Marshall Harold Efron (* 3. Februar 1938 in Los Angeles, Kalifornien; † 30. September 2019 in Englewood, New Jersey) war ein US-amerikanischer Schauspieler, Synchronsprecher und Autor, der von 1967 bis 2019 aktiv war.

Leben Efron wurde 1938 als Marshall Harold Efron in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien geboren. Er war der Sohn von Ida Plotkin und Jacob Efron, russisch-jüdische Einwanderer. Nach seiner Schulzeit studierte er an der University of California, Los Angeles (UCLA).

Ursprünglich wurde er durch seine Arbeit bei den hörerfinanzierten Pacifica-Radio‑Sendern KPFK in Los Angeles und WBAI in New York City bekannt. Bei WBAI war Efron ein häufiger Gast in den Sendungen von Steve Post und Bob Fass, zusammen mit linken bzw. gegenkulturellen Persönlichkeiten wie Paul Krassner. Eine denkwürdige Sendung entstand, als Efron und Krassner für den urlaubenden Steve Post einsprangen und sich als Studenten der Columbia University ausgaben, die den Sender im Rahmen der Columbia‑Proteste von 1968 übernommen hätten. Obwohl Stammhörer die Stimmen von Krassner und Efron sehr gut kannten, galt das für viele andere Hörer nicht. Polizisten des New York Police Department (NYPD) rückten während der Sendung gleich drei Mal an, nachdem Hörer die angebliche „Übernahme“ des Senders gemeldet hatten.

Seine Arbeit vor der Kamera begann er 1967 mit einer Gastrolle im Film Funnyman. Ab 1968 war er in Howard Sacklers Bühnenstück The Great White Hope () am Alvin Theatre am Broadway in New York City zu sehen. Ab 1972 spielte er erneut am Broadway in der Wiederaufnahme von William Shakespeares Komödie Viel Lärm um nichts am Winter Garden Theatre.

In den Jahren 1971 und 1972 war er Moderator der von WNET produzierten wöchentlichen Satiresendung The Great American Dream Machine auf dem damals noch jungen Fernsehsender PBS. Weitere Mitwirkende waren Chevy Chase, Albert Brooks, Paul Jacobs, Studs Terkel und Andy Rooney. Die ursprünglich 90 Minuten lange Show konzentrierte sich auf Sketche und satirische politische Kommentare. In der zweiten Staffel wurde die Länge auf eine Stunde reduziert. Von 1973 bis 1977 moderierte er zudem das sonntags ausgestrahlte Kinderprogramm Marshall Efron’s Illustrated, Simplified and Painless Sunday School. Efron spielte alle Rollen – darunter Adam, Eva, Gott und die Schlange im Garten Eden sowie die Heiligen Drei Könige in der Weihnachtsgeschichte. Die New York Times nannte ihn „den großen Mann, der zierlich einen satirischen Vorschlaghammer schwingt“ und beschrieb ihn später als „rundlichen Elf mit dem Rasenschnurrbart.“

Es folgten zahlreiche Gast- und Nebenrollen sowohl in Filmen als auch in Fernsehserien, darunter auch George Lucas’ erster Kinofilm THX 1138 (1971).

Neben seiner Arbeit vor der Kamera arbeitete er als Voice Actor. Eine erste Sprechrolle hatte er 1978 im Kurzfilm Why Me? Es folgten Rollen in Filmen wie Die Kühe sind los (2004), Robots (2005) und Ice Age 2 - Jetzt taut's (2006). 1997 lieh er seine Stimme zudem verschiedenen Figuren im Computerspiel The Space Bar. Eine letzte Rolle vor der Kamera hatte er 2014 als Little Anthony in Rob the Mob – Mafia ausrauben für Anfänger. Im deutschen Sprachraum wurde Marshall unter anderem von Claus Brockmeyer, Tom Deininger, Michael Gahr, Michael Habeck, Matthias Klages, Nicolas König, Axel Malzacher, Hans-Rainer Müller, Peter Musäus, Michael Nowka, Thomas Rau, Claus Ringer, Franz Rudnick, Bernd Simon und Walter Tschernich synchronisiert.

Efron schrieb zwischen 1971 und 1997 mehrere Drehbücher und veröffentlichte zudem mehrere humoristische Bücher, oft zusammen mit seiner langjährigen Schreibpartnerin Alfa-Betty Olsen, die durch die Zusammenarbeit mit Mel Brooks bekannt wurde. Er starb im Alter von 81 Jahren an den Folgen eines Kreislaufstillstands im Lillian Booth Actors Home in Englewood und fand seine letzte Ruhe auf dem Green-Wood Cemetery.

Filmografie (Auswahl) Schauspieler (Auswahl)

Sprechrollen (Auswahl)

Drehbuchautor (Auswahl) 1971: The Great American Dream Machine (Fernsehserie) 1974: Lampoon (Fernsehspezial) 1975: Dick Cavett Show (Fernsehserie) 1984: Spalding Gray’s Map of L.A. (Kurzfilm) 1986: Disney-Land (Fernsehserie) 1990: 3-2-1 Contact: You Can’t Grow Home Again (Fernsehserie) 1990: 3-2-1 Contact Extra – The Rotten Truth (Fernsehfilm) 1997: The Journey of Allen Strange (Fernsehserie)

Theater (Auswahl) 1968–1970: The Great White Hope (Alvin Theatre, Broadway, New York City) 1972–1973: Much Ado About Nothing (Winter Garden Theatre, Broadway, New York City)

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

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