Die Schilling von Vilich (auch: Schillinc, Schillink, Schillinck o. ä.; lat.: solidus; Vilke, Vylke, Vylß, Vylße o. ä.) waren ein niederrheinisches Uradelsgeschlecht mit Stammsitz auf Burg Lede im Bonner Stadtteil Vilich. Die Schilling von Vilich gelten als Erbauer der Burg. mini|hochkant|Wappen der Schilling von Vilich Die Schilling von Bornheim, Schilling von Buxfort, Schilling von Cannstatt, Schilling von Lahnstein, die elsässischen Schilling, die sächsischen Schilling, die thüringischen Schilling, die baltischen Schilling sowie die Baseler Schilling sind von dieser Familie zu unterscheiden.
Geschichte Im Jahre 1361 trat das Geschlecht erstmals mit dem Knappen Johann Schilling von Vilich auf, als dieser auf zugunsten des Erzbischofs Wilhelm von Köln auf Wein zu Ahrweiler verzichtete. Laut der Urkunde gab ihm der Erzbischof zuvor Geld für den Unterhalt der Burg Lede. Weiter gab der Graf von Berg Johann 1373 eine Rente. Das früheste Auftreten des Wappens der Schilling von Vilich stammt aus dem Jahre 1389, als Johann mit diesem als Ritter siegelte, wie er es auch in den Jahren 1394 und 1397 tat. Scheinbar war Johann spätestens ab 1396 kurkölnischer Hofmeister. In diesem Jahr gewährte er der Stadt Köln einen Waffenstillstand für verschiedene Adlige. Weiter schrieb er der Stadt Köln bezüglich des Fehdebriefes seines Sohnes, den dieser im Jahre 1400 wegen der Verunrechtung seines Neffen Johann von Geysselayr ausstellte. Aus einer Urkunde des Jahres 1389 geht hervor, dass der Ritter Engelbrecht von Orsbeck der Onkel des Hofmeisters Johann Schilling von Vilich war; das bedeutet, dass seine Mutter höchstwahrscheinlich eine von Orsbeck war. Eine weitere verwandtschaftliche Beziehung lässt sich aus einer Urkunde des Jahres 1388 ermitteln: Die Söhne des Engelbrecht Duvel von Eckerscheid und der Gertrud Wolff von Rheindorf nannten Johann ihren „lieben Oheim“.
Der gleichnamige Sohn des Letzteren heiratete im Jahre 1401 Nelgin von dem Bongart gt. von Bergerhuysen, Tochter des Wilhelm und der Richmut, und erhielt den halben Hof zum Bongart sowie den halben Hof zu Uckistorp zur Aussteuer. Der ältere Johann Schilling von Vilich kaufte seinem Sohn die anderen Hälften der Höfe für 850 Gulden; er trat zuletzt in einer Quittung über die Zahlung im Jahre 1402 auf. 1409 erschien der jüngere Johann als Knappe vom Wappen; dies unterstreicht das Alter der Familie. Ferner schenkten die Eheleute Ritter Johann Schilling von Vilich und Nelgin dem Katharinenaltar zu Gräfrath im Jahre 1419 eine Jahresrente von einem Ohm Wein, den sie aus dem Weingarten bei dem Haus in der Lach zu Vilich bezogen. Dieses Haus war im Besitz der Schilling von Vilich und später als „Haushof“ oder „Blanckartsburg“ bekannt. Johann erschien im Jahre 1424 als verstorben und seine Witwe heiratete den Erbkämmerer Statz von dem Bongart. Es kam in diesem Jahr zu einem Erbstreit über den Besitz der Schilling von Vilich; insbesondere über den Hof zu Molendorp. Ein Wynrich Schilling, Kanoniker zu Aachen und Bonn, besiegelte diesen Streit. Laut Anton Fahne ist das Geschlecht im Stift Vilich urkundlich bis 1500 belegt.
Wappen rechts|127x127px Blasonierung: Geteilt von Schwarz und Silber; im rechten Oberwinkel ein silberner Adler. Auf dem Helm zwei schwarze Büffelhörner, zwischen denen der Adler wiederholt ist.
Der jüngere Johann Schilling von Vilich führte das Wappen im Jahre 1419 ohne Büffelhörner.
Literatur
Herbert M. Schleicher (Bearb.): Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts-Bibliothek zu Köln: Band 14 (Mappe 1071–1150, Schellart von Dudeldorf–Spatgen) (= Veröffentlichungen der Westdeutschen Gesellschaft für Familienkunde e. V., Nr. 93), Köln 1997, S. 153 f. Anton Fahne: Geschichte der kölnischen, jülichschen und bergischen Geschlechter in Stammtafeln, Wappen, Siegeln und Urkunden, Band 1, Heberle, Köln und Bonn 1848, S. 388 (hhu.de).
Einzelnachweise
Kategorie:Rheinländisches Adelsgeschlecht