Alheidis von Rietberg (teilweise auch Alheydis, Adelheid) war von 1314 bis 1330 Äbtissin des Zisterzienserinnenklosters St. Aegidii in Münster.
Leben Sie war eine Tochter Graf Friedrichs I. von Rietberg und seiner Frau Beatrix von Horstmar. Zu ihren Brüdern gehörten unter anderem Graf Konrad II. von Rietberg, der spätere münsterische Fürstbischof Otto III. von Rietberg, der Domherr Simon von Rietberg und Graf Friedrich II. von Rietberg.Wolfgang Leesch: Die Grafen von Rietberg aus den Häusern Arnsberg und Ostfriesland. In: Westfälische Zeitschrift 113 (1963), S. 309
Als Äbtissin wird Alheidis erstmals am 21. Oktober 1314 genannt. Weitere Erwähnungen stammen aus den Jahren 1318 und 1325. Dabei ging es unter anderem um Landkäufe, Kaufpreise und die daraus jährlich zu erzielenden Einkünfte. Mit einem Teil der Einkünfte stiftete Alheidis das Gedächtnis für ihre verstorbene Schwester, die mit einem Grafen von Tecklenburg verheiratet gewesen war. Ein weiterer Teil diente dem Gedächtnis ihrer Vorgängerin und Tante Oda von Rietberg. Weitere Einkünfte wurden für die Armen und für einen Altar bestimmt.Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York, 2009 Bei der in der Memorialstiftung genannten verstorbenen Schwester handelte es sich um Beatrix von Rietberg. Sie war mit Graf Otto von Tecklenburg verheiratet und starb zwischen 1312 und 1325. Die von Alheidis 1325 vorgenommene Memorialstiftung wurde von der Priorin Alburgis gemeinsam mit dem Propst Johannes bestätigt. Der im Zusammenhang mit Alheidis' Vermögensverfügungen genannte Coldehof im Kirchspiel Nienberge war am 3. Oktober 1318 vom Stift Freckenhorst für insgesamt 150 Mark an das Kloster St. Aegidii verkauft worden. Der Hof wurde dabei frei von Vogteilasten übertragen. Der von Alheidis mit jährlich 12 Schilling ausgestattete Altar der heiligen Engel (sanctorum Angelorum) war der älteste nachweisbare Seitenaltar der Kirche St. Aegidii. Er befand sich im Bereich des Kreuzgangs.
Leesch setzt Alheidis' Tod in die Zeit zwischen 1330 und 1335. Bei Kohl ist sie letztmals am 18. November 1330 als Äbtissin belegt; 1335 amtierte bereits ihre Nachfolgerin Cunegundis von Ahaus. Alheidis dürfte daher zwischen Ende 1330 und 1335 verstorben sein.
Einzelnachweise
Literatur Wilhelm Kohl: Die Bistümer der Kirchenprovinz Köln. Das Bistum Münster 10. Das Zisterzienserinnen-, später Benediktinerinnenkloster St. Aegidii zu Münster. Germania Sacra, Dritte Folge 1, Berlin/New York 2009 S. 277f.
Kategorie:Äbtissin Kategorie:Zisterzienserin Kategorie:Familienmitglied des Adelsgeschlechts Cuyk (Linie Rietberg) Kategorie:Person des Christentums (Münster) Kategorie:Geboren im 13. Jahrhundert Kategorie:Gestorben im 14. Jahrhundert Kategorie:Frau