mini|Zahira Kamal, 2010 Zahira Kamal (; * 1945 in Jerusalem) ist eine palästinensische Frauenrechtsaktivistin und Politikerin. Sie war von 2003 bis 2006 Ministerin für Frauenfragen der Palästinensischen Autonomiebehörde.

Werdegang

Kindheit, Studium und Beruf Kamal wurde 1945 in Jerusalem geboren. Von 1963 bis 1968 studierte sie Naturwissenschaft, Physik und Chemie an der Ain-Schams-Universität in Kairo. Nach ihrer Rückkehr nach Palästina arbeitete sie von 1968 bis 1989 als Naturwissenschaftslehrerin an der Lehrerinnenausbildungsstätte in Ramallah. Zwischenzeitlich hatte sie ihr Studium wieder aufgenommen und erlangte 1978 ein Diplom in Pädagogik an der Universität von Jordanien.

Frauenrechtsaktivismus und Politik Im Jahr 1978 gründete Kamal die Organisation „Palestinian Federation of Women’s Action Committees“ (PFWAC) und war bis 1992 ihre Vorsitzende. Die Organisation hatte das Ziel, die Bedingungen von weiblichen Arbeiterinnen im Westjordanland zu verbessern und den gewerkschaftlichen Organisationsgrad von Frauen zu steigern.

Israel inhaftierte Kamal im Jahr 1979 für sechs Monate, nachdem sie gegen das Camp-David-Abkommen protestiert hatte. Außerdem verhängte Israel wegen der Gründung der PFWAC einen Stadtarrest für sechs Jahre gegen Kamal – während dieser Zeit war es ihr nicht erlaubt, ihre Stadt zu verlassen.

Sie war Teil der palästinensischen Delegation bei der Madrider Konferenz im Jahr 1991. Kamal, Hanan Aschrawi und Suad Amiry waren die einzigen drei Frauen, die dem Beratungskomitee der palästinensischen Seite angehörten. Zusammen mit anderen palästinensischen Aktivisten reiste sie 1992 heimlich zur PLO nach Tunis. Kontakte zur PLO waren zu dieser Zeit noch durch Israel verboten.

Kamal wurde 1992 Mitglied des Exekutivkomitees der Partei Palästinensische Demokratische Union (FIDA), einer Abspaltung der Demokratischen Front zur Befreiung Palästinas. Im selben Jahr wurde sie Vorsitzende des „Women’s Affairs Technical Committee“, einer Koalition feministischer Organisationen, sowie Gründungsmitglied des feministischen Projekts „Jerusalem Link“. Ab 1995 arbeitete sie im Ministerium für Planung und internationale Zusammenarbeit der Palästinensischen Autonomiebehörde als Leiterin der Abteilung für geschlechtergerechte Planung und Entwicklung.

Bei der Wahl zum Palästinensischen Legislativrat 1996 kandidierte sie in Jerusalem für die FIDA, erhielt allerdings keinen Sitz im Parlament. Von November 2003 bis 2006 war sie Ministerin für Frauenfragen im Kabinett von Ministerpräsident Ahmad Qurai.

Von April 2006 bis Mai 2012 war sie Generaldirektorin des UNESCO-Projekts „Palestinian Women’s Research and Documentation Center“ in Ramallah. Ab 2011 war sie Generalsekretärin der FIDA. Sie war die erste Frau in diesem Amt.

Weblinks

The Zahira Kamal Collection. Sammlung von über 400 Fotos aus Kamals Leben im digitalen Archiv des Palästinensischen Museums (englisch)

Einzelnachweise

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