mini|Pfarrkirche St. Josef Algund Die römisch-katholische Pfarrkirche zum Hl. Joseph ist eine Kirche moderner Architektur in Algund in Südtirol. Sie wurde 1966–1971 nach den Plänen von Willy Gutweniger erbaut und 1977 geweiht. Sie zählt zu den modernsten Sakralbauten im Alpenraum.

Geschichte Seit Ende des 18. Jahrhunderts verlagerte sich der Dorfkern von Algund immer weiter vom bergseitigen alten Dorf in Richtung des Mühlbachs im Süden. So wurde bereits 1953 ein Plan des Stuttgarter Architekten Otto Linder beim fürstbischöflichen Ordinariat von Trient eingereicht, welchem die Pfarre damals untergeordnet war. Dem damaligen Pfarrer Herrmann von Stenizer war der Neubau der Kirche im neuen Dorfkern ein großes Anliegen. Der 1955 neu nach Algund gekommene Pfarrer Joseph Chronst übernahm das Anliegen und führte eine inoffizielle Volksbefragung im Dorf durch. Von damals 374 Algunder Familien waren 359 für den Kirchenneubau und boten finanzielle Unterstützung an. Daraufhin wurde ein Baukomitee gewählt und der Bau geplant. Die Obstbauern verpflichteten sich dafür, für die folgenden zehn Jahre eine Lira pro verkauftem Kilogramm Obst für den Kirchenneubau aufzuwenden. Auch Beherbergungsbetriebe, Handwerker und Handelsleute verpflichteten sich zu Kontributionszahlungen. Mit 100 Millionen Lire trugen Bauern am meisten zum Neubau bei. Der Stuttgarter Architekt Otto Linder hatte bereits Kirchen in Lana und Prad geplant, deswegen wollten die Algunder etwas Neues ausprobieren. Sie engagierten das Meraner Architektenpaar Willy und Lilly Gutweniger für einen neuen Plan. Mehrere Jahre lang wurde nach einem passenden Grundstück gesucht, bis am ersten Mai 1966 die feierliche Grundsteinlegung erfolgte. 1971 wurde die Kirche baulich fertiggestellt, war jedoch noch nicht ausgestattet. Auch das Widum für die neue Pfarrkirche wurde noch gebaut. 1975 wurde das Widum fertiggestellt und am 13. März 1977 wurde die Pfarrkirche feierlich geweiht. Franz Pixner war damals als Nachfolger für den 1975 nach Tramin berufenen Pfarrer Joseph Chronst im Amt. Seit 2024 steht das Gebäude unter Denkmalschutz.

Architektur und Ausstattung mini|Blick in den Altarraum Der Hauptraum der modernen Kirche ist in Form eines Hexagons ausgeführt, dieses soll als Bienenwabe für den Fleiß und die Gemeinschaft stehen. Die drei bunten Glasfenster im inneren, angeordnet wie ein Dreieck, sollen Lebensfreude, Hoffnung und Trauer bzw. Karfreitag und Ostern darstellen. In der Kirche steht unter anderem eine gotische Statue von Maria mit dem Jesukind, welche um das Jahr 1500 vom Künstler Friedrich Pacher geschaffen wurde. Die Orgel wurde 1977 von Reinisch-Pirchner aus Steinach am Brenner erbaut. Der spitz zulaufende Kirchturm ist 70 Meter hoch und prägt das Bild des neuen Dorfkerns von Algund. Aus der alten Pfarrkirche wurden die drei großen Glocken des Gießers Brighenti aus Bologna in den neuen Turm überführt, 1969 wurden drei weitere, neue Glocken des Gießers Czudnochowsky aus Erding hinzugefügt. Es sind die einzigen bekannten Glocken dieses Gießers in Südtirol. Alle Glocken werden mit Klöppelfängern im typischen Südtiroler Hochschwung geläutet.

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Einzelnachweise

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