mini|Tastaturen sind weitverbreitete Eingabegeräte: Ein Nutzer drückt eine Taste auf der Tastatur und übermittelt damit eine Information an einen Computer oder ein anderes Gerät. mini|Standard-PC-Tastatur mit deutscher Tastaturbelegung E1 mini|Laptoptastatur mit deutscher Belegung, die bogenförmige Tastenanordnung setzte sich um 2000 nicht durch mini|Japanische Tastatur mini|Historische japanische Computertastatur

Eine Tastatur ist ein peripheres Eingabegerät nach dem Vorbild der Schreibmaschinentastatur, das als Bedien- und Steuerelement eine Anzahl von mit den Fingern zu drückenden Knöpfen oder Tasten verwendet, die als mechanische Hebel oder elektronische Schalter fungieren. Anstelle der frühen Lochkarten- und Lochstreifentechnologie ist seit den 1970er Jahren die Interaktion über Fernschreibertastaturen die wichtigste Eingabemethode für Computer, seit den 1980er Jahren ergänzt durch die Computermaus. Auf den Tasten einer Tastatur ist in der Regel eine Reihe von Zeichen eingraviert oder aufgedruckt, und jeder Tastendruck entspricht in der Regel einem einzelnen Zeichen. Für einige Symbole müssen jedoch mehrere Tasten gleichzeitig oder nacheinander gedrückt werden, und während die meisten Tasten Zeichen (Buchstaben, Zahlen oder Symbole) erzeugen, können andere Tasten (z. B. die Escape-Taste) den Computer auffordern, Systembefehle auszuführen. Bei modernen Computern wird die Interpretation der Tastendrücke in der Regel der Software überlassen: Die an den Computer gesendete Information, der Scancode, teilt ihm lediglich mit, welche physische(n) Taste(n) gedrückt oder losgelassen wurde(n). Heute sind die meisten Tastaturen elektronisch. Es gibt jedoch auch andere Funktionsprinzipien, wie z. B. mechanische oder pneumatische Tastaturen. Tastaturen gibt es für eine Vielzahl von technischen Geräten, darunter Computer, Fernbedienungen, Telefone und Mobiltelefone. In der Regel wird die Tastatur als Texteingabeschnittstelle für die Eingabe von Text, Zahlen und Symbolen in eine Anwendungssoftware wie ein Textverarbeitungsprogramm, einen Webbrowser oder eine Social-Media-Anwendung verwendet.

Eine Computertastatur hat im Vergleich zu einer Schreibmaschinentastatur mehr Tasten, die zur Bedienung des Computers und ggf. dessen Peripherie dienen. Sie hat teilweise eine andere Tastaturbelegung und auch -beschriftung. Eine feststehende Anordnung gibt es nicht. Jede Systemarchitektur hat gewisse Besonderheiten, insbesondere sorgt der begrenzte Raum bei Notebooks für weitere Eigenheiten. Wesentliche Unterschiede zur Schreibmaschinentastatur sind der geringere Hubweg (Distanz von der Berührung des Fingers bis zum Anschlag) sowie der geringere Energieaufwand beim Herunterdrücken der Tasten. Dadurch ist die Haptik auch anders. Einige Computertastaturen sind hintergrundbeleuchtet, sodass die Tasten auch bei Dunkelheit sichtbar sind.

Ergonomie Mehrere Aspekte der Tastatur erfordern die Berücksichtigung ergonomischer Aspekte: Die hardwareseitige Gestaltung der Tastatur, also die Bauform als die dreidimensionale Gestaltung der Tastatur als physischem und haptischem Gegenstand, speziell die tatsächliche Tastengröße und die Anordnung der Tasten auf diesen Gegenstand. Die optische Ausgestaltung der Tasten, so Farbgebung und speziell die Beschriftung (Größe, Deutlichkeit und damit Leserlichkeit der Schriftzeichen, die die mit den jeweiligen Tasten eingebbaren Zeichen bzw. aufrufbaren Funktionen repräsentieren). Die Tastaturbelegung, also die Verteilung der insgesamt mit der Tastatur eingebbaren Zeichen oder der Symbole der dafür erforderlichen Funktionstasten bzw. der Symbole für die mit den Tasten aufrufbaren Funktionen auf die vorhandenen Tasten.

Bauformen mini|Tastenraster nach ISO/IEC 9995-1:2026

Je nach Anwendungszweck und Bedarf gibt es für die Computereingabe verschiedene Bauformen mit unterschiedlichen Eigenschaften. Neben dem Layout unterscheiden sich Tastaturen durch die Tastentechink. Der äußerlich auffälligste Unterschied zeigt sich bei den Tastenkappen mit großen Blöcken oder flachen Chiclet-Tasten. Weitere Ausführungen hierzu finden sich im Abschnitt Tastentechnik weiter unten.

