mini|hochkant|Mary Vaux Walcott (1924) Mary Morris Vaux Walcott (* 31. Juli 1860 in Philadelphia, Pennsylvania; † 7. Oktober 1965 in New Brunswick) war eine US-amerikanische Künstlerin und Naturforscherin. Sie bestieg 1900 als erste Frau in Kanada den Mount Stephen und erreichte damit einen Gipfel über 3000 Meter. Zusammen mit ihrer Freundin Mary Schäffer erforschte sie als erste Frau die Nakimu-Höhlen im Glacier-Nationalpark. Sie war für ihre Aquarelle von Wildblumen bekannt und wurde in Anlehnung an John James Audubon als Audubon der Botanik bezeichnet.
Leben und Werk mini|hochkant|Mary Vaux Walcott an den Great Falls am Potomac River, am 30. April 1914 Walcott war die Tochter von George Vaux und Sarah H. Morris Vaux. Nach ihrem Schulabschluss 1879 an der Friends Select School in Philadelphia arbeitete sie einige Jahre zu Hause und führte nach dem Tod ihrer Mutter 1880 den Haushalt für ihren Vater und ihre zwei Brüder. 1887 reiste sie zum ersten Mal mit ihrer Familie in die Rocky Mountains. Die Familie befand sich auf der Rückreise nach einer transkontinentalen Eisenbahnreise. Sie gehörten zu den ersten Reisenden, die mit der neu erbauten Canadian Pacific Railway (CPR) fuhren, welche am Glacier House Hotel in den Selkirk Mountains hielt.
Nach sieben Jahren kehrte sie 1894 mit ihrer Familie dorthin zurück und stellte fest, dass der Illecillewaet-Gletscher in der Zwischenzeit erheblich zurückgegangen war. Zahlreiche folgende Sommer verbrachte sie mit ihren Brüdern George und William S. in den Selkirk Mountains und den kanadischen Rocky Mountains. Sie beteiligte sich an der Erforschung der Vergletscherung, insbesondere der Gletscher der Selkirk Mountains nahe des Glacier House, aber auch der Gletscher Wenkchemna, Yoho und Victoria in den Rocky Mountains. Die Ergebnisse ihrer Studien wurden in einer illustrierten Broschüre veröffentlicht, die von der Canadian Pacific Railway herausgegeben und mehrfach aktualisiert wurde. Sie verfasste die letzte Aktualisierung, die 1922 fertiggestellt wurde. Die Arbeit der Familie Vaux am Illecillewaet-Gletscher ist die erste umfassende Dokumentation von Gletscherstudien in Kanada.
Am 21. Juli 1900 stieg sie mit zwei Schweizer Bergführern auf den Mount Stephen. Dies war die erste dokumentierte Besteigung eines Gipfels über 10.000 Fuß durch eine Frau in Kanada.
Fotografin mini|Mount Biddle und Lake McArthur mini|hochkant|Ein gestufter Wasserfall mit dem Mount Temple und dem Mount Hungabee im Hintergrund, Paradise Valley mini|Mount Stephen gesehen von der Natural Bridge Von 1897 bis 1912 fertigten sie und ihre Brüder rund 2500 Fotografien der Kanadischen Alpen an. Ihre frühen Aufnahmen und Erkenntnisse über die Gipfel und Gletscher der Region wurden in zahlreichen Broschüren der Canadian Pacific Railway (CPR) veröffentlicht und auf verschiedenen künstlerischen und wissenschaftlichen Foren präsentiert. Walcott gehörte zu den ersten weiblichen Mitgliedern der Philadelphia Photographic Society und war eine Vorreiterin der Photosecession. Sie beherrschte das Platin-Fotodruckverfahren und war dafür bekannt, in Bergcamps und unter schwierigsten Bedingungen im Freien provisorische Dunkelkammern einzurichten. Ihre Arbeiten sind heute im Whyte Museum Archives unter dem Namen der Familie Vaux zu sehen.
Sie und ihre Brüder waren Gründungsmitglieder des Alpine Club of Canada und konnten zahlreiche frühe Besteigungen verbuchen. Sie war die erste weiße Frau, die das Yoho Valley durchwanderte, den Abbot Pass überquerte und gemeinsam mit ihrer Freundin Mary Schäffer die Deutschman Caves erforschte.
Aquarellmalerei mini|hochkant|Cattlaya Superbus mini|hochkant|Aquarell von Balsamorhiza sagittata 1913 lernte sie Charles Doolittle Walcott kennen, den damaligen Sekretär der Smithsonian Institution, der dort geologische Forschungen durchführte. Ein Jahr später heirateten sie. Ab dem darauffolgenden Sommer verbrachte das Paar jedes Jahr drei bis vier Monate in den kanadischen Rocky Mountains, wo ihr Ehemann seine geologischen und paläontologischen Studien fortsetzte. Während dieser Sommer malte sie Hunderte von Aquarellen einheimischer Blumen.
Die Smithsonian Institution veröffentlichte 1925 eine Auswahl von vierhundert ihrer Illustrationen in einer fünfbändigen Ausgabe mit dem Titel North American Wild Flowers. 1935 steuerte sie die Illustrationen zu dem ebenfalls von der Smithsonian Institution herausgegebenen Band North American Pitcher Plants bei.
Von 1927 bis 1932 war Walcott Mitglied des Federal Board of Indian Commissioners. 1933 wurde sie zur Präsidentin der Society of Women Geographers gewählt. Sie war Mitglied im Alpine Club und Trail Riders Club und Mitglied der Academy of Natural Sciences. Sie hatte maßgeblichen Einfluss auf die Gründung des National Park Service im Jahr 1916. Sie und ihr Ehemann gründeten den Charles D. und Mary V. Walcott Forschungsfonds für geologische und paläontologische Forschung. Nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1927 stiftete sie ihm zu Ehren die Charles Doolittle Walcott Medaille, die alle fünf Jahre von der National Academy of Sciences verliehen wird.
Ehrungen Der Berg Mount Mary Vaux im Jasper-Nationalpark ist nach ihr benannt, ebenso die Orchideenhybride Rhyncattleanthe Mary Vaux Walcott. Die übliche Autorenabkürzung M.Walcott wird verwendet, um diese Person als Autor anzugeben, wenn ein botanischer Name zitiert wird.
1935 gab das US-amerikanische Postministerium eine Briefmarke zur California Pacific Exposition heraus, die Mary Vaux Walcotts Aquarell Kalifornischer Mohn zeigte, signiert und datiert 10.04.1935.
Agathe Bernard drehte den Kurzfilm Carving Landscapes, der ihren Werdegang nach dem Tod ihres Bruders nachzeichnet und die Herausforderungen schildert, denen sie sich stellen musste.
Weblinks
Youtube Video: The wildflowers of Mary Vaux Walcott, ft. museum specialist Kelly Crawford (englisch)
Einzelnachweise
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