Mauritz Henrik Glogau (auch: Heinrich Glogau, Pseudonym: Gotthold Logau, geb. am 29. Juli 1821 in Bergen; gest. 17. August 1877 in Frankfurt am Main) war ein deutscher Schriftsteller, Geograph und Ökonom.

Leben Henrik Glogau war der Sohn des jüdisch-stämmigen deutschen Kaufmanns Heinrich Glogau und dessen zweiter Frau Marie Severin, die als konvertierte Christen in norwegischen Bergen lebten. Der Vater starb wenige Monate nach Henriks Geburt und die Mutter siedelte mit dem Kind zurück nach Detuschland, wo Henrik aufwuchs. mini|Cover der Publikation "Das Strahlende Bergwerk" von Max Osterberg (1891) Henrk Glogau studierte zunächt in Gießen Chemie, unter anderem bei Justus von Liebig, begann später in Jena ein Studium der Medizin, wandte sich dann aber Musik, Kunst und Dichtung zu und zog nach Stuttgart, wo er mit Friedrich Wilhelm Hackländer bekannt wurde und frühes Mitglied der Kunstgesellschaft „Das strahlende Bergwerk“ war. Aus seiner Stuttgarter Zeit stammen zum Teil unter dem Pseudonym „Gotthold Logau“ veröffentlichte Novellen, die meist in belletristischen Zeitschriften erschienen, und die drei Dramen: „Ein deutsches Herz“ (über das Schicksal des Ulrich von Hutten), „Arnold von Brescia“ und „Der Turm des Sisebut“, die in Theatern in Stuttgart, Frankfurt und Weimar aufgeführt wurden. Zwei seiner Gedichte, Abschied und Heimkehr, wurden von Joachim Raff vertont, für dessen Oper König Alfred Glogau (unter dem Pseudonym Gotthold Logau) das Libretto verfasste.Helene Raff: Joachim Raff. Portrait of a Life. 2012, S. 50 (ISBN 978-1-471060-250)

Da er von seiner mäßig erfolgreich künstlerischen Tätigkeit jedoch kaum leben konnte, vernichtete Glogau die meisten seiner Schriften und kam 1853 nach Frankfurt am Main, wo er ein Studium der Nationalökomie absolvierte.

1858 gründete er die volkswirtschaftliche Zeitschrift „Der Compass“ und war 1863 bis 1877 Sekretär (1. Syndikus) der Frankfurter Handelskammer, wo er die Herausgabe von Jahresberichten etablierte und die Bibliothek der Kammer erweiterte. Ab 1865 hielt er alljährlich Vorlesungen über Fortschritte der Erdkunde und damit zusammenhängende Zeitereignisse, wozu er wichtige, neu erschienene geographische Bücher und Karten vorstellte und deren Bedeutung erläuterte. 1873 wurde er Vorsitzender des Frankfurter Vereins für Geographie und Statistik und war 1874 Vorstands- und Jurymitglied des Kongresses der Internationalen Geographischen Union in Paris, wo er mit der Großen goldenen Medaille ausgezeichnet wurde.

Am 17. August 1877 starb Glogau nach langer Krankheit in Frankfurt am Main.

Schriften Ein deutsches Herz. Trauerspiel in 5 Akten, 1848theatergeschichte.org Die Hermannsschlacht. 1849 (Libretto zum Werk von Carl Amand Mangold)IMSLP Petrucci Music Library König Alfred. 1851 (Libretto zum Werk von Joachim Raff) Arnold von Brescia Der Turm des Sisebut Die Handelsgeographie der europäischen Staaten (Fragment)

Herausgeberschaft Der Compass. Archiv für das gesammte Gebiet der Volkswirthschaft mit besonderer Berücksichtigung Deutschlands und deutscher Interessen. Frankfurt a/M., Schümann. In Monatsheften. Halbjährlich V/2

Weblinks Hock, Sabine: Glogau, Heinrich. Artikel aus der Frankfurter Biographie (1994/96) in: Frankfurter Personenlexikon (Onlineausgabe) Hantzsch, Viktor: Glogau, Henrik. In: Allgemeine Deutsche Biographie 49 (1904), S. 397–399 [Online-Version]

Einzelnachweise

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