Die Obice da 149/12 ist eine Haubitze, welche die italienischen Streitkräfte im Ersten Weltkrieg in verschiedenen Varianten eingesetzt haben. Im Jahr 1916 wurde eine Ausführung für die Gebirgstruppen eingeführt und später folgte die Ausführung Modell 1918, angepasst an die Erfahrungen der vorherigen Kriegsjahre. Die ursprüngliche Konstruktion von 1915 ist eng mit der deutschen 15-cm-schwere Feldhaubitze 13 von Krupp verwandt, da es sich um eine Lizenzfertigung mit Änderungen durch die italienischen Werke handelt.

Entwicklung Hintergrund Nach der Gründung des italienischen Nationalstaats im Jahr 1861 verfügte das wenig industriell ausgerichtete Land anfänglich über keine Rüstungsunternehmen für die Fertigung größerer Waffensystem. Wie viele andere Nationen verließ man sich anfänglich auf die ausländischen Rüstungsunternehmen Armstrong, Krupp, Schneider und Vickers, die allerdings auch bereit waren lokale Lizenzproduktionen ihrer Waffen zu ermöglichen.

Nachbau Krupp Vor dem Ersten Weltkrieg war das Königreich Italien nach den vorherigen Kriegen mit Deutschland verbündet und die italienische Armee hatte bei Krupp die 15-cm-schwere Feldhaubitze 13 mit einer Lizenz zur Fertigung in Italien gekauft. Krupp hatte für die Streitkräfte des deutschen Reichs ab 1904 die 15-cm-schwere Feldhaubitze 02 geliefert und das darauf folgende Modell 1906 dieser Waffe hatten die bulgarischen, osmanischen, japanischen Streitkräfte und weitere Nationen gekauft. Die italienischen Streitkräfte folgten bei der Präsentation des Modell 1913 und kauften diese Waffe bei Krupp ein.

Als Italien wegen des Konflikts um die Österreich-Ungarn zugesprochenen Ländereien an de Seite der Entente in den Krieg eintrat, waren von dem Krupp Geschütz nur 112 Stück verfügbar. Die Werke Ansaldo und Vickers-Terni konnten jedoch durch die Produktionslizenz, ohne Patentverstoß eine italienische Version der deutschen Haubitze bauen, die als Obice da 149/12 eingeführt wurde. Diese Bezeichnung enthält, dem italienischen System entsprechend die Rohrlänge vom Verschlussblockkante bis zur Mündung, und nicht, wie bei anderen Nationen, das vollständig gemessene Rohr mit Verschraubung im Block.

Technische Beschreibung mini|links|Rohr 149-mm-Haubitze Das Rohr der Obice da 149/12 verfügt über 36 linksdrehende Züge und einen horizontalen Keilverschluss. In der Unterscheidung zur ersten deutschen 15-cm-schweren Feldhaubitze 13 endet das Rohr etwa auf der Höhe der Rohrwiege. Beim Nachfolger des deutschen Geschütz, der 15-cm-lange schwere Feldhaubitze 13 ist der Rohrteil vor der vor dem vorderen Haltering etwa doppelt so lang wie bei der Obice da 149/12. Die Mündung des Geschütz weist einen äußeren Verstärkungsring auf, der bei der Unterscheidung zur österreichisch-ungarischen Haubitze 15-cm-sFH M.14 hin hilft. Die Halterungen von Verschluss und Mündungsring und die Auflage des Rohrs umgreifen die Gleitschiene der Rohrwiege, welche die hydropneumatische Rücklauf- und Vorholer-Mechanik enthält. Für die Wartung gibt es eine abgedeckte Frontplatte an der vorderen Seite der Rohrwiege.

Rohr und Rohrwiege sind am hinteren Ende in der Unterlafette gelagert.

In der ersten Ausführung des Geschütz sitzt der gebogene Geschützschild unten nah an der vorderen Kante der Unterlafette. Als Richtoptik kommt ein Trommelvisier, kombiniert mit einem Panorama-Zielfernrohr vom Typ Cortese-Falcone zum Einsatz.

Die Spurbreite der Holzspeichenräder mit Stahlfelge liegt bei 1,48 m, wobei die Räder einen Durchmesser von 1,3 m haben. Für den Transport wurde das Geschütz mit dem Hecksporn direkt an einen Protzwagen angehängt.

