Reichenow-Möglin ist eine amtsangehörige Gemeinde im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg. Sie wird vom Amt Barnim-Oderbruch verwaltet.

Gemeindegliederung Die ehemaligen Gemeinden Reichenow und Möglin bilden je einen Ortsteil. Zum Ortsteil Reichenow gehört außerdem der bewohnte Gemeindeteil Herzhorn.

Geschichte Im Jahre 1412 wurden die von Pfuel mit dem Ort Reichenow durch Friedrich I. belehnt. Im Ortsteil Möglin bestand das Rittergut Möglin; hier gründete Albrecht Daniel Thaer die Landwirtschaftliche Akademie Möglin. Möglin gehörte bis 1949 zu Schulzendorf (heute Ortsteil von Wriezen) und wurde dann selbstständig.Landkreis Märkisch-Oderland, in: Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Hrsg. Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik, Potsdam Dezember 2006, S. 45. PDF

Reichenow und Möglin gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim in der Provinz Brandenburg. Ab 1952 wurde Reichenow in den Kreis Strausberg, Möglin in den Kreis Bad Freienwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder) eingegliedert. Seit 1993 liegen beide Orte im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.

Die Gemeinde Reichenow-Möglin entstand am 31. Dezember 1997 aus dem freiwilligen Zusammenschluss der beiden bis dahin selbstständigen Gemeinden Reichenow und Möglin.StBA: Änderungen bei den Gemeinden, siehe 1997, Hrsg. Statistisches Bundesamt Wiesbaden.

Bevölkerungsentwicklung Jahr Reichenow Möglin Jahr Reichenow-Möglin Jahr Reichenow-Möglin1875 556 – 1997 630 2021 5641910 448 – 2000 667 2022 5451939 482 – 2005 624 2023 5481946 740 – 2010 595 2024 5551950 859 298 2015 549 2025 5621971 646 252 2020 559 1990 455 179 1995 450 167 1996 458 168

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland, S. 34–37.Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2015 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Reichenow-Möglin besteht aus acht Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 26. Mai 2019 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019

Wählergruppe Stimmenanteil Sitze Wählergruppe Reichenow/Möglin 100 % 8

Bürgermeister seit 2003: Wolf-Dieter HicksteinKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 26.

Hickstein wurde in der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 bei einem Gegenkandidaten mit 66,6 % der gültigen Stimmen für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren als ehrenamtlicher Bürgermeister wiedergewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9.6.24

Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Reichenow In der Liste der Baudenkmale in Reichenow-Möglin sind die unter Denkmalschutz stehenden Bauwerke verzeichnet.

Schloss Reichenow, neugotisches, 1897–1900 von Gustav Hauer für August Freiherr von Eckardstein erbautes Herrenhaus des ehemaligen Gutes Reichenow, das direkt am See liegt und nach dreijähriger Sanierung und Restaurierung seit 1997 als Hotel genutzt wird

Gedenkstätte für Albrecht Daniel Thaer, den Begründer der Agrarwissenschaft, in Möglin

Verkehr Reichenow-Möglin liegt an der Landesstraße L 341 zwischen Schulzendorf (Ortsteil von Wriezen) und Reichenberg (Ortsteil von Märkische Höhe). Im Ortsteil Herzhorn verkehrt die Buslinie 885 (Bad Freienwalde – Prötzel) der Barnimer Busgesellschaft.

Nächstgelegene Bahnstrecken sind: Strausberg–Strausberg Nord (Linie S 5), Eberswalde–Frankfurt (Oder) (Linie RB 60), ehem. Berlin–Wriezen.

Persönlichkeiten Hans Albrecht von Barfus (1635–1704), brandenburgisch-preußischer Generalfeldmarschall aus Möglin Albrecht Daniel Thaer (1752–1828), Polywissenschaftler, Arzt und Begründer der Agrarwissenschaft, wirkte und starb in Möglin Heinrich Einhof (1777–1808), Agrikulturchemiker, wirkte und starb in Möglin Georg Ernst Wilhelm Crome (1781–1813), Agrarwissenschaftler, wirkte und starb in Möglin Franz Körte (1782–1845), Natur- und Agrarwissenschaftler, wirkte dreißig Jahre lang an der Landwirtschaftlichen Akademie in Möglin Albrecht Philipp Thaer (1794–1863), Landwirt und Direktor der Königlichen Preußischen Akademie des Landbaus in Möglin Albrecht Conrad Thaer (1828–1906), Agrarwissenschaftler in Möglin Heinrich Will (1926–2009), Leichtathlet, geboren in Möglin

Literatur Rudolf Schmidt: Die Herrschaft Eckardstein. Band 1: Beiträge zur Entwicklungsgeschichte von Prötzel, Prädikow, Grunow, Reichenow, Sternebeck, Harnecop, Bliesdorf und Vevais, in: Oberbarnimer Heimatbücher, Band 5, Hrsg. Kreisausschuss Oberbarnim, Bad Freienwalde (Oder) 1926. Angela Beeskow: Schloss Reichenow, in: Schlösser und Gärten der Mark, Hrsg. Sibylle Badstübner-Gröger, Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Deutsche Gesellschaft e. V., Berlin 1997.

Weblinks

Reichenow-Möglin beim Amt Barnim-Oderbruch Fotos und Beschreibung von Schloss Reichenow

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1997