Nuits d’Arabie ist ein luxemburgisch-belgisch-österreichisches Filmdrama von Paul Kieffer aus dem Jahr 2007.

Handlung Georges Turmes ist 28 Jahre alt, lebt noch bei seinen Eltern, spielt im Musikverein Tuba und steht im Fußballklub im Tor. Sein Leben ist einfach, ruhig, vorhersehbar und eigentlich ist Georges damit zufrieden. Bis er eines Tages der Algerierin Yamina begegnet.

Zum ersten Mal trifft Georges sie als Fahrgast im Zug zwischen Luxemburg und Bettemburg, als er ihre Fahrkarte kontrolliert. Als er ihr kurze Zeit später erneut begegnet, versucht sie, versteckt in der Nähe des Bahnhofs, zwischen alten Kanistern und einer verlassenen Garage, zu schlafen. Yamina erzählt ihm, dass sie von Terroristen verfolgt werde und sich deshalb verstecken müsse. Georges, höflich und schüchtern, beschließt, ihr zu helfen und versteckt sie in einer alten Gartenlaube an der Alzette.

Je mehr Zeit Georges mit Yamina verbringt, desto stärker faszinieren ihn ihre Geschichten über ihre Kindheit in der Wüstenoase Tabelbala, die Massaker im Süden Algeriens während der 1990er-Jahre sowie ihre Schwierigkeiten in Algerien und später in Frankreich. Durch Yaminas Erzählungen wird Georges die Enge der Grenzen seines eigenen, bislang so selbstverständlich erscheinenden Lebens bewusst. Er beginnt, aus diesen Grenzen auszubrechen, etwa als der Hobbykoch seiner Familie zum Weihnachtsessen Couscous serviert.

Als Yamina plötzlich und ohne Erklärung verschwindet, ist Georges völlig desorientiert. Er macht sich auf die Suche nach ihr und muss dabei feststellen, dass er eigentlich kaum etwas über die junge Frau weiß. Jeder Mensch, den er trifft und der Yamina gekannt haben will, erzählt eine andere Version ihrer Geschichte. Dennoch ist Georges überzeugt, dass er nach Algerien reisen muss, um sie zu retten.

Er lässt sein bisheriges Leben, seine Familie und seine Freunde hinter sich und begibt sich auf eine Reise ohne klares Ziel. Seine Suche führt ihn schließlich bis nach Algier und weiter zu einer Oase in der Sahara.

Produktion Die Dreharbeiten fanden unter anderem in den Luxemburger Stadtteilen Bonneweg, Bahnhofsviertel und Kirchberg statt und wurden dort kurz vor Weihnachten 2006 beendet.

Die Dreharbeiten in der Wüste Tabelbala begannen am 29. Dezember 2006 und wurden nach zwölf Tagen am 17. Januar 2007 beendet. Die Wahl des Ortes Tabelbala war reiner Zufall, denn Kieffers Zeigefinger landete zufällig auf diesem Ort. Doch aufgrund von Sicherheitsbedenken in Algerien nach dem Bürgerkrieg wollte Kieffer nach Tunesien ausweichen. Als er sich aber in Tabelbala nach Schauplätzen umschaute, fand er eine sichere Umgebung vor.

Die Kosten des Films sollen sich auf zwei Millionen Euro belaufen haben.

Besetzung und Synchronisation Die deutsche Synchronisation entstand durch die Splendid Synchron in Köln nach einem Dialogbuch und Dialogregie von Bernd Nigbur. RolleDarstellerSprecherGeorgesJules WernerYaminaSabrina OuazaniJulia ZifferNicoleAnne Marie SolviGeorges VaterMarco LorenziniNanouNargis BenamorTanya KahanaKhalilNabil MissoumiBen KouriArezki BoutrahiGeorges GroßvaterCamille OlingerGeorges GroßmutterMarie-Paule von RoesgenBen KouriArezki BoutrahiMonniSerge TononGeorges TantePat WenglerJempiPol Hoffmann

Veröffentlichung Die Vorpremiere fand am 10. November 2007 statt, ab dem 16. November lief der Film in den luxemburgischen Kinos. In Luxemburg sahen den Film insgesamt 5551 Menschen in den Kinos.

Auszeichnung Jeannot Sanavia gewann 2007 den SACEM Lëtzebuerg Preis für die beste Filmmusik bei den Luxemburger Filmpreisen. Er wurde als luxemburgischer Beitrag in der Kategorie Bester fremdsprachiger Film für die Oscarverleihung 2009 vorgeschlagen, aber nicht nominiert.

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Einzelnachweise

Kategorie:Filmtitel 2007 Kategorie:Filmdrama Kategorie:Luxemburgischer Film Kategorie:Belgischer Film Kategorie:Österreichischer Film