Wera Wladimirowna Boroditsch (; * in Moskau; † 14. Oktober 1978 in Puschkino, Oblast Moskau) war eine russische bzw. sowjetische Philologin und Hochschullehrerin.
Leben Boroditsch aus einer Beamtenfamilie besuchte drei Jahre lang das Gymnasium und nach der Oktoberrevolution die Mittelschule und studierte an der Universität Leningrad in der Fakultät für Sprachwissenschaft und Materielle Kultur mit anschließender Aspirantur zur Anfertigung der Kandidat-Dissertation.Enzyklopädie der Russisch-Orthodoxen Kirche 2003: БОРОДИЧ (abgerufen am 7. September 2026).
Ab 1936 lehrte Boroditsch Russisch am Moskauer Mechanik-Maschinenbau-Institut bis 1940 und während des Deutschen Angriffskriegs am Allunionsinstitut für Wirtschaftswissenschaften des Volkskommissariats für Rüstungsindustrie. Sie war von 1943 bis 1944 leitende wissenschaftliche Redakteurin des Verlags für ausländische und nationale Wörterbücher. Dann übersetzte sie für den Moskauer Verlag für fremdsprachige Literatur bis Ende der 1950er Jahre Arbeiten ausländischer Autoren über die Altkirchenslawische Sprache aus dem Bulgarischen, (Упоминание В. В. Бородич как преподавателя болгарского и старославянского на филфаке МГУ.) Französischen und Deutschen.
Ab 1944 lehrte Boroditsch als Dozentin an der Lomonossow-Universität Moskau in der Philologischen Fakultät Bulgarisch und Altkirchenslawisch. Einer ihrer Studenten war Nikita Tolstoi. Sie verteidigte 1953 mit Erfolg ihre Doktor-Dissertation über die Beziehungen der Arten des altkirchenslawischen Verbs für die Promotion zur Doktorin der philologischen Wissenschaften. Die Ernennung zur Professorin des Lehrstuhls für Slawische Philologie erfolgte 1957. Pensioniert wurde sie 1967.
Als Mitglied einer Moskauer russisch-orthodoxen Kirchengemeinde war für Boroditsch ihr ausgeprägter Gottesglaube Grundlage ihres Lebens und Handelns. Sie hatte einen geistlichen Vater gehabt, der 1932 im Gulag starb und dessen Witwe und Tochter sie unterstützte.
Ab 1970 arbeitete Boroditsch in der Moskauer Geistlichen Akademie und lehrte Geschichte der kirchenslawischen Sprache. Sie wurde 1974 Professorin am Lehrstuhl für kirchenslawische Sprache.
Ehrungen, Preise Patriarchen-Urkunde (1971) Orden des Heiligen Apostelgleichen Großfürsten Wladimir (1975)
Weblinks Katalog der Russischen Nationalbibliothek: Бородич, Вера Владимировна
Einzelnachweise
Kategorie:Absolvent der Universität Sankt Petersburg Kategorie:Sprachwissenschaftler Kategorie:Hochschullehrer (Lomonossow-Universität) Kategorie:Russe Kategorie:Sowjetbürger Kategorie:Geboren 1905 Kategorie:Gestorben 1978 Kategorie:Frau