mini|Wappen von Caldas da Rainha seit 1491 Das Wappen von Caldas da Rainha, Hauptstadt der Subregion Oeste, zählt zu den drei Gemeindewappen in Portugal, die noch aus der vorrepublikanischen Ära stammen und daher nicht gesetzlich festgelegt sind. Es ist in unveränderter Form seit 1491 in Gebrauch, als es von Königin Eleonore verliehen wurde.

Beschreibung In der Heraldik werden die Bezeichnungen rechts und links grundsätzlich aus der Sicht der Person verwendet, die den Schild vor sich her tragen würde, also entgegengesetzt zur Sicht des Betrachters.

Im Zentrum des Wappens befinden sich zwei nebeneinander angeordnete silberne Schildlein. Auf jedem davon sind fünf kleine blaue Wappenschildchen (Quinas) kreuzförmig angeordnet, die jeweils mit fünf Bezanten belegt sind. Das linke silberne Schildlein besitzt ein dunkelblaues Schildhaupt, das einen goldenen doppelköpfigen Adler trägt. In der Abbildung rechts wird dieser nicht korrekt wiedergegeben. Der Wappenschild besitzt einen breiten roten Rand, in den ein ebensolcher Mittelpfahl integriert ist. Dieser Rand trägt dreizehn goldene Kastelle mit schwarzen Tor- und Fensteröffnungen, je 4 auf beiden Seiten und 5 in der Mitte. Der Wappenschild wird von zwei silbernen Schilden flankiert; der linke zeigt ein schwarzes Fischernetz und der rechte einen goldenen Pelikan, der seine Jungen füttert.  Auf dem Schild liegt eine offene goldene Königskrone.

Historische Herkunft der Wappenbestandteile Die beiden silbernen Schildlein entsprechen dem portugiesischen Wappen, wie es König Johann II. 1485 auf einer Ratsversammlung in Beja festgelegt hatte. Da Caldas da Rainha zum Gutsbesitz von Königin Leonor gehörte, erhielt es dieses Wappen. Der goldene Doppeladler im linken Schildlein wurde angeblich aus dem Wappen der Familie Lancaster, zu der Königin Leonor als Urenkelin von Philippa of Lancaster gehörte, aufgenommen. Es gibt aber keinen Bezug zu einem Doppeladler, weder bei den englischen noch den portugiesischen Lancasters. Die goldenen Kastelle nehmen Bezug auf die Reconquista Portugals von den Mauren bis 1248. Sie symbolisieren die Verteidigung und die Macht des Königreichs. Ihre Zahl betrug anfänglich 16 und ging im Laufe der Jahrhunderte auf die heutigen sieben zurück.

Das Netz im Schild auf der linken Seite ist ein sog. Camaroeiro, ein Netz, das die Küstenfischer zum Garnelenfang benutzen. Es erinnert an den Unfalltod des Infanten Alfons, Sohn von Johann II. und Leonor. Er stürzte am 12. Juli 1491 am Ufer des Tejo bei Santarém vom Pferd und starb, obwohl er sofort von einigen Fischern gerettet und in einem derartigen Netz zu ihrem Haus transportiert wurde. Der Pelikan im Schild auf der rechten Seite, der seine Jungen nach einer Legende mit seinem Blut nährt, symbolisiert zum einen die Opferbereitschaft von Johann II. und die Trauer über den Verlust des Thronfolgers.

Einzelnachweise

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