Sir Maurice Oldfield GCMG CBE (* 16. November 1915 Meadow Place Farm, Youlgreave, Derbyshire, England; † 11. März 1981 in London) war ein britischer Geheimdienstoffizier und Leiter des Spionagewesens.Sir Maurice Oldfield obituary, 12. März 1981, The Times, Seite 16, Issue 60874 ISBN 978-0-312-29418-2 Von 1973 bis 1978 war er der siebte Direktor des Secret Intelligence Service (MI6).

Jugend Oldfield wurde am 16. November 1915 auf dem Bauernhof seiner Großmutter etwas außerhalb von Youlgrave, einem Dorf in Derbyshire, geboren. Er wuchs in einem Haus namens „Mona View“ in Over Haddon auf und war das älteste von elf Kindern des Pachtbauern Joseph Oldfield und seiner Frau Ada Annie Dicken.

Er besuchte die „Lady Manners School“ in der nahegelegenen Marktstadt Bakewell, bevor er ein Stipendium für die Victoria University of Manchester erhielt, wo er im Hulme Hall wohnte. Dort studierte er bei dem Historiker Alan J. P. Taylor ISBN 978-1-86064-286-9 und spezialisierte sich auf mittelalterliche Geschichte. Er schloss sein Studium mit einem Abschluss der besten Note ab und wurde zum Stipendiaten gewählt.

Karriere im Nachrichtendienst Während des Zweiten Weltkriegs trat Oldfield in die British Army ein. Zunächst war er Sergeant bei der „Army Field Security“ (die 1940 in das „Intelligence Corps“ eingegliedert wurde); im Juli 1943 wurde er zum Second Lieutenant im Intelligence Corps ernannt. Den größten Teil seines Kriegsdienstes leistete er in Ägypten im Hauptquartier der SIME (Security Intelligence Middle East) in Kairo. Es handelte sich dabei in erster Linie um eine Spionageabwehrorganisation, deren Aufgabe darin bestand, feindliche Agenten in der Region aufzuspüren und deren Aktivitäten zu vereiteln. ISBN 978-0-521-39409-3 (eingeschränkte Vorschau)

Bis zum Kriegsende war Oldfield zum Major befördert worden. Im Jahr 1946 wurde ihm der Orden Member of the Order of the British Empire (MBE) verliehen. Nach dem Krieg trat Oldfield dem Secret Intelligence Service (SIS) bei, der allgemein als MI6 bekannt ist. ISBN 978-0-19-861412-8 Von 1947 bis 1949 war er Stellvertreter von Brigadier Douglas Roberts, dem Leiter der Spionageabwehr, mit dem er während des Krieges in Ägypten gedient hatte.

Nach zwei Entsendungen nach Singapur (die erste als stellvertretender Leiter, die zweite als Leiter der SIS-Regionalzentrale) wurde ihm der Titel eines Commander of the Order of the British Empire (CBE) verliehen. Ab 1959 war er vier Jahre lang als Vertreter des SIS in Washington, D.C. tätig. Dies war eine Schlüsselposition, die für die Aufrechterhaltung guter Beziehungen zwischen dem SIS und der Central Intelligence Agency (CIA) von großer Bedeutung war. Nach seiner Rückkehr wurde er Leiter der Spionageabwehr (engl. Chief of the Secret Intelligence Service) und Stellvertreter des Chefs des Geheimdienstes (SIS), Sir „Dick“ White. Als Sir John Rennie (1914–1981) im Jahr 1968 die Nachfolge von White antrat, wurde Oldfield bei der Beförderung übergangen. Als Rennie 1973 zurücktrat, wurde er schließlich zum Direktor ernannt; dieses Amt bekleidete er bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1978.

Ruhestand Nach seinem Ausscheiden aus dem MI6 war Oldfield bis 1979 Gastwissenschaftler am All Souls College in Oxford.

Oldfield wohnte von den frühen 1970er Jahren bis zu seinem Tod im Jahr 1981 in Marsham Court, einem Wohnhaus in Millbank in der City of Westminster. Am 13. Oktober 1975 entdeckten Beamte der Special Branch des Metropolitan Police Service (MPS) einen großen Sprengsatz, der an einem Geländer vor dem Marsham Court befestigt war. Die Bombe befand sich in der Nähe von Locketts Restaurant, das sich direkt unter Oldfields Wohnung befand.

1979 beauftragte die neue Premierministerin Margaret Thatcher Oldfield mit der Koordinierung der Sicherheits- und Geheimdienstangelegenheiten in Nordirland.

Nach seinem Ausscheiden als Leiter des SIS kam ans Licht, dass Oldfield homosexuell war, was dazu führte, dass ihm kurz vor seinem Tod im Jahr 1981 die Sicherheitsfreigabe entzogen wurde.

Oldfield starb am 11. März 1981 im Alter von 65 Jahren. Er wurde neben seinen Eltern und seiner Schwester auf dem Friedhof der St.-Anne-Kirche in Over Haddon, Derbyshire, beigesetzt.

Vermächtnis Oldfield galt angeblich als eines der Vorbilder für John le Carrés Romanfigur George Smiley, obwohl Le Carré dies bestritt.In einem Interview, das in der DVD-Veröffentlichung von „Smiley’s People“ (1982, DVD-Veröffentlichung am 28. Juni 2004) der BBC enthalten ist, sagte Le Carré über Oldfield: „…ein kleiner, rundlicher Mann mit Brille. Er war nie das Vorbild für Smiley, ich habe ihn erst kennengelernt, nachdem ich Smiley erfunden hatte, aber die Presse wollte das nicht glauben…“

In seinen Memoiren The Pigeon Tunnel: Stories from My Life beschreibt Le Carré ein Mittagstreffen zwischen Oldfield, ihm selbst und Alec Guinness; dieses sollte dem Schauspieler einen Eindruck von der Art und dem Auftreten eines „alten Spions im Ruhestand“ vermitteln. S. 14 ff.; ISBN 978-0-241-97687-6

Im Oktober 2012 berichtete die BBC-Dokumentarsendung Panorama, dass er im Rahmen der Ermittlungen der „Operation Midland“ sowie durch einen Informanten der Metropolitan Police mit dem Kindesmissbrauchsskandal um das „Elm Guest House“ in Verbindung gebracht worden sei, in den angeblich hochrangige Abgeordnete und Sicherheitspersonal verwickelt waren. Die Ermittlungen wurden ohne Anklage eingestellt, und 2017 wurde Oldfield von allen Vorwürfen des Kindesmissbrauchs im „Elm Guest House“ und an anderen Orten freigesprochen. Der Ankläger im Fall „Operation Midland“, Carl Beech, wurde daraufhin im Jahr 2019 wegen Erfindens der Vorwürfe verurteilt. (Bezahlschranke)

Literatur

ISBN 0-356-10400-1 ISBN 978-0-593-07520-3

Weblinks

Einzelnachweise

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