Die Gemeinde Höhenland liegt im Landkreis Märkisch-Oderland (Brandenburg). Sie wird vom Amt Falkenberg-Höhe verwaltet.
Geografie Höhenland gehört zu den sogenannten Freienwalder Barnimdörfern, da der Ort auf der Barnimhochfläche westlich von Bad Freienwalde (Oder) liegt.
Gemeindegliederung Zur Gemeinde Höhenland gehören die drei Ortsteile Leuenberg mit 1847 ha, Steinbeck mit 1378 ha (auf der Gemarkung liegt das Areal des abgegangenen Vorwerkes Dall) Wölsickendorf-Wollenberg mit 1011 ha (Wölsickendorf) und 1146 ha (Wollenberg).
Bewohnte Gemeindeteile sind Wollenberg und Wölsickendorf, Wohnplätze sind Ausbau Tiefensee, Bahnhof, Schmiede und Sternkrug.
Geschichte Leuenberg, Steinbeck, Wölsickendorf und Wollenberg gehörten seit 1817 zum Kreis Oberbarnim in der Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Bad Freienwalde im DDR-Bezirk Frankfurt (Oder). Seit 1993 liegen beide Orte im brandenburgischen Landkreis Märkisch-Oderland.
Der freiwillige Zusammenschluss der Gemeinden Leuenberg und Steinbeck zur Gemeinde Höhenland erfolgte zum 1. Mai 2002.StBA Wiesbanden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002. Die Gemeinde Wölsickendorf-Wollenberg wurde per Gesetz mit der Kommunalwahl am 26. Oktober 2003 zwangseingemeindet.StBA Wiesbanden (Hrsg.): Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003.
Leuenberg wurde im Zuge der deutschen Ostsiedlung im 13. Jahrhundert von Ritter von Löwenberg gegründet. Unter den ersten Siedlern fanden sich auch einige Niederländer und Flamen – ein Hinweis verbirgt sich im Ortsnamen, der früher auch Leeuwenberg lautete. Die Bauweise der Kirche (rechteckige Feldsteine, saubere Schichtung) weist auf eine Entstehungszeit im 13. Jahrhundert hin. Im Mittelalter gehörte ein Gut auf der Feldmark des Ortes zum Besitz des Zisterzienserinnen-Klosters Friedland. 1432 wurde der Ort von den Hussiten zerstört. Ab ca. 1450 befand sich Leuenberg im Besitz des Adelsgeschlechts derer von Pfuel. 1618 erhielt die Kirche eine Uhrglocke; die Inschrift lautet: Hans von Pfuel I.S.S. Hans Dietloff von Pfuel an 1618. Im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Kroaten Leuenberg fast völlig, auch die Kirche wurde abgebrannt. 1678 begann Oberstleutnant von Pfuel mit den ersten Wiederaufbauarbeiten. 1687 fiel Leuenberg an den Kurfürsten, der es dann der Familie von Lüderitz übergab. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde auch die Windmühle am Weg nach Heckelberg-Brunow wieder aufgebaut. Das „alte Schloss“ entstand 1692. Im Jahr 1695 wurde in Leuenberg eine Schule eingerichtet, deren erster Lehrer der Schneidermeister Georg Jänicke war. Anfang des 18. Jahrhunderts suchte eine Heuschreckenplage den Ort heim. Zu dieser Zeit wurden in Leuenberg u. a. Ziegel und Teer hergestellt. In den Befreiungskriegen 1813 bis 1815 fielen neun Leuenberger, von denen drei namentlich bekannt sind: Behring, Belak und Tietze. Ein neuer Kirchturm wurde 1855 vom Zimmermann W. Behring errichtet. Der zwei Kilometer entfernte Bahnhof der Bahnstrecke nach Königsberg (Neumark) wurde 1898 in Betrieb genommen.Märkische Oderzeitung, 19. September 2005, S. 10.M.Unterlauf: Ortsgeschichte und Ortschronik der Gemeinde Leuenberg. Eigenverlag, Leuenberg 1983. Steinbeck: urkundliche Erwähnung des Rittersitzes Stenbeke 1375. Von 1474 bis 1661 war Steinbeck im Besitz derer von Pfuel.Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie. Band 2, Ludwig Rauh, Berlin 1856, 196–197. Letzter Gutsherr für Steinbeck, Leuenberg und Wollenberg wurde Arnold Freiherr von Eckardstein-Reichenow (1907–1945), dessen Ehefrau Wiltrud, geb. Freiin von Blomberg (1911–1999), mit Schloss Iggenhausen ebenfalls Besitz nachweisen konnte.Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Freiherr von Lyncker und Ehrenkrook, Jürgen Thiedicke von Flotow: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häuser. B (Briefadel). 