Aleidis (Adelheid) von Wildenberg (* unbekannt; † 23. April 1237) war von 1216 bis zu ihrem Tod Fürstäbtissin des Stifts Essen.

Leben und Wirken Aleidis wurde im Jahr 1216 als Nachfolgerin von Elisabeth I. zur Äbtissin gewählt. Sie war zuvor bereits Pröpstin des Stifts Essen.

Konflikt mit dem Grafen Friedrich von Isenberg In ihrer Amtszeit kam es zu einem schweren Konflikt zwischen dem Stift und dem Grafen Friedrich von Isenberg. Dieser war Vogt des Essener Stifts und wollte die Erblichkeit dieser Position erreichen. Zudem begann er eigenmächtig, Beamte auf den Gütern des Stifts einzusetzen und von den Bewohnern der Güter eigene Abgaben zu erpressen. Auch mehrere Schultheiße versuchten, sich die von ihnen im Auftrag des Stifts verwalteten Güter anzueignen.

Hiergegen wehrte sich das Stift vehement. Unter anderem ließ Aleidis zwei alte Urkunden fälschen, indem sie diesen einen zusätzlichen Absatz hinzufügen ließ, der das Recht des Stifts zur freien Wahl des Vogts betonte und die Kompetenzen des Vogts einschränkte.

Ferner baten die Stiftsdamen den Kölner Erzbischof Engelbert von Berg um Unterstützung in der Angelegenheit. Hierauf reagierte Engelbert zunächst nicht, da es sich bei Friedrich von Isenberg um seinen Neffen 2. Grades handelte, den er selbst mit der Isenburg beliehen hatte. Sodann wandte sich Aleidis mit der Bitte um Unterstützung wiederholt an Kaiser Friedrich II. und an Papst Honorius III. Da der Papst bereits ähnliche Klagen aus anderen Stiften und Klöstern über deren Vögte erhalten hatte, ordnete er am 1. März 1221 an, dass Erzbischof Engelbert dafür zu sorgen habe, dass sich die Kirchenvögte der Kölner Kirchenprovinz mit den ihnen seit Alters her zukommenden Einkünften zufriedengeben. Am 15. März 1221 forderte er den Erzbischof erneut auf, in der Angelegenheit tätig zu werden.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland Kurköln I AA 0006 Urkunde Nr.1 Link |

Hierfür berief der Kölner Erzbischof unter anderem Anfang November 2025 einen Landtag in Soest ein, an dem er auch mit Friedrich von Isenberg verhandelte. Die Stimmung war aufgeheizt, die Gespräche blieben ergebnislos und wurden nach drei Tagen abgebrochen und vertagt. Auf dem Rückweg von Soest nach Köln wurde der Erzbischof am 7. November 1225 bei Gevelsberg überfallen und in einem Handgemenge erstochen. Für den Mord wurde Friedrich von Isenberg verantwortlich gemacht, der daraufhin am 13. November 1226 in Köln gerädert wurde. Auch sein Wohnsitz, die Isenburg an der Ruhr, wurde zerstört. Die Stiftsdamen waren die lachenden Dritten, die durch diese Ereignisse den ungeliebten Vogt loswurden.

Weitere Ereignisse in Aleidis Amtszeit Mit der Unterstützung des Reichsvogts Adolf von Gymnich gelang es Aleidis im Jahr 1227 durch einen Vergleich Schultheiß Ritter Hermann von Borbecke abzusetzen und den Hof wieder unter die Kontrolle des Stifts zu bringen.

Am 9. Dezember 1230 bestätigte König Heinrich VII. Aleidis auch die Rechte des Stifts an der Vogtei Rellinghausen, aus der es zuvor durch den Graf Adolf I. von der Mark verdrängt worden war.Archiv Nordrhein-Westfalen Abteilung Rheinland AA 0248 Urkunde Nr. 27 Link |

Aleidis war die erste Äbtissin des Essener Stifts, die in einer Urkunde 1228 als Fürstäbtissin bezeichnet wird.

Sie starb nach etwa 21-jähriger Regierungszeit am 23. April 1237 und wurde im Essener Münster beigesetzt. Ihre Nachfolgerin als Fürstäbtissin in Essen wurde Elisabeth II.

Einzelnachweise

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