Für Europa relevant sind hauptsächlich die sogenannten ISO- und ANSI-Tastaturen, selten auch das japanische Layout. Diese unterscheiden sich vor allem bei Form und Größe der Eingabetaste: bei der US-amerikanischen ANSI-Variante ist diese einzeilig ausgelegt, während sie sich bei der europäischen ISO- und der japanischen Variante über zwei Zeilen erstreckt und eine gedrehte L-Form hat. Für die Nutzung am PC kann die jeweilige Variante auch schon mal Probleme machen, wenn sie falsch erkannt oder falsch konfiguriert wurde.

Laptoptastatur Laptoptastaturen nutzen Chiclet-Tasten wegen der niedrigen Bauhöhe. Die Größe der Tasten weicht der üblichen Desktoptastatur ab, damit es zum Formfaktor des Laptops passen. Auch weicht die Tastenanordnung oft ab, damit ein kompakteres Format entsteht.

Kompakte Bauformen

mini|TKL-Tastatur

Kompakttastaturen nehmen eine kleinere Grundfläche ein als herkömmliche Bauformen. Besonders verbreitet sind dabei Tastaturen ohne den üblichen Ziffernblock einer sogenannten Volltastatur. Diese werden häufig mit dem Zusatz TKL versehen, der als Akronym für TenKeyLess, also ohne Zehnerblock steht.

Ergonomische Bauformen mini|Ergonomische Faktoren bei der Tastaturnutzung: Hand- und Unterarmrotation, Hand- und Ulnerationswinkel, Ellenbogenabstand und Schulterrotation

Spätestens seit den 1970er Jahren gibt es Ansätze, bestimmten Problemen, die bei der Arbeit mit „normalen“ Tastaturen auftreten können (z. B. RSI-Syndrom), durch ergonomische Tastaturen entgegenzuwirken. Diese vermeiden die Anordnung der Tasten in durchgehenden geraden horizontalen Reihen, sondern ordnen sie je nach Konstruktion und Bauart in gebogenen oder geknickten (durchgehenden oder unterbrochenen) Linien oder auch ganz anders an. Außerdem sind bei einigen Konstruktionen Teile der Tastatur gegenüber der Auflagefläche erhöht.

Belastbare Studien, die direkt belegen, dass solche von der Bauform her ergonomische Tasturen die Gesundheitsprobleme bei Computerarbeit reduzieren, sind nicht unbedingt umfassend, da viele Faktoren hier eine Rolle spielen. Solche Tastaturen können zumindest Muskelspannungen in Arm, Schulter und Nacken durch das Platzieren von Hand und Arm in Neutralposition verringern, was dem Prinzip der Ergonomie entspricht.

Grundsätzlich erfordern ergonomische Tastaturen eine Umgewöhnung, womit sich bei der Auswahl immer auch die Nutzenfrage stellt.

Zweigeteilter Buchstabenblock mini|Ergonomische Tastatur „Microsoft Natural Keyboard 4000“, um 2005

Anfang der 1990er Jahre wurden weitere Tastaturen auf den Markt gebracht (namentlich von der deutschen Firma Marquardt in Zusammenarbeit mit der Fraunhofer-Gesellschaft), die durch eine natürlichere Stellung der Hände ein ermüdungsfreies und gesundes Arbeiten ermöglichen sollen. Diese Tastaturen sind zweigeteilt und A-förmig gebogen. Außerdem sind die beiden Teile wie ein Schwalbenflügel in sich erhöht, und die Tastatur kann – optional – nach hinten abfallen, wohingegen „normale“ Tastaturen nach hinten ansteigen und die Handgelenke der Nutzer permanent in eine angespannte Haltung zwingen. Die Handballen liegen auf einem Polster auf. Die ergonomische Tastatur ermöglicht eine natürlichere Schreibhaltung als die normale Tastatur, weil die Hände beim Schreiben nicht nach außen und oben gebogen werden müssen, sondern mit dem Unterarm in einer Linie bleiben. Nachteilig sind solche Tastaturen beim „Zweifingersuchsystem“ von Wenigschreibern und bei gleichzeitiger Verwendung von Maus und Tastatur.

mini|Teilbare Tastatur mit kompaktem Layout Teilbare Tastaturen (Split Adjustable) ermöglichen es, die Tastenblöcke in zur eigenen Schulterbreite passend auf den Tisch zu legen und beliebig zu verdrehen, entsprechend den Vorlieben des Nutzers. Solche Tastaturen haben häufig keinen Ziffernblock (siehe unten zu „TenKeyLess“-Tastaturen), damit die Maus enger an der Tastatur platziert werden kann. Für bessere Nutzerakzeptanz sind Armpolsterungen optional und nicht fest verbaut, genau so die Wölbung zur Mitte.

