Der Freundeskreis Yad Vashem e.V. ist ein deutscher gemeinnütziger Verein, dessen Zweck „das Wachhalten der Erinnerung an den Holocaust in Zusammenarbeit mit Yad Vashem in Israel“ ist. Erster Vorsitzender ist der Journalist Kai Diekmann. Zweite Vorsitzende sind die Filmproduzentin Alice Brauner sowie der Bankier Christopher von Oppenheim. Geschäftsführer ist seit 2025 Wenzel Michalski.
Geschichte Der Verein wurde 1997 auf Initiative des Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Ignatz Bubis, in Frankfurt am Main gegründet.Gespräch mit Avner Shalev, Berliner Morgenpost vom 1. Dezember 2004, S. 2. Sitz des Vereins ist Berlin. Das Berliner Büro versteht sich als „Bindeglied zwischen Yad Vashem in Jerusalem und Deutschland“.
Die ehemalige Bundestagspräsidentin und Bundesfamilienministerin Rita Süssmuth wurde 2002 Vorsitzende des Vereins. Es folgten Hildegard Müller und Jürgen Rüttgers. Seit 2017 steht Kai Diekmann dem Verein vor.
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens des Vereins hielt der damalige Bundeskanzler (Deutschland) Olaf Scholz die Festrede. Der Freundeskreis sei wichtig, damit Deutschland seiner „Pflicht, jüdisches Leben zu fördern und zu schützen“ gerecht werde.
Tätigkeiten Der Verein sammelt Spenden für Yad Vashem in Israel. So spendeten 2019 der Fußballverein Borussia Dortmund sowie die Firmen Daimler-Benz, Deutsche Bahn, Deutsche Bank und Volkswagen jeweils eine Million Euro für eine Erweiterung der Gedenkstätte um ein „Haus der Sammlungen“. Zahlreiche deutsche Unternehmen sind Fördermitglieder des Vereins und betrachten ihre Mitgliedschaft als Teil des Umgangs mit der eigenen Firmengeschichte. So bezeichnete etwa die Bayer AG die Fördermitgliedschaft des Unternehmens als ein „klares Zeichen für den verantwortungsvollen Umgang mit seiner Geschichte – insbesondere im Hinblick auf die Verstrickung der deutschen Wirtschaft in den Nationalsozialismus sowie die Verbrechen der I.G. Farben“.Antje Höning, Bayer tritt Freundeskreis Yad Vashem bei, Rheinische Post vom 02.09.2026, S. 10.
Daneben trat der Freundeskreis auch mit eigenen Initiativen auf, zu denen neben Gedenkveranstaltungen auch Ausstellungen, digitale Lernformate sowie ein Podcast gehörten.
Auf Vorschlag des Freundeskreises wurde 2026 ein Teil der Berliner Dorotheenstraße in Yad Vashem-Straße umbenannt.Berliner Morgenpost vom 04.06.2026, S. 1.
Weblinks Website des Freundeskreises Yad Vashem
Einzelnachweise
Kategorie:Holocaustgedenken Kategorie:Verein (Berlin) Kategorie:Yad Vashem Kategorie:Vereinsgründung 1997