.“

Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Gusow

In der Liste der Baudenkmale in Gusow-Platkow stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

Schloss Gusow mit Park, geschlossen und verwahrlost. Derfflinger-Eiche mit einem Brusthöhenumfang von 7,90 m (2016).

Verkehr Die Gemeinde liegt an der Bundesstraße 167 zwischen Wriezen und Seelow.

Der Bahnhof Seelow-Gusow liegt an der Bahnstrecke Berlin–Küstrin, der von der Regionalbahnlinie RB 26 (Berlin Ostkreuz–Kostrzyn) angefahren wird. .

Persönlichkeiten Georg Freiherr von Derfflinger (1606–1695), erwarb nach dem Dreißigjährigen Krieg die Güter Gusow und Platkow, in Gusow gestorben Otto Christoph von Podewils (1719–1781), Gutsbesitzer in Gusow und Platkow Friedrich Heinrich von Podewils (1746–1804), Gutsbesitzer in Gusow und Platkow Walter Gerlach (1896–1964), SS-Führer, Gefängnisleiter des Columbiahauses in Berlin und Lagerkommandant im KZ Sachsenburg, in Gusow geboren Heidrun Gerzymisch (* 1944), Übersetzungswissenschaftlerin, in Gusow geboren

Literatur Arnold Winkelmann: Gusow und Platkow. Bilder aus den letzten 100 Jahren. Selbstverlag, Berlin 1904. Historischer Führer. Stätten und Denkmale der Geschichte in den Bezirken Potsdam, Frankfurt (Oder). Urania Verlag, Leipzig/Jena/Berlin 1987, S. 319. Horst Baltzer: Familienbuch Gusow-Platkow (Landkreis Märkisch-Oderland) Brandenburg. 1650–1915. Band 1 und 2, Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, Leipzig 2016. Theodor Fontane: Gusow. In: Wanderungen durch die Mark Brandenburg. Das Oderland. Aufbau Verlag, Berlin, 1980, S. 211 ff.

Weblinks

Gusow-Platkow auf der Website des Amtes Seelow-Land Museums-Homepage von Bernd Mausolf

Einzelnachweise Bildung einer neuen Gemeinde Gusow-Platkow. Bekanntmachung des Ministers des Innern vom 21. Oktober 1997. In: Amtsblatt für Brandenburg Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg. 8. Jahrgang, Nummer 45, 14. November 1997, S. 926.

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