mini|Schulgebäude gemalt 1785 von Zygmunt Vogel Die Ritterakademie war im 18. Jahrhundert eine Kadettenschule in Polen-Litauen, deren Sitz sich im Kazimierz-Palast in Warschau befand und die die Jugend der Adelsrepublik im Geiste der Aufklärung erziehen sollte.
Geschichte König Stanislaus August Poniatowski machte im Zuge seiner Wahl zum polnisch-litauischen Monarchen das Wahlversprechen, eine Ritterschule für den ärmeren Adel aus Staatsmitteln einzurichten. 1765 löste er das Versprechen ein und stellte der Schule 600.000 Zloty zur Verfügung. Der Sejm sicherte der Schule ab 1766 den Betrieb mit weiteren Mitteln in Höhe von 600.000 Złoty jährlich. Die Ritterakademie nahm 200 Kadetten auf, 2/3 aus dem Königreich Polen und 1/3 aus dem Großfürstentum Litauen. Insgesamt bildete die Akademie ca. 950 Schüler aus, davon ca. 650 Kadetten. Zahlreiche Abgeordnete des Großen Sejms sowie Teilnehmer am Kościuszko-Aufstand, darunter Tadeusz Kościuszko selbst, waren Absolventen der Ritterakademie. Zu den Dozenten gehörte auch Nicolas Chopin, der Vater des Komponisten Frédéric Chopin. Die Ritterakademie wurde Ende 1794 nach der Niederschlagung des Kościuszko-Aufstands geschlossen.
Siehe auch Aufklärung in Polen-Litauen
Literatur Witold Lisowski: Polskie korpusy kadetów 1765–1956. Z dziejów wychowania. Warszawa: Wydawnictwo Ministerstwa Obrony Narodowej, 1983. ISBN 83-11-06845-3. Leonard Ratajczyk: Historyczny rodowód polskiego ceremoniału wojskowego. Warszawa: Wydawnictwo Ministerstwa Obrony Narodowej, 1981. ISBN 83-11-06506-3.
Kategorie:Militärische Ausbildungsstätte Kategorie:Polen-Litauen Kategorie:Geschichte von Warschau Kategorie:Aufklärung