Jakob Szliska (* 8. Februar 1893 in Sulzbach/Saar; † 18. März 1968 in St. Ingbert) war ein deutscher Schriftsteller.
Leben Szliska war ab 1913 als Lehrer in Mittelbollenbach, Leitzweiler und Grügelborn tätig. Von 1914 bis 1916 leistete er Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg. Anschließend war er von 1916 bis 1917 Lehrer in Heiligenwald und von 1917 bis 1923 in Neunkirchen-Kohlhof. Parallel dazu absolvierte er ein Studium der Pädagogik, Philosophie und Staatswissenschaften an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. 1923 wurde er in Bonn mit der Dissertation Untersuchungen über die geistige Arbeit an Kindern und Jugendlichen mit Hilfe dreier Lückentests zum Dr. phil. promoviert.
Von 1923 bis 1942 war Szliska Schulrektor in Spiesen. Zudem gehörte er von 1925 bis 1936 dem Kyffhäuserbund an, war von 1925 bis 1930 Leiter der Arbeitsgemeinschaft der stellenlosen Junglehrer seines Aufsichtsbezirks und ab 1929 Landesvorsitzender der katholischen Schulorganisation des Saargebiets. 1929 wurde er auch Vorsitzender der Zentrumspartei in Spiesen. Darüber hinaus leitete er von 1930 bis 1935 die Arbeitsgemeinschaft der Junglehrer des Landkreises Ottweiler.
Nach dem Anschluss des Saargebiets an das Deutsche Reich beantragte Szliska am 26. November 1935 die Aufnahme in die NSDAP und wurde rückwirkend zum 1. November desselben Jahres aufgenommen (Mitgliedsnummer 6.929.309).Bundesarchiv R 9361-IX KARTEI/44030339 Im gleichen Jahr trat er auch dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps bei, bei dem er bis 1938 nebenberuflich Referent für weltanschauliche Schulung im Saargebiet war. Außerdem war er von 1936 bis 1938 Förderndes Mitglied der SS. Von August bis Dezember 1938 war er vom Schuldienst beurlaubt, um nach dem Anschluss Österreichs bei der psychologischen Wehrmachtsprüfstelle in Wien zu arbeiten. Von Oktober 1940 bis November 1941 war er Schulbeauftragter des Chefs der Zivilverwaltung für den Kreis Diedenhofen-Ost. Zudem war er bis November 1941 stellvertretender Schulrat in Homburg.
Von November 1941 bis März 1944 war er als Referent in der Abteilung „Kulturpolitik“ bzw. später der Abteilung „Erziehung und Wissenschaft“ im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete für die Referate „Volks- und Hauptschulen“, „Film und Bild“ sowie „Beschaffung“ verantwortlich. Zugleich war er von Juli 1942 bis 1945 Schulrat im Schulaufsichtsbezirk Saarbrücken. Ab Dezember 1944 kämpfte er als Volkssturmmann in Spiesen. Nach Ende des Zweiten Weltkriegs war er von Juni 1945 bis Juli 1946 in Idar-Oberstein und Theley interniert.
Bei seinem Spruchkammerverfahren wurde er im Dezember 1947 als „Minderbelasteter“ eingestuft. Er wurde deshalb im Rahmen der Épuration in den Ruhestand versetzt. Im April 1948 wurde er zudem mit einer zweijährigen Pensionskürzung um 20 Prozent sanktioniert. Szliska war sein Leben lang als Schriftsteller aktiv; er schrieb vor allem über den „Saarkampf“ und das Saarland im Allgemeinen, das Bildungswesen und gab Märchen heraus. Seine in der Zeit des Nationalsozialismus verfassten Werke wurden teilweise in der sowjetischen Besatzungszone auf die Liste der auszusondernden Literatur gesetzt. Er starb im März 1968 im Alter von 75 Jahren in St. Ingbert.
Werke (Auswahl) Der heilige Gregor der Große. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1927. Der heilige Klemens Maria Hofbauer. Saarbrücker Druckerei und Verlag, Saarbrücken 1929. Deutsche Buben, Deutsche Mädels! Kennt Ihr das schöne Land an der Saar? Bohnenberger, Stuttgart 1934. Der Freiheitskampf an der Saar. Der deutschen Jugend zur Erinnerung dargestellt. (Reihe) Handel, Breslau 1936. Der Freiheitskampf an der Saar. Teil 1: Die Saar in Ketten. Handel, Breslau 1936. Der Freiheitskampf an der Saar. Teil 2: Die Kette zersprang. Handel, Breslau 1936. Der Freiheitskampf an der Saar. Teil 3: Die Saar ist frei. Handel, Breslau 1936. Der Freiheitskampf an der Saar. Teil 4: Ein Volk kehrt heim. Handel, Breslau 1936. Der Freiheitskampf an der Saar. Teil 5: Josef Bürckels Wirken für das Saarland. Handel, Breslau 1936. Erziehung zum Wehrwillen. Pädagogisch-methodisches Handbuch für Erzieher. Verlag für nationale Literatur, Stuttgart 1937. gemeinsam mit Hans-Wilhelm Scheidt: Arisch-germanische Spruch- und Erziehungsweisheit. Buchgewerbehaus Aktiengesellschaft, Saarbrücken 1938. gemeinsam mit Gertrud Lötsch: Das Werden Großdeutschlands. Handel, Breslau 1939. Kinder- und Hausmärchen. (Reihe) Alfo Kunstdruck-Verlag, Kaiserslautern. Neueste deutsche Fabeln. (Reihe; Illustriert von Horst Kühnel) Klinke, Saarbrücken. herausgegeben gemeinsam mit Klaus Altmeyer, Frank Werner Veauthier und Peter Weiant: Das Saarland. Ein Beitrag zur Entwicklung des jüngsten Bundeslandes in Politik, Kultur und Wirtschaft. Verlag Die Mitte, Saarbrücken 1958. Fabeln der orientalischen Völker. (Illustriert von Horst Kühnel) Klinke, Saarbrücken 1960.
Weblinks Jakob Szliska auf der Website des Projekts Beamte nationalsozialistischer Reichsministerien
Einzelnachweise
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