Unversetze Tasten mini|Teilbare Tastatur mit unversetzter Tastenanordnung

Die Ergodox-Tastatur verfolgt mit vertikal geradlinig, also unversetzt angeordneten Tasten und separaten Tastenblöcken für die Daumen ein ähnliches Konzept wie die Maltron-Tastatur, jedoch sind linke und rechte Tastaturhälfte physikalisch getrennt und somit voneinander unabhängig positionierbar. Hardware und Firmware sind frei lizenziert, die Tastatur kann als Bausatz oder über Dienstleister fertig zusammengebaut erworben werden.

Bei der „Column Stagger“-Anordnung sind stattdessen die Tastenspalten leicht versetzt, sodass Tasten für den kleinen Finger nach unten verschoben werden.

Contoured surface mini|Maltron-Zweihandtastatur

Eine Entwicklung aus den 1970er Jahren (von Lillian Malt und Stephen Hobday) ist die Maltron-Tastatur. Der Tastenblock für die linke und rechte Hand sind mit größerem Abstand angeordnet und je einem zusätzlichen Tastenblock für die beiden Daumen ergänzt. Die Tastatur wird sowohl mit an QWERTY und Dvorak angelehnten Tastaturbelegungen produziert als auch mit einer eigens auf die Ergonomie der Tastatur hin entwickelten. Die Maltron-Tastatur ist auch mit Stand November 2025 noch seitens des Herstellers erhältlich.

Ein Anbieter ähnlicher Tastaturen (mit Stand November 2025) ist Kinesis.

Inseltastatur mini|Slim­line-Tas­ta­tur von Apple mit Insel­tasten

Als Inseltastatur, Insel-Design, Insel-Look oder englisch wird eine Tastatur bezeichnet, bei der zwischen den Tasten ein Abstand besteht; das Gehäuse der Tastatur hat dementsprechend einzelne Löcher für jede Taste. Daher hat eine derartige Tastatur eine gewisse Ähnlichkeit mit Kaugummitastaturen, welche ebenfalls (konstruktionsbedingt) für jede Taste ein einzelnes Loch haben. Dementsprechend kann der englische Begriff chiclet keyboard für beide Arten stehen.

LCD-Tastaturen Bereits 1985 wurde eine Tastatur vorgestellt, deren Tasten mit kleinen LCDs versehen waren, wodurch ihre Beschriftung vom Benutzer jederzeit umprogrammiert werden konnte. Ein weiteres Beispiel solcher Konstruktionen ist die 2007 vorgestellte Optimus-Maximus-Tastatur. Wegen des erheblich höheren Preises müssen derartige Geräte als Nischenprodukte angesehen werden. Auch Tastaturen auf Grundlage eines TouchscreensOptimus Tactus: Display als Tastatur, auf golem.de konnten sich bislang als eigenständiges Peripheriegerät nicht durchsetzen.

mini|Multilinguale Einhandtastatur „TiPY Keyboard“, 2018

Einhandtastaturen mini|Gamer-Einhandtastatur „Flexiglow CyberSnipa“ mit eingeschränktem Tastenumfang, 2008

Einhandtastaturen sind speziell entwickelte Eingabegeräte, die es ermöglichen, Computer oder andere Geräte effizient mit nur einer Hand zu bedienen. Sie wurden primär entwickelt, um Menschen mit körperlichen Einschränkungen zu unterstützen, die aufgrund von Unfällen, Erkrankungen oder angeborenen Beeinträchtigungen nicht beide Hände nutzen können. Diese Tastaturen bieten ergonomische Designs, angepasste Tastenlayouts und intuitive Funktionen, um die digitale Teilhabe und Unabhängigkeit zu fördern.

Einhandtastaturen mit dem vollständigen Umfang einer Standardtastatur werden in der Regel als Artikel für die berufliche Rehabilitation im entsprechenden Fachhandel angeboten.

Einhandtastaturen haben auch Anwendungsbereiche für Nutzer ohne körperliche Einschränkungen. So ermöglichen sie, mit der zweiten Hand gleichzeitig ein anderes Gerät zu bedienen, beispielsweise in kreativen oder beruflichen Arbeitsumgebungen, wo Multitasking und Effizienz gefragt sind.