Pabbay (schottisch-gälisch Pabaigh)Mac an Tàilleir, Iain, (2003) "Placenames K-O" (pdf) Edinburgh. Pàrlamaid na h-Alba. Abgerufen am 8. Juni 2008. ist eine Insel der Bishop's Isles im Süden der Äußeren Hebriden, die zu Schottland gehören.
Etymologie Der Name Pabbay stammt aus dem Altnorwegischen. Die Insel hieß bei den Wikingern ursprünglich Pabey – wobei pab sich auf die hier ehemals ansässigen Papar bezieht; die Endung -ey bedeutet Insel. Pabbay war somit „die Insel der Papar“ (Mönchsinsel).
Geographie Pabbay liegt zwischen Mingulay im Südwesten und Sandray im Nordosten. Das 2,5 Kilometer entfernte Mingulay wird durch den Sund von Mingulay (Caolas Miùghlaigh) abgetrennt. Der Sund von Pabbay (Caolas Phabaigh) trennt die Insel vom 3,7 Kilometer entfernten Sandray. Im Sund von Pabbay vorgelagert befinden sich noch zwei kleinere Inseln – Lingeigh (Heisgeir a-Muigh) und das kleine Grianamul (auch Greanamul oder Heisgeir a- Staigh).
Pabbay ist in Ost-West-Richtung 2,5 Kilometer lang und in Nord-Süd-Richtung maximal 1,7 Kilometer breit. Die Insel besitzt im Südosten in Rosinish (Ròisinis oder auch Rubha Phabach) ein etwa 1 Kilometer langes, schmales, nach Südosten ausgerichtetes Anhängsel, das über eine natürliche Felsbrücke mit der Hauptinsel verbunden ist.
Die Grundfläche der Insel beträgt 2,5 Quadratkilometer.
Die einzige größere Bucht Bàgh Bàn liegt im Nordosten der Insel – in etwa vergleichbar mit der Mingulay Bay auf Mingulay. Auch sie ist dem Atlantik abgewandt und gegen Nord- und Westwinde gut geschützt. Sie stellt daher bereits seit der Vergangenheit den idealen Landungsplatz für etwaige Siedler dar.
Geologie Pabbay wird in seiner Gesamtheit von neoarchaischen Gneisen des Lewisians (Lewisian Gneiss Complex – LGC) unterlagert. Hierbei handelt es sich um polymetamorphoses Grundgebirge, das den Grad der Amphibolit-Fazies erreicht hat. Reliktuell können auch granulitfazielle (trockene) Absonderungen inkorporiert sein. Bei diesen so genannten Graugneisen handelt es sich um TTG-Gneise des Neoarchaikums, deren Protolithe auf rund 2700 Millionen Jahre vor heute zurückgehen. Strukturell gehören die Quarz-Feldspat-Gneise zum Uist/Barra-Block. Die Quarz-Feldspat-Gneise enthalten auch Biotit, Hornblende und Alkalifeldspat, wobei die mafischen Phasen die Foliation des Gesteins festlegen.
Geschichte Auf Pabbay finden sich im äußersten Nordosten (bei Dùnan Ruadh) Reste eines eisenzeitlichen Brochs, die noch auszumachen sind. Der Broch stammt wahrscheinlich aus dem 1. Jahrhundert.
Während des frühen Mittelalters bestand auf der Insel eine Einsiedelei gälischer Mönche (Papar). So lassen sich frühmittelalterliche Überreste christlicher Bauten mit jahrhundertelangen Begräbnislagen nach wie vor erkennen – womit die religiöse Bedeutung der Insel eindeutig unterstrichen wird.
mini|Der Pabbey Stone
Aus derselben Zeit stammt auch eine Steinskulptur der Pikten – der Pabbay Stone. Er ist bemerkenswert und stellt ein sehr seltenes Exemplar seines Typs in diesem abgelegenen Teil Schottlands dar (bisher wurden nur zwei Steine dieser Art auf den Western Isles gefunden). Die Gravuren sind bereits sehr stark verblasst, sie sind aber noch gut interpretierbar. Am unteren Ende des Steins befinden sich eine Blume, möglicherweise eine Lilie, darüber eine Sichel und ein V-förmiges Zeichen – alles typische Symbole der Pikten. Das einfache Kreuz am oberen Ende war wahrscheinlich später eingemeisselt worden.
Im Friedhofsgelände finden sich weitere kreuzverzierte Steine.
Pabbay konnte nie eine größere Bevölkerung unterhalten. Ein katastrophaler Sturm auf dem Atlantik am 1. Mai 1897 tötete einen Großteil der heimischen Fischer. Dies führte zu einem Exodus der Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Seit dem Jahr 2000 gehört Pabbay dem National Trust for Scotland.
Siehe auch Äußere Hebriden Bishop's Isles Lewisian Mingulay Papar Sandray (Äußere Hebriden) Schottland Sea of the Hebrides
Weblinks
Einzelnachweise
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