Christine Suzanne Lötscher (* 1970 in Zürich) ist eine Schweizer Literatur-, Medien- und Kulturwissenschaftlerin, Literaturkritikerin und Journalistin. Sie ist seit 2021 Professorin für Populäre Literaturen und Medien mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien an der Universität Zürich.

Leben Nach der Matura am Literargymnasium Rämibühl studierte Christine Lötscher von 1989 bis 1996 Germanistik, Allgemeine Geschichte und Kirchengeschichte an der Universität Zürich und an der LMU München. Sie schloss ihr Studium mit einer von Peter von Matt betreuten Lizentiatsarbeit über Theodor Fontane ab. Während und nach dem Studium arbeitete sie als Redaktorin bei verschiedenen Regionalzeitungen. Von 1999 bis 2002 war sie Kulturredaktorin beim Tages-Anzeiger in Zürich, danach war sie als freie Journalistin tätig. Von 2005 bis 2014 arbeitete sie als Redaktorin der vom Schweizerischen Institut für Kinder- und Jugendmedien herausgegebenen Fachzeitschrift Buch&Maus und als wissenschaftliche Mitarbeiterin. Seit 2008 nahm sie Lehraufträge im Fach Populäre Kulturen an der Universität Zürich wahr. 2014 promovierte sie mit einer von Ingrid Tomkowiak betreuten Arbeit über zeitgenössische Fantasy-Romane für Jugendliche. 2017 wurde sie als unbefristete Lehrbeauftragte angestellt. Nach Forschungsaufenthalten an der FU Berlin und der Universität Hildesheim habilitierte sie sich 2019 an der Universität Zürich mit einer Arbeit zu Lewis Carrolls Alice-Büchern und ihrer Zirkulation in der Populärkultur und wurde zur Privatdozentin ernannt. Im akademischen Jahr 2019/20 war sie Vertretungsprofessorin für Kulturmanagement an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). 2021 wurde sie zur Professorin für Populäre Literaturen und Medien mit Schwerpunkt Kinder- und Jugendmedien (Nachfolge Ingrid Tomkowiak) an die Universität Zürich berufen. Sie schreibt weiterhin als freie Journalistin u. a. für die Republik und 3sat Kulturzeit.Christine Lötscher. In: Universität Zürich. Abgerufen am 11. September 2026.

Daneben nahm sie eine Reihe weiterer Aufgaben wahr: Sie war Mitglied der Programmkommission der Solothurner Literaturtage (2005–2007), Literaturkritikerin in der Sendung 52 beste Bücher auf Radio SRF 2 Kultur (2008–2012) und im Literaturclub des Schweizer Fernsehens (2014–2016) und ist seit 2023 Co-Präsidentin der Gleichstellungskommission des Kantons Zürich. Seit 2015 ist sie als Stiftungsrätin der Stiftung Müllerhaus Lenzburg zuständig für das Aargauer Literaturhaus. Ausserdem war sie als Moderatorin von Lesungen und Diskussionen an verschiedenen Literaturhäusern und an Festivals tätig und Mitglied von Jurys für Literaturpreise, u. a. beim Schweizer Buchpreis und beim Deutschen Buchpreis. Seit 2024 ist sie Stiftungsrätin der Max-Frisch-Stiftung.

Forschung Lötschers Forschungsgebiet sind die Kinder- und Jugendmedien und die Populärkultur, insbesondere populäre Genres in Literatur, Film, Fernsehen und digitalen Medien. Daneben die Theorie des Nonsens und die Kulturgeschichte des Buches und des Lesens. Methodisch orientiert sie sich an der Medientheorie, der Materialitätstheorie und feministischen Theorien. Aktuelle Forschungsprojekte gelten dem Coming of Age im Anthropozän und Johanna Spyris Verbindungen zur Frauenbewegung.

Veröffentlichungen (Auswahl) Monografien Das Zauberbuch als Denkfigur. Lektüre, Medien und Wissen in der zeitgenössischen Fantasy für Jugendliche. Chronos, Zürich 2014, ISBN 978-3-0340-1252-2. [Dissertation] Die Alice-Maschine. Figurationen der Unruhe in der Populärkultur. Metzler, Stuttgart 2020, ISBN 978-3-476-05706-8. [Habilitationsschrift]

Herausgeberschaft mit Petra Schrackmann, Ingrid Tomkowiak, Aleta-Amirée von Holzen: Übergänge und Entgrenzungen in der Fantastik. LIT, Berlin 2014. mit Brigitte Frizzoni: „Bring me that horizon!“ Neue Perspektiven auf Ästhetik und Praxis populärer Literaturen und Medien. Chronos, Zürich 2020. mit Caroline Roeder: Das ganze Leben. Repräsentationen von Arbeit in Texten über Kindheit und Jugend. Metzler, Stuttgart 2022. mit Elisabeth Bronfen, Klaus Müller-Wille: „One more Loop around the bend“. Kulturanalytische Betrachtungen zu Westworld. Diaphanes, Zürich 2023. mit Ute Dettmar, Lena Hoffmann: Schreibweisen. Autorschaft, Schreibpraktiken und -formate im Feld der Kinder- und Jugendmedien. Metzler, Stuttgart 2026.

Weblinks

Christine Lötscher auf der Website der Universität Zürich

Einzelnachweise

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