Hilda Eisen, geborene Gimpel (geboren 25. April 1917 in Izbica Kujawska, Regentschaftskönigreich Polen; gestorben 22. November 2017 in Beverly Hills, Kalifornien) war eine polnisch-US-amerikanische Geschäftsfrau, Philanthropin und Holocaust-Überlebende.

Leben Eisen wurde als zweites von sieben Kindern geboren. Ihre Mutter war Getreidehändlerin, ihr Vater Bäcker. Die Familie sprach Jiddisch zu Hause und hielt die jüdischen Speise- und Schabbat-Regeln ein. Später erzählte sie, sie habe eine „friedliche Kindheit“ gehabt und habe oft zu jüdischer Musik getanzt und sei ins Kino gegangen.

Nach Kriegsausbruch 1939 wurden Eisen und ihr erster Ehemann David von deutschen Soldaten verschleppt und ins Ghetto Lublin interniert. Später wurden sie in Viehwaggons in Arbeitslager deportiert. Ein deutscher Soldat half Eisen bei der Flucht und sie schloss sich den Parczew-Partisanen an. Später wurde Eisen von deutschen Truppen wieder gefasst und auf eine Polizeiwache gebracht, wo sie verhört wurde. Sie wehrte sich und sprang aus einem Fenster im zweiten Stock, wobei sie sich den Fuß brach. Während ihrer Flucht wurde ihr wohl wieder von einem deutschen Soldaten geholfen, der unten in einen hohen Zaun schoss, über den sie gerade klettern wollte.

Nach dem Krieg erfuhr Eisen, dass ihre Eltern und alle fünf Geschwister Opfer des Holocaust geworden waren. Auch ihr Ehemann David war als Mitglied der Partisanen bei der Suche nach seiner Frau ums Leben gekommen. Sie berichtete später, dass ein sowjetischer Offizier, von dem sie hoffte, er würde sie zum Grab ihres Mannes bringen, ihr schonungslos sagte, dass es nichts bringen würde, Gräber zu besuchen, und dass ihr Mann Glück habe, dass überhaupt jemand um ihn weine.

Eisen heiratete 1945 in München ihren ehemaligen Mitschüler aus der Oberschule und Holocaust-Überlebenden Harry Eisen (1917–2012), der vor dem Krieg eine Wurstfabrik betrieben hatte. Das Ehepaar Eisen bekam drei Töchter, Frances, Ruth und Mary, einen Sohn, Howard (gestorben 2014), und acht Enkelkinder. In einem Interview sagte Eisen: „Ich sage Ihnen die Wahrheit: Ich habe aus Angst geheiratet, weil ich Angst hatte, allein auf dieser Welt zu sein, ohne Familie, ohne Freunde […] Er hatte das gleiche Gefühl. Er liebte mich nicht, und ich liebte ihn nicht.“

Das Paar lebte drei Jahre lang in Flüchtlingslagern, bevor es im Mai 1948 mit der SS Marine Flasher nach New York City übersetzte und von dort mit dem Zug nach Los Angeles fuhr, wo einer von Harry Eisens Cousins wohnte. Sie konnten kein Englisch und besaßen praktisch kein Geld. Sie begannen mit einer kleinen Geflügelhaltung in ihrem Hinterhof in Arcadia, CA. 1952 verlegten sie ihren rasch wachsenden Betrieb nach Norco, CA. 1953 wurden sie dort Bürger der Vereinigten Staaten. Die Norco Ranch Inc. entwickelte sich zu einem der führenden Unternehmen Kaliforniens für die Produktion, Verarbeitung und den Vertrieb von Eiern. Als das Ehepaar Eisen das Unternehmen im Jahr 2000 an den in Missouri ansässigen Konzern Moark LLC verkauften, beschäftigte es rund 450 Mitarbeiter.

Die Eisens waren prominente Mitglieder der Gemeinde Norco. Sie finanzierten eine Gruppe, die sich 1964 erfolglos gegen den Versuch von Bauträgern wehrte, Norco zu einer Incorporated City zu machen. Später spendeten sie der Stadt 10.000 US-Dollar, um deren Fortbestand zu sichern.

Eisen galt als „unermüdliche Fürsprecherin für die Erinnerung an die Gräueltaten des Zweiten Weltkriegs“. Sie und ihr Ehemann unterstützten das United States Holocaust Memorial Museum finanziell und waren 1993 bei dessen Einweihung anwesend. Eisen wurde am 18. Juni 2001 vom Institute for Visual History and Education der USC Shoah Foundation in einem Oral-History-Interview zu ihren Erfahrungen aus dem Holocaust befragt. Sie war Vorsitzende der Lodzer Organization of Southern California, einer Gruppe von Holocaust-Überlebenden, die für jüdische Wohltätigkeitsorganisationen in Israel und vor Ort spenden. Im Jahr 2016 spendete sie anlässlich ihres 99. Geburtstags und zu Ehren ihres verstorbenen Ehemanns einen Krankenwagen an Magen David Adom (israelisches Rotes Kreuz).

Eisen starb im November 2017 im Alter von 100 Jahren in Beverly Hills, CA, und wurde dem Hillside Memorial Park Cemetery beigesetzt.

Einzelnachweise

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