mini|Parkanlage Alter Deutzer Friedhof (2026) mini|Relikte des ehemaligen Friedhofs (2026) Der Alte Deutzer Friedhof ist ein ehemaliger Kommunalfriedhof im Kölner Stadtteil Deutz. Er wurde 1822 eröffnet und 1922 geschlossen. Heute wird er als Park genutzt.

Geschichte Bis zum 19. Jahrhundert existierte in Deutz ein Friedhof, der zur Pfarrkirche Alt St. Urban gehörte, der ersten Kirche im heutigen rechtsrheinischen Köln. Zu Beginn des Jahrhunderts beanspruchte das preußische Militär das Gelände des Kirchhofs am Rhein für sich, um dort Kasernen zu errichten. Der damalige Bürgermeister von Deutz Wilhelm Franz Neuhöffer und der „Ingenieur vom Platz“ Erdmann von Uthmann wählten 1819 ein Grundstück östlich vor den Toren der Stadt an der Straße nach Kalk als Ersatz. Das Gelände wurde der Gemeinde von Friedrich Wilhelm III. 1820 als Gemeindefriedhof sowie zur Bestattung der Toten der evangelischen Gemeinde und von Angehörigen des Militärs überlassen.

1822 wurde der Friedhof eröffnet. Er umfasste eine dreieckige Fläche zwischen zwei alten Wegen. Erschlossen wurde die Anlage durch einen West-Ost-Hauptweg und fünf Querwege. Sie wurde bis zur Einrichtung des neuen Deutzer Friedhofs von der Stadt und der Garnison Deutz genutzt. 1894 wurde der alte Friedhof für Reihenbegräbnisse geschlossen, Erbbegräbnisse waren noch bis zur Entwidmung im Jahr 1922 möglich.

1913/14 erhielt der Friedhof im Zuge der Umgestaltung des ehemaligen Deutzer Rayongeländes zur „Deutzer Neustadt“ für 29.400 Mark eine neue Einfriedung im Reformstil: Aus Kunststein gefertigte breite Pfeiler mit Eisenarmierung halten die dazwischen eingelassenen, sich auf einem Mäuerchen erhebenden zum Teil ornamenthaft gestalteten Metallgitter. Das schmiedeeiserne Haupttor wurde vom Deutzer Kunstschlosser Heinrich Hörkens geschaffen. Der Erste Weltkrieg verhinderte die Entwicklung eines geplanten neuen Stadtteils zwischen Deutz und Kalk, dessen Zentrum der Friedhof als Grünanlage zusammen mit dem Deutz-Kalker Bad bilden sollte.

Beschreibung Die heutige Gestaltung (2026) stammt im Wesentlichen aus den 1950er Jahren. Zur Kölner Bundesgartenschau 1957 (BUGA) im Rheinpark wurde der axiale Hauptweg durch einen Rundweg ersetzt. Das Gelände diente der BUGA-Friedhofsschau und zeigte historische Deutzer Grabdenkmäler, die inzwischen fast alle verschollen sind. Das Gelände ist heute eine Parkanlage; einzelne Grabdenkmäler erinnern noch an die frühere Nutzung der Anlage als Friedhof. Der Rest einer Kastanienallee an der Grenze zum Pyramidenpark zeichnet den historischen Querweg nach. Ungefähr in der Mitte der Anlage erhebt sich eine Kreuzigungsgruppe aus Sandstein, die von 1849 stammt. Seit 2000 geht das Gelände in den 1,7 Hektar großen „Pyramidenpark“ über,Der Pyramidenpark in Köln. Vom Straßenbahndepot zum Stadtteilpark (PDF-Datei) auf koeln-muelheim.de. Abruf 20. September 2026. wo sich bis 1994 der Betriebshof Ost der Kölner Verkehrs-Betriebe befand.

Am 1. Juli 1980 wurde der „Alte Deutzer Friedhof“ von der Stadt Köln mit der Nr. 32 unter Denkmalschutz gestellt. Im November 2012 wurde das ehemalige Friedhofsgelände vom Rheinischen Verein für Denkmalpflege zum „Denkmal des Monats“ erklärt.

Literatur Günter Leitner: Friedhöfe in Köln – Mitten im Leben. S. 324 f. Köln 2003

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