Römisch Reich war ein historisches Bergwerk im Johanngeorgenstadter Bergrevier im sächsischen Erzgebirge. Die Römisches Reich Fundgrube lag am Schwefelbach und gehörte zum Bergamtsbezirk Johanngeorgenstadt. Später wurde der Name auf den Römisch-Reich-Stolln übertragen, der mit dem Goldener-Löwe-Stolln verbunden und zeitweise als Johanngeorgenstädter Kommunstolln betrieben wurde.Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg: Grubenakten des Bergreviers Schwarzenberg, Nr. 818.

Geschichte Die Römisches Reich Fundgrube am Schwefelbach (Schwefelbächlein) ist für das 17. Jahrhundert archivalisch belegt. In den Bergamtsakten von Johanngeorgenstadt finden sich unter anderem Nachrichten über die im Bergquartal Luciae 1695 erfolgte Mutung und nachfolgende Belehnungen sowie über den Verkauf von Kuxen an Gewerken der damals bereits auflässigen Römisch-Reich-Fundgrube. In der Engelschall-Chronik von Johanngeorgenstadt aus dem Jahre 1723 ist die Lage des Bergwerks verzeichnet, das zu diesem Zeitpunkt bereits keinen nennenswerten Ertrag erbrachte.Johann Christian Engelschall: Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johanngeorgenstadt, Leipzig 1723, S. 219f.

Im 18. und 19. Jahrhundert wurde der Name Römisch Reich auf den Stolln übertragen, der mit dem Stolln vom Goldenen Löwen verbunden war, jenem Bergwerk, von dem der heutige Lehmergrund seinen Namen hat. Goldener Löwe samt Römisch Reich-Stolln lag im Jugler Gebirge. Das Stollensystem diente unter anderem der Erschließung des Jugler Zwitterstrichs beziehungsweise des Goliath-Ganges.Sächsisches Staatsarchiv, Bergarchiv Freiberg: Grubenakten des Bergreviers Schwarzenberg, Nr. 948, Goldener Löwe samt Römisch Reich- oder Kommun Stolln im Jugler Gebirge bei Johanngeorgenstadt, 1818–1832.

Der Stollen wurde zeitweise als Kommunstolln der Stadt Johanngeorgenstadt genutzt. Im 19. Jahrhundert wurde der Johanngeorgenstädter Kommunstolln vom Goldener Löwe samt Römisch Reich-Stolln auf einen Flügel des Liebe Gottes Stolln im Feld der Treue Freundschaft verlegt. Das zugehörige Huthaus wurde anschließend an die Gewerkschaft der Getreuen Einigkeit verkauft; schließlich kam es zur Lossagung vom Römisch-Reich-Stolln und zum Abriss des Huthauses im ausgehenden 19. Jahrhundert.

Der Name Römisch Reich blieb noch einige Zeit als Flurname erhalten. Die Stadt Johanngeorgenstadt bezeichnete noch in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts das dortige Waldgebiet als Römisch Reich. 1928 wurde in diesem Wald eine große Skisprungschanze errichtet, die im Januar 1929 als Hans-Heinz-Schanze eingeweiht wurde.

Literatur Johann Christian Engelschall: Beschreibung der Exulanten- und Bergstadt Johanngeorgenstadt, Leipzig 1723 (Erweiterter Nachdruck: Stuttgart 1997) (Digitalisat Originalausgabe) Frank Teller: Bergbau und Bergstadt Johanngeorgenstadt (1654–1945), Verlag Förderverein Pferdegöpel Johanngeorgenstadt e. V., Johanngeorgenstadt 2001

Einzelnachweise

Kategorie:Stillgelegtes Bergwerk in Sachsen Kategorie:Ehemaliges Unternehmen (Johanngeorgenstadt) Kategorie:Ersterwähnung im 17. Jahrhundert