1954. Band I, Band 7 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Glücksburg/Ostsee 1954, S. 65–66. Wölsickendorf-Wollenberg: Wölsickendorf wurde 1375 erstmals erwähnt. Früher hieß der Ort Welskendorp oder Welsekendorf. Die Dorfkirche Wölsickendorf, welche Mitte des 13. Jahrhunderts errichtet wurde, ist sanierungsbedürftig und steht heute unter Denkmalschutz. 1639 kam Wölsickendorf in den Besitz derer von Pfuel, und dann für einige Generationen in das Eigentum derer von Bredow. Am 1. Oktober 1961 wurde der Ort mit Wollenberg zusammengeschlossen.Statistisches Bundesamt-Wiesbaden (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
Bevölkerungsentwicklung Jahr Leuenberg Steinbeck Wölsickendorf-Wollenberg Jahr Höhenland Jahr Höhenland 1964 501 344 581 2002 625 2020 1 038 1971 500 341 568 2003 1 073 2021 1 028 1990 354 215 384 2005 1 094 2022 1 043 1995 342 206 355 2010 1 029 2023 1 057 2000 382 230 452 2015 1 026 2024 1 053 2001 396 234 457 2025 1 049 2002 – – 448
Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Märkisch-Oderland. S. 22–25. PDFBevölkerung im Land Brandenburg seit 1991 nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden Tabelle 7, Zeile 159.Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember), ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022Bevölkerungsfortschreibung auf Basis Zensus 2022. PDF
Die Zunahme der Bevölkerungszahl im Jahr 2003 ist auf die Eingemeindung von Wölsickendorf-Wollenberg zurückzuführen.
Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Höhenland besteht aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte bei einer Wahlbeteiligung von 76,1 % zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024.
Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergruppe Höhenland – – 61,1 % 6 Bauern und ländlicher Raum 67,4 % 7 38,9 % 4 CDU 16,7 % 2 – – Einzelbewerber Frank Baptist 10,3 % 1 – – Einzelbewerber Ingo Michalski 5,6 % – – – Insgesamt 100 % 10 100 % 10
Bürgermeister 2003–2008: Ingolf SchmidtKommunalwahlen 26.10.2003. Bürgermeisterwahlen, S. 26 2008–2019: Helga Kowatzky (Aktionsliste Höhenland)Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. Bürgermeisterwahlen. S. 9.PDF seit 2019: Karsten Eschner
Eschner wurde in der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 ohne Gegenkandidat mit 88,0 % der gültigen Stimmen gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 26. Mai 2019 Am 9. Juni 2024 wurde er wiederum ohne Gegenkandidat mit 73,9 % der gültigen Stimmen in seinem Amt bestätigt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024
Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Höhenland stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.
mini|Bahnhof Leuenberg. Verkehr Höhenland liegt an der Bundesstraße 158 zwischen Werneuchen und Bad Freienwalde sowie an der Landesstraße L 341 zwischen Heckelberg und Wriezen.
In Leuenberg befindet sich ein Bahnhof, mit dem der Ort ab 1898 über die Wriezener Bahn mit Berlin, Wriezen sowie dem weiter entfernten Königsberg in der Neumark (heute: Chojna) verbunden war. Seit 1998 wird der Abschnitt zwischen Tiefensee und Wriezen, an dem Leuenberg liegt, nicht mehr bedient. Nach Berlin kommt man mit den Buslinien 887 und 882 der Barnimer Busgesellschaft, welche von Bad Freienwalde nach Werneuchen fahren, von Werneuchen aus fährt man dann weiter mit der Regionalbahnlinie RB25 bis nach Berlin-Ostkreuz.
Persönlichkeiten Adolf von Bredow-Ihlow (1763–1852), Großgrundbesitzer, Stifter d. Bredow-Hauses Ihlow. Gutsherr in Wölsickendorf, Ringenwalde und Buchow-Karpzow, Kurator der Ritterakdemie Brandenburg, Senior d. Domstifts Brandenburg. Katja Paryla (1940–2013), Schauspielerin, lebte in Wölsickendorf.
Weblinks
Amt Falkenberg-Höhe Steinbeck in der RBB-Sendung Landschleicher vom 3. Juni 2007 Wölsickendorf-Wollenberg in der RBB-Sendung Landschleicher vom 7. August 2005
Einzelnachweise
Kategorie:Gemeindegründung 2002