Die Brut – Sie sind da (Originaltitel: The Hatching) ist ein Thriller und Horrorroman des kanadischen Schriftstellers Alexi Zentner, den dieser unter dem Pseudonym Ezekiel Boone veröffentlichte. Der Roman erschien 2016 und bildet den Auftakt einer Trilogie über das weltweite Auftreten einer bislang unbekannten, Menschen fressenden Spinnenart.

Die deutsche Übersetzung von Rainer Schmidt erschien 2017 im Fischer Taschenbuch Verlag.

Handlung Der Roman ist aus einer übergeordneten Perspektive in der dritten Person erzählt geschrieben. Er beschreibt beobachtend Ereignisse an verschiedenen Orten der Welt, wobei er zwischen mehreren Figuren und Schauplätzen wechselt. Die meist kurzen Kapitel sind jeweils mit ihrem Handlungsort überschrieben. Obwohl einzelne Erzählstränge in Peru, der Volksrepublik China, in Indien und in Schottland verortet sind, konzentriert sich der größte Teil der Geschichte auf die Vereinigten Staaten und die Aktivitäten der dortigen Personen.

Die Geschichte beginnt in Peru, wo eine Gruppe amerikanischer Touristen mit ihrem Führer im Regenwald von einer sich wie eine schwarze Masse bewegenden Schar von Spinnen angegriffen und aufgefressen wird. Der einzige Überlebende, der Tech-Unternehmer Bill Henderson, kann vermeintlich nur leicht verletzt fliehen und fliegt mit seinem Privatflugzeug zurück in die Vereinigten Staaten. Fast gleichzeitig werden in Indien rätselhafte seismische Aktivitäten registriert, während in China in einer abgelegenen Region des Landes aus ungeklärten Gründen eine Atombombe gezündet wird. Das Flugzeug von Henderson stürzt in Minneapolis ab und an der Absturzstelle wird von dem FBI-Agenten Mike Rich eine lebende Spinne gefunden, die sich fressend im verbrannten Gesicht des Mannes befindet.

Die Spinnenexpertin Melanie Guyer erhält unterdessen in ihrem Labor in Washington, D.C., einen bei den Nazca-Linien in Peru gefundenen und rund 10.000 Jahre alten verkalkten Eiersack. Aus ihm schlüpfen Spinnen, die sie als bislang unbekannte und äußerst aggressive Spezies erkennt, die Schwärme bildet und sich von lebendem Gewebe ernährt. Im Weißen Haus beschäftigt die unerklärte chinesische Atomexplosion derweil die US-Präsidentin Stephanie Pilgrim, ihren Stabschef Manny und die nationale Sicherheitsberaterin Alexandra Harris. Die Explosion wurde zunächst als Unfall dargestellt, über Kontakte finden die amerikanischen Behörden jedoch heraus, dass sie der Abwehr einer biologischen Bedrohung diente. Als kurz darauf eine Spinnenflut aus dem U-Bahnsystem in Delhi dringt, stellen die Regierungsbehörden einen Zusammenhang her und legen den gesamten Flugverkehr in den USA lahm, um eine weitere Einschleppung und Ausbreitung der Spinnen zu verhindern. Gleichzeitig beginnt die US-Regierung damit, das Militär auf eine mögliche Ausbreitung der Tiere vorzubereiten. Über Manny, den früheren Ehemann von Melanie Guyer und Pilgrims Stabschef zieht die Regierung die Biologin als wissenschaftliche Beraterin ein. Mike Rich wird nach Washington beordert, um die Spinne aus Minneapolis mit den von Guyer untersuchten Exemplaren zu vergleichen.

Als ein Containerschiff aus China im Hafen von Los Angeles havariert, erreicht die Spinnenplage die Vereinigten Staaten. Von dem Schiff aus breiten sich die Spinnen im Hafengebiet und in der gesamten Stadt aus. Das Militär versucht, die betroffene Region um Los Angeles abzuriegeln und eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Zu den eingesetzten Marines gehört die junge Lance Corporal Kim Bock, deren Einheit zunächst die Absperrungen sichern und Zivilisten am Verlassen der Gefahrenzone hindern sollte, schließlich jedoch mit ihrer Truppe den Rückzug antreten muss, als die Spinnen die Flüchtlinge erreichen. Zugleich richtet sich eine Gruppe von Preppern in der abgelegenen kalifornischen Siedlung Desperation auf die Invasion ein. Gordo und Amy sowie ihre Freunde Shotgun und Fred haben sich seit Jahren auf einen gesellschaftlichen Zusammenbruch vorbereitet und verfügen über eigene Schutzbunker. Als das Ausmaß der Spinnenplage deutlich wird, ziehen sie sich gemeinsam in einen ihrer Bunker zurück.

