Guderode ist eine Wüstung in der Gemarkung von Hofgeismar im nordhessischen Landkreis Kassel. Sie befindet sich auf Höhe über NHN etwa 1,5 km westsüdwestlich des Zentrums der Kernstadt Hofgeismar. Die dortigen Flurbezeichnungen Guderode und Guderoder Grund erinnern an die aufgebene Siedlung.

Geschichte Zur Geschichte des Orts sind nur sporadische Belege bekannt. Er wurde im 13. Jahrhundert im Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg als Goderode erstmals urkundlich erwähnt;Josef Dolle: Das älteste Lehnbuch der Edelherren von Schöneberg. Edition und Kommentar, in Hessisches Jahrbuch für Landesgeschichte, Band 41, 1991, S. 31–83 (hier S. 57–58) darin wurde ein Gut in den Händen eines Edlen von Plesse belegt. Im April 1377 ersuchte ein Hofgeismarer Bürger den Abt des Klosters Helmarshausen um die Belehnung mit einem erblichen Mannlehen zu einem Gut in Ghuderoyde.Digitale Westfälische Urkunden-Datei (DWUD) 1493 belehnte Abt Wilhelm von Helmarshausen einen Grebensteiner Bürger mit anderthalb Hufen in Guderode,Friedrich Pfaff: Die Abtei Helmarshausen, II: Der Güterbesitz, die Verfassung und die Wirtschaft der Abtei, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Neue Folge 35, 1911, S. 29 das wohl bereits nur noch eine Feldmark war. Im Jahr 1517 kam dieses Lehen an einen Bürger in Hofgeismar. mini|Kartenblatt Hofgeismar, Landesaufnahme von 1859 (Guderode, ganz oben links, zwischen Galgenberg im Norden und Ravensberg im Süden) Obwohl wohl bereits lange zuvor von seinen Bewohnern verlassen, wurde der Ort erst 1583, mit einigen anderen in der nahen Umgebung von Hofgeismar, als von der Stadt aus bewirtschaftete Wüstung bezeichnet. Der dortige Zehnte wurde zu dieser Zeit von dem Hofgeismarer Bürger Johann Amelunxen erhoben, dessen Familie diesen als Lehen der Landgrafschaft Hessen erhalten hatte.

Fußnoten

Literatur Kurt Günther: Territorialgeschichte der Landschaft zwischen Diemel und Oberweser vom 12. bis zum 16. Jahrhundert (Schriftenreihe des Arbeitskreises für Heimatgeschichte, Band 9), Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1989 (Dissertation Marburg, 1959), S. 41 Helmut Jäger: Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Kreis Hofgeismar. (Göttinger geographische Abhandlungen, Heft 2; Dissertation, Geographisches Institut der Universität Göttingen, 1951), unveränderter Nachdruck: Hrsg. Arbeitskreis für Heimatgeschichte der Stadt Immenhausen, Heft 8, Magistrat der Stadt Immenhausen, Immenhausen, 1988, S. 175–176, Nr. 35 Heinrich Reimer (Bearb.): Historisches Ortslexikon für Kurhessen (= Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Hessen, Band 14), Elwert, Marburg, 1926, (Unveränderter Neudruck 1974, ISBN 3-7708-0510-0), S. 188 Georg Landau: Historisch-topographische Beschreibung der wüsten Ortschaften im Kurfürstenthum Hessen und in den großherzoglich hessischen Antheilen am Hessengaue, am Oberlahngaue und am Ittergaue. Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Siebentes Supplement, Theodor Fischer, Kassel, 1858, S. 31 Friedrich Pfaff: Die Abtei Helmarshausen, II: Der Güterbesitz, die Verfassung und die Wirtschaft der Abtei, in: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und Landeskunde, Neue Folge 35, 1911, S. 29

Weblinks Guderode, Kassel, im Historischen Ortslexikon Hessen (LAGIS) Guderode-Grund (Hofgeismar), in: Hessische Flurnamen (LAGIS)

Kategorie:Wüstung in Hofgeismar