Alexander Fend (* in Wien) ist ein österreichischer Tänzer, Performer und Choreograf.

Leben und Wirken

Werdegang Fend absolvierte ein Tanzstudium an der Schule der Wiener Staatsoper sowie weitere Ausbildungen in Monaco, Paris und Amsterdam. Seine Ausbildung umfasste klassisches Ballett, zeitgenössischen Tanz, Schauspiel sowie Tanz- und Theatertheorie.

Fend arbeitete als Tänzer und Choreograf mit verschiedenen Tanz- und Theaterkompanien zusammen. Zu seinen frühen Stationen gehörten das Tanztheater Homunculus in Wien, die Neue Oper Wien und die Kompanie des brasilianischen Tänzers und Choreografen Ismael Ivo in Stuttgart.

Gastengagements führten ihn unter anderem an die Wiener Staatsoper, die Oper Graz, das Schauspielhaus Graz, das Theater an der Wien, das Tiroler Landestheater Innsbruck, das Staatstheater Darmstadt, das Deutsche Nationaltheater Weimar, das Theater Dortmund, das Haus der Kulturen der Welt, die Philharmonie Luxembourg, das Daegu Opera House in Südkorea, die Staatsoper Unter den Linden und die Deutsche Oper Berlin.

Fend wirkte außerdem bei den Wiener Festwochen, dem Steirischen Herbst, dem Festival Wien Modern, dem Weiße-Nächte-Festival in Sankt Petersburg, dem New York International Fringe Festival und dem Festival d’Aix-en-Provence mit.

Tanz und Opernperformance

Im Jahr 2013 gehörte Fend zum Tanzensemble von Giuseppe Verdis Oper Il trovatore in der Inszenierung von Philipp Stölzl. Die Produktion entstand als Koproduktion der Staatsoper Unter den Linden und der Wiener Festwochen. Nach der Wiener Premiere im Theater an der Wien wurde sie ab November 2013 an der Staatsoper im Schillertheater in Berlin gezeigt.

2016 wirkte er als Tänzer in Bohuslav Martinůs Oper Juliette an der Staatsoper im Schillertheater mit. Die musikalische Leitung hatte Daniel Barenboim, Regie führte Claus Guth. Im selben Jahr gehörte Fend zum Ensemble von Guths Inszenierung von Richard Strauss’ Salome an der Deutschen Oper Berlin. 2017 trat Fend in der von Robert Wilson inszenierten Konzertperformance LUTHER dancing with the gods auf. Die Produktion des Rundfunkchors Berlin wurde im Berliner Pierre Boulez Saal gezeigt und verband Motetten von Johann Sebastian Bach mit Musik von Knut Nystedt und Steve Reich.

Als Tänzer war Fend auch an der Uraufführungsproduktion von Pascal Dusapins Oper Il viaggio, Dante beim Festival d’Aix-en-Provence 2022 beteiligt. Die auf Werken Dante Alighieris basierende Oper wurde von Claus Guth inszeniert und choreografiert; die musikalische Leitung hatte Kent Nagano. Weitere Auftritte hatte Fend unter anderem in The Rake’s Progress, Violetter Schnee von Beat Furrer und in Opernproduktionen an der Staatsoper Unter den Linden.

Choreografie

Für die Inszenierung von Georg Friedrich Händels Oper Lotario bei den Internationalen Händel-Festspielen Göttingen 2017 entwickelte Fend die Choreografie. Dabei arbeitete er mit dem Göttinger Butoh-Tänzer Tadashi Endo zusammen. 2023 erarbeitete Fend gemeinsam mit Sofia Pintzou die Choreografie für Alban Bergs Oper Wozzeck am Badischen Staatstheater Karlsruhe. Regie führte Maxim Didenko.

2025 arbeiteten Fend und Pintzou erneut mit Didenko zusammen. Für die Inszenierung von Gija Kantschelis einziger Oper Musik für die Lebenden am Theater Bonn gestalteten sie die Choreografie. Das Werk wurde im Rahmen der Bonner Reihe „Fokus ’33“ gezeigt. 2026 übernahmen Fend und Pintzou die Choreografie für Rimski-Korsakows Oper Schneeflöckchen am Hessischen Staatstheater Wiesbaden. Didenko verlegte das Märchen in eine von Klimaveränderungen und sozialer Kälte geprägte Zukunftswelt. Alma

Über mehrere Jahre gehörte Fend zum Team der internationalen Theaterproduktion Alma von Joshua Sobol in der Inszenierung von Paulus Manker. Er war dort unter anderem für die Abendspielleitung tätig und begleitete internationale Aufführungen der Produktion.

Arbeiten als Choreograf (Auswahl)

2017: Lotario von Georg Friedrich Händel, Internationale Händel-Festspiele Göttingen, Regie: Carlos Wagner 2017: Le Vieux Roi et la Lune, Philharmonie Luxembourg, Regie: Benjamin Prins 2023: Wozzeck von Alban Berg, Badisches Staatstheater Karlsruhe, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko 2023: Zwischen den Zügen/Chöre, Berlin Hauptbahnhof, musikalische Leitung und Choreografie 2025: Musik für die Lebenden von Gija Kantscheli, Theater Bonn, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko 2026: Schneeflöckchen von Nikolai Rimski-Korsakow, Hessisches Staatstheater Wiesbaden, gemeinsam mit Sofia Pintzou, Regie: Maxim Didenko

Arbeiten als Tänzer und Performer (Auswahl)

2013: Il trovatore von Giuseppe Verdi, Staatsoper im Schillertheater und Wiener Festwochen, Regie: Philipp Stölzl 2016: Juliette von Bohuslav Martinů, Staatsoper im Schillertheater, Regie: Claus Guth 2016: Salome von Richard Strauss, Deutsche Oper Berlin, Regie: Claus Guth 2017: LUTHER dancing with the gods, Rundfunkchor Berlin und Pierre Boulez Saal, Regie: Robert Wilson 2019: Violetter Schnee von Beat Furrer, Staatsoper Unter den Linden, Regie: Claus Guth 2022: Il viaggio, Dante von Pascal Dusapin, Festival d’Aix-en-Provence, Regie und Choreografie: Claus Guth

Rezeption

Besondere Beachtung fand Fends Arbeit an Händels Lotario. Die Hessische/Niedersächsische Allgemeine beschrieb seine gemeinsam mit Tadashi Endo entwickelte Choreografie als ausdrucksstark. Die Besprechung bei IOCO verwies auf die Verbindung von Choreografie, Personenführung und der psychologischen Darstellung der Opernfiguren.

Bei der Karlsruher Produktion von Wozzeck wurden die von Fend und Pintzou choreografierten Tänzerinnen und Tänzer in einer Rezension bei IOCO gemeinsam mit dem Staatsopernchor und dem Kinderchor hervorgehoben.

Die Choreografie der Wiesbadener Produktion von Schneeflöckchen wurde von der Frankfurter Rundschau zurückhaltender beurteilt. Die Zeitung bewertete die Tanzszenen als für das Format einer großen Oper zu wenig ausgeprägt.

Weblinks

Website von Alexander Fend Alexander Fend beim Theater Bonn Alexander Fend beim Hessischen Staatstheater Wiesbaden Alexander Fend bei Operabase

Einzelnachweise

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