mini|Charles Jacobsen vor 1942 Charles Jacobsen (* 18. November 1911 in HisøyGedenkseite fanger.no., heute zu Arendal; † 16. März 1942 auf dem Militärgelände der Insel Håøya im Oslofjord) war ein norwegischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und die deutsche Besatzung im Zweiten Weltkrieg.Lettere di condannati, Seite 462–463, siehe Literatur. Er lebte in Hisøy, von wo aus er einen Fluchtversuch nach England unternahm. Er wurde gefasst, zum Tode verurteilt und erschossen.

Familie und Beruf Er war der Sohn seiner Mutter Aagoth (Ågoth) Jacobsen (* 1890). Am 4. März 1942 heiratete er im Gefängnis, Festung Akershus, kurz vor seiner Hinrichtung Ruth Schumann.Informationen auf der Gedenkseite „Unsere Gefallenen“, vg.no. Er arbeitete vor seiner Verhaftung als nautischer Offizier (styrmann) bei der Handelsmarine. In einigen Quellen trägt er den zusätzlichen Nachnamen „Ugland“, der auf eine familiäre Beziehung zu der bekannten Reederei J. J. Ugland schließen lässt.Gedenkseite akhf.no

Widerstand Er versuchte mit fünf Kameraden nach England zu fliehen, um sich dort der Norwegischen Exilarmee anzuschließen. Zum Verlauf der Flucht und zur Gefangennahme siehe Olaf Andersen.

Verhaftung, Prozess und Hinrichtung Der Verlauf der Inhaftierung deckt sich mit der von Olaf Andersen, der Prozess endete für fünf Teilnehmer des Fluchtversuchs mit dem Todesurteil: er selbst, Olaf Andersen, Alexander Dugan UglandUnsere Gefallenen, vg.no. (1915–1942) und William NilsenUnsere Gefallenen, vg.no. (1907–1942) wurden in Håøya erschossen und dort anonym verscharrt, Carl Petter JohansenUnsere Gefallenen, vg.no. (1909–1942) wurde nach Deutschland deportiert und starb in Brandenburg an der Havel unter der Guillotine. Der sechste, Oscar SørensenUnsere Gefallenen, vg.no. (1919–1946) wurde zu einer 15-jährigen Haftstrafe verurteilt, überlebte den Krieg in einem Arbeitslager in Hamburg, starb aber kurz nach der Befreiung an den Folgen der Inhaftierung.

Gedenken Gedenktafel an einem großen Findling mit den Namen der vier Erschossenen, darunter Jacobsen, auf der Fundstelle der exhumierten Toten im südlichen Håøya, errichtet am 22. Mai 1949, jährliche Gedenkfeiern am 8. Mai. Brief an seine Mutter, geschrieben am 3. März 1942, einen Tag vor seiner Hochzeit, zwei Wochen vor seiner Exekution mit Hoffnung auf Begnadigung: „Meine liebste Ågot ... Während ich diesen Brief schreibe, erhielt ich Bescheid, dass ich morgen um 12 Uhr getraut werden kann. Du weißt ja, wir haben darüber gesprochen, und es war auch mein Wunsch, und ich glaube, es wäre das Beste für Ruth und mich, ich habe Ruth so gern, und du weißt ja, es war auch ihr Wunsch ... Und sollte es geschehen, dass ich begnadigt werde, dann komme ich wohl irgendwann einmal heraus ... viele tausend Grüße an dich von deinem Sohn Charles.“

Literatur Lettere di condannati, Turin 1954, übersetzt: Und die Flamme soll euch nicht verbrennen, Letzte Briefe europäischer Widerstandskämpfer, Berlin-Ost 1956, Seite 463–465: Charles Jacobsen, Seite 447–451: Überblick über den norwegischen Widerstand mit weiteren Quellenangaben.

Siehe auch Olaf Andersen Carl Petter Johansen

Weblinks Kurzbiographie auf der Gedenkseite „Unsere Gefallenen, våre falne“, vg.no. Datenblatt mit Zeitleiste der Gefängnisaufenthalte auf der Gedenkseite fanger.no. Flucht, Festnahme und Hinrichtung auf der Archivseite avtrykk.no. Håøya, die Insel, das Schicksal und die Namen aller Widerstandskämpfer auf der Gedenkseite „Gefangene, fanger“, fanger.no.

Einzelnachweise

Kategorie:Person (norwegischer Widerstand 1940–1945) Kategorie:Hingerichtete Person (NS-Opfer) Kategorie:Norweger Kategorie:Geboren 1911 Kategorie:Gestorben 1942 Kategorie:Mann