Als U.S. Post Office Woburn Center Station ist seit 1987 das Postamt des United States Postal Service in Woburn, Massachusetts im National Register of Historic Places eingetragen. Das zu Beginn des 20. Jahrhunderts aus Sandstein errichtete Gebäude ist im Stil des Neoklassizismus gestaltet.

Beschreibung Das Postamt von Woburn steht nordwestlich des Woburn Common. In unmittelbarer Nachbarschaft verlief die Lowell Branch der Boston and Maine Railroad, deren Trasse später zugunsten von Parkplätzen entfernt wurde. Die offene Fläche vor dem Postamt wurde in den 1950er Jahren bebaut, wodurch der ursprüngliche räumliche Bezug zum Park weitgehend verloren ging.

Das Gebäude ist ein formal gestalteter Bau des Neoklassizismus mit einer neunteiligen, symmetrisch aufgebauten Eingangsfront. Die mittlere Achse tritt leicht hervor und wird durch einen repräsentativen Eingang mit dorischen Säulen betont. Diese tragen ein schlichtes, gerades Gebälk mit einem kleinen Giebel. Die Fassaden sind mit fein strukturierten Sandsteinplatten verkleidet, die auf einem profilierten Sockel aus demselben Material ruhen. Das Fundament ist mit Granit verkleidet. Die Fensterachsen werden durch schmale Friese und darüber angeordnete, blind ausgeführte Füllungen gegliedert. Den oberen Abschluss bilden ein fein gezahntes Gesims und eine aufwendig balustradierte Attika, die das flach geneigte Stehfalz-Metalldach teilweise verdeckt. Ein zentral angeordneter Sandsteinschornstein ist als funktionale Laterne gestaltet.

Die Gliederung der Hauptfassade setzt sich an den übrigen Gebäudeseiten fort. 1939 wurde das Postamt um eine rückwärtige Erweiterung mit einer Postrampe und einem vergrößerten Arbeitsraum ergänzt. Die Erweiterung erhielt Fassadenverkleidungen und Fenster, die dem ursprünglichen Entwurf entsprechen. Das Gesims des Altbaus wurde dabei als Abschluss der Erweiterung übernommen; eine niedrige Attika fügt sich in die ursprüngliche Gestaltung ein. Eine Granittreppe mit vorgelagerter Terrasse führt zum Haupteingang. Sie wird von dekorativen Leuchten mit Akanthusblattmotiven und kugelförmigen Aufsätzen flankiert. Durch die Eingangstür gelangt man in einen kleinen Windfang mit verglasten Holzrahmen und anschließend in die schmale, über die gesamte Gebäudebreite reichende Schalterhalle.

Die Schalterhalle ist durch neun Tonnengewölbe gegliedert, die durch Pilaster mit fein ausgearbeiteten Rippen voneinander getrennt werden. Das mittlere Gewölbe enthält eine flache, auf quadratischen Pendentifs ruhende Kuppel. Die Pilaster stehen auf Marmorplatten und Sockeln, die aus einer ähnlich gestalteten Wandverkleidung hervortreten. Der ursprüngliche Terrazzoboden ist mit Marmorstreifen eingefasst.

Historische Bedeutung Das Postamt Woburn ist als Beispiel für die neoklassizistische Architektur öffentlicher Gebäude des frühen 20. Jahrhunderts und aufgrund seiner Bedeutung für die Entwicklung des Stadtzentrums von Woburn denkmalgeschichtlich bedeutsam und steht für den repräsentativen Anspruch des Bundes gegenüber der örtlichen Bevölkerung.

Die Geschichte des Postwesens in Woburn reicht bis in das Jahr 1797 zurück. Das erste Postamt der Stadt befand sich in einem Raum der Fowles Tavern, die zugleich als Postkutschenstation diente. Mit der Eröffnung des Middlesex Canal im Jahr 1803 entwickelte sich Woburn zu einem bedeutenden Zentrum der Lederverarbeitung und Gerberei in Massachusetts. Auf Initiative mehrerer Einwohner der Stadt wählte die Bundesregierung 1907 einen Standort nördlich des Woburn Common. Die Grundsteinlegung erfolgte im September 1910.

Der Entwurf stammt von James Knox Taylor, dem damals leitenden Architekten des US-Finanzministeriums, sowie Louis A. Simon und W. G. Noll. Das Gebäude verkörpert Taylors bevorzugte neoklassizistische Formensprache, die durch klare Massen, Symmetrie und eine repräsentative Gestaltung geprägt ist. Als erster Neubau im Bereich des Woburn Common vor Einführung des Klassifizierungssystems von 1915 sollte das Postamt einen städtebaulichen Mittelpunkt für die weitere Entwicklung des zentralen Geschäftsviertels bilden. Seine monumentale Erscheinung wurde zugleich als sichtbarer Ausdruck der Präsenz und der staatlichen Autorität der Bundesregierung verstanden.

Die Einweihung fand 1912 statt. In seiner architektonischen Gestaltung verbindet das Gebäude die geschlossene, massive Wirkung der Sandsteinfassaden mit der leichten, ornamental gestalteten Balustrade, was als harmonische Ausprägung des amerikanischen Klassizismus angesehen wird.

Siehe auch Liste der Einträge im National Register of Historic Places im Middlesex County (Massachusetts) Liste denkmalgeschützter Gebäude des Post- und Fernmeldewesens

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Einzelnachweise

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