Strofort ist eine Wüstung in der Gemarkung der Kernstadt von Grebenstein im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie liegt auf Höhe über NHN etwa 2 km nordwestlich von Grebenstein am Ufer der Esse.

Geschichte Der Ort fand erste urkundliche Erwähnungen in den Jahren 1146 („de Strouerde“, „de Stroverde“), 1152 („de Strouorde“) und 1175 („de Strofurde“).Die schriftliche Wiedergabe des Ortsnamens änderte sich im Laufe der Zeit: de Strouerde (1146), de Stroverde (1146), de Strouorde (1152), de Strofurde (1175), de Strovorde (um 1260), Stroford, in Strowarde, in Strovorde (1224), Olden Strofforde (1240), in Antiquo Strovorde, in Antiqua Villa Storovorde (13. Jahrhundert), de Strovorde (1269), in Strouorde (1289), Aldinstroford und Kyrchstroford (1310), in Aldenstouorde und in Kirchstouorde (1311), in Aldenstouorde und Kercstrouorde (1313), Stroforten Hoff (1472), Strohergrünt (1708/10), Stroford (Niveaukarte Kurfürstentum Hessen 1840–1861); siehe Strofort, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Bis zu seiner Wüstwerdung im frühen 14. Jahrhundert und auch danach hatten verschiedene Adelsherren und geistliche Institutionen zumindest zeitweise Grundbesitz im Ort bzw. in seiner Feldmark. Anfangs wichtigste Grundherren vor Ort waren wohl die Edelherren von Schöneberg, Burgmannen und Lehensnehmer des Erzstifts Mainz auf der Burg Schöneberg, die im späten 12. und frühen 13. Jahrhundert von dort aus versuchten, sich eine eigene Herrschaft aufzubauen. So wurde Ludolf von Hombressen als Burgmann der Schöneberger u. a. mit Gütern und Zehntrechten in Strofort belehnt, und 1240 wurden die Brüder Stephan und Hermann von Haldessen als Besitzer der Mühle zu Altstrofort („Olden Strofforde“) als Schöneberger Lehen genannt.HStAM Bestand, Urk. 49, Nr. 1611 Bereits 1224 hatte Graf Adolf II. von Dassel, der sich von seinen Streubesitzungen trennte, dem Erzstift Mainz neun Hufen von seinem Allod in Stroford verkauft. mini|Kartenblatt Hofgeismar, Landesaufnahme von 1859 (Strofort etwa Bildmitte) Daneben hatten auch die Wolff von Gudenberg und das Stift Hilwartshausen Besitz in Strofort. Im Jahre 1289 übertrug Arnold Wolff von Gudenberg dem Stift Hilwartshausen anderthalb Hufen in Strofort, und im Dezember 1310 verkauften die Brüder Arnold und Eberhard Wolff von Gudenberg dem Landgrafen Johann von Niederhessen ihre Besitzungen in den beiden Stroforter Ortsteilen „Kyrchstroforde“ und „Aldinstroforde“,1310–1313 wurde kurzzeitig zwischen Altenstrofort und dem offensichtlich neueren Ortsteil Kirchstrofort unterschieden. in Dietwardissen, HelkirsinLandau: Beschreibung der wüsten Ortschaften, S. 38 und Rykirsin, mit allem Zubehör, ausgenommen das Kirchenpatronat in Kyrchstroforde.Landgrafen-Regesten online Nr. 575 Erst 1322 übergaben sie das Patronatsrecht in Strofort an Landgraf Otto I. Im März 1311 übertrug Bischof Ludwig II. von Münster seine Vogtei zu Tiefenholzhausen dem Stift Hilwartshausen im Tausch für die hälftige Teilhabe mit dem Stift an mehreren Hufen in Tiefenholzhausen, Altstrofort und im Kirchspiel Kirchstrofort.Landgrafen-Regesten online Nr. 581: Kloster Hilwartshausen erhält die Vogtei Tiefenholzhausen

Der Ort war Kirchdorf, und ein Pleban wird bereits im Jahre 1269 bezeugt. Ausgrabungen in den Jahren 1956/57 legten das Fundament der Kirche frei.

Der Ort, 1313 noch als Dorf bezeichnet, wurde im 14. Jahrhundert verlassen, als Kurmainz die in der Umgebung von Hofgeismar begüterten weltlichen Herren zwang, eine Anzahl der von ihnen angelegten Orte wieder eingehen zu lassen. Als Landgraf Wilhelm I. von Niederhessen 1472 die Herren von Amelunxen mit Grundbesitz in der Feldmark der Wüstung Westheim belehnte, bestand offenbar nur noch (oder wieder) ein Hof in Strofort.Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 33

Fußnoten

Literatur Kurt Günther: Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert (Schriftenreihe des Arbeitskreises für Heimatgeschichte, Band 9), Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1989 (Dissertation Marburg, 1959), S. 119–120 Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 33–34 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 461 (Digitalisat)

Weblinks Strofort, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS)

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