mini|Margareta Gyllenstierna, Portraitgemälde von Martin van Meytens (1648–1736) Margareta Gyllenstierna af Fogelvik (* um 1689; † 26. Januar 1740) war eine politisch aktive schwedische Gräfin und Ehefrau von Arvid Horn (1664–1742), dem Präsidenten der Reichsratskanzlei (1710–1719 und 1720–1738) und einer der führenden Persönlichkeiten der schwedischen sogenannten „Zeit der Freiheit“ (: Frihetstiden).
Biographie Margareta Gyllenstierna entstammte dem schwedischen Zweig des dänisch-schwedischen Adelsgeschlechts Gyllenstierna. Sie war das sechste von zehn Kindern des schwedischen Feldmarschalls Nils Karlsson Gyllenstierna (1648–1720) und der Anna Christina Gyllenstierna af Björksund (1657–1715). Ihr Geburtsjahr ist nicht genau überliefert, müsste jedoch 1689 sei, da sie zwischen ihren Schwestern Sidonia (1688–1701) und Charlotta (1690–1695) geboren wurde. Als einziges Kind, das das Erwachsenenalter erreichte, erbte sie umfangreiche Güter in Småland und Östergötland sowie das Schönfeldt-Haus und den Gripenhielm-Landsitz (Malmgård) in Stockholm.Svante Norrhem: Kvinnor vid maktens sida: 1632-1772 (: Frauen auf der Seite der Macht: 1632-1772). Nordic Academic Press. Lund. 2007. ISBN 978-91-89116-91-7, S. 113.
Im Jahr 1710 heiratete sie Arvid Horn; für ihn war es die dritte Ehe. Sie hatte fünf Kinder, zwei Söhne und drei Töchter, darunter Eva Horn af Ekebyholm (* 1716; † 1790), die 1735 Axel von Löwen heiratete, und Adam Horn af Ekebyholm (1717–1778).
In den 1720er und 1730er Jahren spielten Margareta Gyllenstierna und Arvid Horn eine ähnliche Rolle wie Magdalena Stenbock und Bengt Gabrielsson Oxenstierna in den 1680er und 1690er Jahren sowie Christina Piper und Carl Piper in den 1700er Jahren: Sie waren als Eheleute zugleich politische Partner.Svante Norrhem: Christina och Carl Piper: en biografi. Historiska media. Lund. 2010. S. 37.
Gyllenstierna zählte zu jenen einflussreichen Ehefrauen von Politikern, die mit dem französischen Botschafter Charles Louis de Biaudos de Casteja zusammenarbeiteten. Casteja war dafür bekannt, in Schweden Frauen – wie etwa Charlotta von Liewen und Hedvig Catharina Lillie – als Agentinnen für Frankreich zu gewinnen. In seinen Berichten erwähnte Casteja sie häufig und verwies auf ihren Einfluss auf ihren mächtigen Gatten, indem er die politischen Ansichten von Graf Horn als die von Graf und Gräfin Horn darstellte, als handele es sich um eine einzige politische Persönlichkeit, die Arvid Horns Position vertrat. Margareta Gyllenstierna versorgte Casteja mit Informationen und Analysen darüber, welche Personen politisch einflussreiche Positionen innehatten, und nahm zudem über Casteja Gesuche von Bittstellern entgegen.Gunnar Wetterberg: Från tolv till ett: Arvid Horn (1664–1742). Atlantis. Stockholm. 2006. ISBN 91-7353-125-1. S. 365. Die Zusammenarbeit zwischen Gyllenstierna und Casteja endete auf ihre Initiative hin, als Horns politische Linie mit französischen Interessen kollidierte und sie den Interessen ihres Mannes den Vorzug vor denen Frankreichs gab. Ihre veränderte Haltung brachte sie durch eine öffentliche Missfallenskundgebung zum Ausdruck, als Casteja ihrem Ehemann zu einem politischen Erfolg gratulierte.
Margareta Gyllenstierna pflegte zudem politische Briefwechsel mit der französischen Königin Maria Leszczyńska und deren Mutter, der ehemaligen polnischen Königin Katharina Opalińska; beide waren seit ihrem Aufenthalt in Schweden in den Jahren 1709 bis 1714 mit dem Ehepaar Horn bekannt.
Nach dem Tod ihres Mannes erbte Gyllenstierna eine Anzahl weiterer Güter, darunter Fogelvik, Stjärneberg, Vitvik, Djursö och Stjärnö.Gunnar Wetterberg: Från tolv till ett: Arvid Horn (1664–1742). Atlantis. Stockholm. 2006. ISBN 91-7353-125-1. S. 667.
Gyllenstierna starb am 26. Januar 1740 und wurde in der Familiengruft in der alten, 1782 durch einen Neubau ersetzten Kirche von Tryserum in Östergötland (heute Valdemarsvik) beigesetzt,Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor. Norstedts Forlag. Stockholm. 1925–1936. S. 355. die die Familie 1739–1743 renovieren ließen.
Literatur Gustaf Elgenstierna: Den introducerade svenska adelns ättartavlor. Norstedts Forlag. Stockholm. 1925–1936. Svante Norrhem: Kvinnor vid maktens sida: 1632-1772 (: Frauen auf der Seite der Macht: 1632-1772). Nordic Academic Press. Lund. 2007. ISBN 978-91-89116-91-7.
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