mini|Saint-Martin de Toques, von Südosten. mini|Saint-Martin de Toques, von Südwesten.
Saint-Martin de Toques, auch St Martin de Toques, ist der Name einer Burg auf dem Gebiet der südfranzösischen Gemeinde Bizanet in der Region Okzitanien. Die Burg liegt am Nordrand der Corbières, knapp 4 km südlich der Gemeinde, und knapp 2,5 km Luftline westlich der Abtei de Fontfroide.
Die Burg ist in Privatbesitz und Stand 2026 nur zu besonderen Anlässen zugänglich. Eine Öffnung für Besuchter ist für 2027 geplant.
Geschichte Ein „Castellum Sancti Martini“ wurde erstmals im Jahr 978 urkundlich erwähnt. Das gesamte Mittelalter hindurch unterstand die Burg den Vizegrafen von Narbonne und wurde von lokalen Herren verwaltet. Sie diente als Schutz für die Straße von Narbonne in die Corbièren. Die heute vorhandene Gebäude wurden vom 12. bis zum 17. Jahrhundert errichtet. Die Kapelle wurde erstmals 1360 erwähnt, scheint aber älter zu sein. Auch die nordöstlichen achteckigen und runden Türme sind aus dem Mittelalter, während Wohnräume Wachstube und Eingang vermutlich aus der Renaissance stammen.
Um 1300 hatte das um die Burg herum wachsende Dorf etwa 200 Einwohner. Um 1579 wurde die Burg mit den dazugehörigen Ländereien von der Narbonner Familie Castillon erworben, reiche Kaufleute und auch Stadtoberhäupter (Consul) von Narbonne, die in den lokalen Adel aufstiegen und die Burg restaurieren ließen.
Das zugehörige Dorf verfiel im Laufe der Zeit und war im 18. Jahrhundert vollständig verschwunden. Schon 1709 gab es außerhalb der Burg nur noch 6 Haushalte. In diesem Jahrhundert kam es zu zahlreichen Gebietskonflikten, besonders mit der Nachbargemeinde Saint-André-de-Roquelongue und ebenso zu mehreren Besitzerwechseln. Es scheint, dass auch die Burg in diesem Jahrhundert als Wohnsitz aufgegeben wurde. Die Pfarrei wurde in der französischen Revolution aufgelöst. Die Burg verfiel zunehmend. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden sogar Steine und Fenster verkauft. Ab den 1880er Jahren wurden die Ländereien in unabhängige Weingüter aufgeteilt und verkauft. Stand 2026 gehören noch 45 Hektar Grund zum Anwesen. Die Weinpreise waren zu dieser Zeit hoch, so dass eine Aufteilung wirtschaftlich lohnend war.
1926 wurde die „Ruinen der Burg Saint-Martin de Toques“ als „Monument historique“ unter Denkmalschutz gestellt. 1990 wurde die Burg von Pierre Hesnault gekauft, der 1994 umfangreiche Renovierungen durchführen ließ. Es blieb im Besitz der Familie bis 2019.
2025 wurden Burg und Anwesen von einer französischen Investitionsgesellschaft gekauft, deren Hauptaktionär sich in sozialen und ökologischen Projekten engagiert. In Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern soll untersucht werden, wie die ehemals landwirtschaftlich genutzten Böden regenerieren können, um sie wieder nutzbar zu machen. Es soll untersucht werden, welche Nutzpflanzen in den von Trockenheit und Flächenbränden gebeutelten Corbièren gute Erträge bringen. Daneben sollen Burggelände historisch und archäologisch untersucht werden.
Weblinks
Saint Martin de Toques auf der Website der Gemeinde Bizanet.
Einzelnachweise
Kategorie:Geschichte (Okzitanien) Kategorie:Burg im Département Aude