Varianten mini|Italienische Artillerie in Frankreich 1918 mini|Obice da 149/12 Modello 1918 Obice 149/12 Modello 1916 Das Modello 1916 war eine von Ansaldo speziell für den Einsatz im Gebirge geänderte Ausführung des Geschütz. Ansaldo verringerte die Spurbreite auf 1,23 m und verwendete kleine Räder mit einem Radius von einem Meter. Hierdurch konnte diese Ausführung besser auf kleinen Flächen und schmalen Wegen bewegt werden. Die Achse konnte in zwei Höhen montiert werden, hierdurch konnte das Geschütz in der Winkelgruppe 0° bis 45° abgefeuert werden. Die Rücklaufmechnanik besteht aus einer Kombination von hydraulischer Bremse und Federvorholer.

Obice 149/12 Modello 1918 In größeren Produktionsmengen wurde das Modello 1918 gefertigt. Es verfügte über einen großen gebogenen Schild der an der Vorderkante der Räder sitzt und an den beiden Sitzplätzen auf dem Holmen für zwei Soldaten. In dieser Ausführung lag der Höhenrichtbereich zwischen +3°30' und +65° und die Spurbreite lab bei diesem Geschütz bei 1,5 m. Die Rücklaufmechnanik besteht aus einer Kombination von hydraulischer Bremse und Federvorholer.

Einsatz Andere Länder Nach dem Ersten Weltkrieg fand das Geschütz weitere Verbreitung in anderen Staaten. So sollen Albanien, Bulgarien und möglicherweise Österreich und Polen Geschütze dieses Typs erhalten haben.

Zweiter Weltkrieg Bei Ende des Ersten Weltkriegs erhielt das italienische Heer eine größere Zahl der Skoda 15-cm-Haubitzen vz.1914 (15-cm-Feldhaubitze M.14) und übernahm diese als Ausrüstung für die eigenen Streitkräfte. Angesichts der Ambitionen des faschistischen Regimes reichten diese Waffen nicht aus, um das italienische Geschütz zu ersetzten. Im Jahr 1940 verfügte die Regio Esercito noch über 580 Modello 1914 und 116 Modello 1918.

15-cm-schwere Haubitze 40x (i) Die deutsche Wehrmacht ordnete die italienischen und K.u.K.-Feldhaubitzen der italienischen Streitkräfte innerhalb der Kennblätter fremden Geräts als 15-cm-schwere Feldhaubitze mit den ersten 400er Nummern dieser Liste ein. Nach dem Waffenstillstand von Cassibile wurden von den deutschen Streitkräfte auch die noch vorhandenen Artilleriegerät der königlichen italienischen Streitkräfte übernommen. Teils wurde die Waffen den verbündeten Streitkräften der RSI (Italienischen Sozialrepublik) übergeben, doch häufig wurden die Waffen auch unmittelbar von den deutschen Streitkräften selber genutzt. Bekannt sind:

15-cm-schwere Feldhaubitze 400 (i) - Obice da 149/12 Modello 14 15-cm-schwere Feldhaubitze 400/1 (i) - Obice da 149/12 Modello 14 Modificatio 15-cm-schwere Feldhaubitze 402 (i) - Obice da 149/12 Modello 18 15-cm-schwere Feldhaubitze 402/1 (i) - Obice da 149/12 Modello 18 Modificatio 15-cm-schwere Feldhaubitze 402 (j) - keine ergänzenden Angaben

Die Bezeichnung 15-cm-schwere Feldhaubitze 401 (i) und (j) ist der Angabe in den Kennblättern zu Folge für die Obice da 149/13 vergeben worden. Hierunter ist nach verschiedenen Quellen das nach dem Ersten Weltkrieg von den italienischen Streitkräften übernommene Geschütz 15-cm-schwere Feldhaubitze M.14 zu verstehen.

Ob unter der Ergänzung Modificatio bei diese Geschütz durchgängig die Anpassung an den Gebirgseinsatz zu verstehen ist, kann der bisher bekannten Literatur nicht entnommen werden.

Museale Rezeption Die Obice da 149/12 wurde lange Zeit verwendet und durch den Waffenstillstand von Cassibile war Italien am Ende des Zweiten Weltkriegs nicht gezwungen, die Geschütze zu verschrotten. Trotzdem finden sich heute in Museen und an Erinnerungsorten nicht viele Geschütze dieses Typs.

Museo Storico Italiona della Guerra (MITAG) - Rovereto / Italien (Modello 1914) Sacrario Militare di Redipuglia - Fogliano Redipuglia / Italien (2 Geschütze) Camp Borden - Borden / Kanada (Modello 1916) Armeemuseum Brüssel - Brüssel / Belgien (Modello 1918) Karfreit - Ortseingang - Kobarid / Italien (zerstörtes Geschütz)

Literatur

Weblinks

Kategorie:Feldartillerie (Italien)