Bei einem Zwischenfall im Labor dringt eine der Spinnen in den Körper von Melanies Doktoranden Bark ein. Bei einer eilig initiierten Operation stellt sich heraus, dass das Tier in seinem Körper einen Eikokon angelegt hat und sein Körper mit eierbesetzen Seidenfäden durchzogen ist. Noch während des Eingriffs schlüpfen daraus zahlreiche junge Spinnen und töten ihn und das Operationsteam. Weltweit sterben die Spinnen derweil aus unerfindlichen Gründen ab, hinterlassen jedoch Eikokons. Der Roman endet offen, wobei Guyer bemerkt, dass die Invasion erst ein Anfang war und man mit einer weiteren und schlimmeren Welle der von ihr als eusozial bezeichneten Spinnen rechnen müsse. Nach ihrer Ansicht handeln die Spinnen kooperativ und erfüllen unterschiedliche Funktionen innerhalb einer organisierten Population. Die bisher identifizierten Fressspinnen und die Brüter seien dabei nur eine Vorhut für die nächsten Generationen mit weiteren Formen.

Rezeption Das Magazin Publishers Weekly benannte den Roman als apokalyptische Variation der Pulp- und B-Movie-Tradition und hob hervor, dass Boone das spektakuläre Katastrophenszenario mit glaubwürdig handelnden Figuren und nachvollziehbaren Dialogen verbinde. The Hatching erfinde das Pulp-Genre zwar nicht neu, belebe es aber durch seine Figurenzeichnung und den gesellschaftlichen Kontext überzeugend wieder. Paul Mount sah als Rezensent in Starburst deutliche Bezüge zum Tierhorror der 1970er- und 1980er-Jahre und verglich das Buch vor allem mit dem 1974 erschienenen Roman Die Ratten (Originaltitel The Rats) von James Herbert. Er lobte die sehr bildhafte Erzählweise und stellte mehrere konkret wirkungsvolle Horrorszenen wie das Überrennen der Stadt Delhi und die Havarie des Containerschiffs im Hafen von Los Angeles heraus, kritisierte aber zugleich die Vielzahl teilweise nur kurz auftretender und in diesem Roman nicht wieder aufgegriffener Figuren, die die Handlung bremsten. Insgesamt bewertete er den Roman als unterhaltsame moderne Wiederaufnahme des klassischen Tierhorrors.

Aufgrund seiner zahlreichen parallel geführten Figuren und Schauplätze und der weltweiten Bedrohung wurde The Hatching auch mit Stephen Kings apokalyptischem Roman The Stand – Das letzte Gefecht verglichen. Zentner äußerte seine persönliche Wertschätzung für Stephen King und insbesondere The Stand unter anderem in einem Porträt der Binghamton University, wo er den Roman seinen bevorzugten apokalyptischen Roman nannte. In einem späteren Interview erklärte er zudem, Vergleiche seiner eigenen Bücher mit denen Kings als besonderes Lob zu betrachten. Ob der Name der fiktiven kalifornischen Siedlung Desperation allerdings zugleich eine Anspielung auf Kings gleichnamigen Roman darstellt, ist nicht belegt.

Im deutschsprachigen Raum wurde Die Brut ebenfalls als stark an der Pulp- und Unterhaltungsliteratur orientierter Thriller wahrgenommen. CulturMag charakterisierte ihn als zeitgenössische „Pulp Fiction“ und hob insbesondere sein hohes Erzähltempo hervor.

Veröffentlichung Der Roman The Hatching erschien am 5. Juli 2016 bei Emily Bestler Books, einem Imprint von Atria Books innerhalb der Verlagsgruppe Simon & Schuster, in den Vereinigten Staaten. Die deutsche Übersetzung von Rainer Schmidt wurde am 24. Mai 2017 unter dem Titel Die Brut – Sie sind da bei Fischer Taschenbuch veröffentlicht.

Ausgaben Ezekiel Boone: The Hatching. Atria/Emily Bestler Books, New York 2016, ISBN 978-1-5011-2504-1. Ezekiel Boone: Die Brut – Sie sind da. Aus dem Englischen von Rainer Schmidt. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2017, ISBN 978-3-596-03553-3.

Der Roman ist der erste Teil der Hatching-Trilogie. Ihm folgten Skitter (2017), auf Deutsch Die Brut – Die Zeit läuft, und Zero Day (2018), auf Deutsch Die Brut – Das Ende naht.

Belege

Weblinks Die Brut – Sie sind da beim S. Fischer Verlag

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