mini|Lucas Museum of Narrative Art (2022) Das Lucas Museum of Narrative Art ist ein Museum, das vom Filmemacher George Lucas und seiner Frau Mellody Hobson gegründet wurde. Das Museum beherbergt alle Formen visuellen Erzählens, darunter Malerei, Fotografie, Skulptur, Illustration, Comic-Kunst, Performance und Video. Es befindet sich im Exposition Park in Los Angeles, Kalifornien und wurde am 22. September 2026 eröffnet.
Sammlungen Das Lucas Museum beherbergt Werke von Künstlern wie Judith Baca, N. C. Wyeth, Carrie Mae Weems, Diego Rivera, Norman Rockwell, Frank Frazetta, Ralph McQuarrie, Jacob Lawrence, Kadir Nelson, Paul Cadmus, Yinka Shonibare und Jack Kirby. Im Jahr 2021 gab das Museum den Erwerb des Archivs mit Materialien zur Entstehung und Ausführung von Judy Bacas fast einen Kilometer langem Wandgemälde The History of California bekannt, das im Volksmund als „Great Wall of Los Angeles“ im San Fernando Valley bekannt ist. Ebenfalls im Jahr 2021 erwarb das Museum Robert Colescotts Gemälde George Washington Carver Crossing the Delaware River: Page from an American History Textbook.
Im Jahr 2019 erwarb das Museum das Separate Cinema Archive, das Plakate, Aushangfotos, Standfotos, Drehbücher und andere Artefakte umfasst, die die Geschichte des afroamerikanischen Kinos von 1904 bis heute dokumentieren. Insgesamt enthält das Archiv etwa 37.000 Objekte. Zu den Stars, deren Werk in der Sammlung festgehalten ist, gehören Dorothy Dandridge, Paul Robeson, Duke Ellington, Sidney Poitier und Josephine Baker.
Zur Einrichtung des Lucas-Archivs stiftete George Lucas seine wertvolle persönliche Sammlung, die Requisiten und Erinnerungsstücke aus Star Wars, Indiana Jones, Alice im Wunderland und den Peanuts umfasst.
Geschichte Erster Präsident des Museums war Don Bacigalupi, ehemaliger Präsident des Crystal Bridges Museum of American Art in Bentonville, Arkansas. Er trat Anfang 2019 von diesem Amt zurück. Im Oktober 2019 wurde Sandra Jackson-Dumont zur Direktorin und Geschäftsführerin ernannt. Im März 2025 trat sie von dieser Position zurück. Anschließend übernahm Jim Gianopulos interimistisch die Geschäftsführung und ist weiterhin im Amt. Im Dezember 2025 verließ auch die Chefkuratorin Pilar Tompkins Rivas das Museum.
Vorgeschlagene Standorte Das geplante Lucas Cultural Arts Museum sollte ursprünglich in San Francisco auf dem Crissy Field entstehen. Dort sollte Lucas’ Kunstsammlung untergebracht werden, deren Wert auf etwa eine Milliarde US-Dollar geschätzt wird. Nach vier Jahren erfolgloser Verhandlungen mit dem Presidio Trust über das Grundstück in San Francisco gab Lucas bekannt, dass das Museum stattdessen in Chicago entstehen würde. Grund dafür waren das Interesse des Bürgermeisters Rahm Emanuel und die Zusage eines Grundstücks am Ufer des Michigansees. Das Museum sollte das Grundstück vom Chicago Park District für einen symbolischen Dollar pro Jahr pachten. Auch der Bürgermeister von Los Angeles, Eric Garcetti, bewarb sich um den Standort und bot Lucas ein Grundstück im Exposition Park neben der University of Southern California an. Lucas entschied sich jedoch für Chicago als Standort seines Museums. Youngstowns Bürgermeister John McNally hatte Lucas ebenfalls vorgeschlagen, das Museum in Youngstown, Ohio, anzusiedeln und bot dafür ein gespendetes Grundstück in der Innenstadt an.
In Chicago wurde der vorgeschlagene Standort auf einem Parkplatz in der Nähe des Soldier Field, des Burnham Harbor und des Museum Campus von einer Kommission der Stadt Chicago ausgewählt. Nach der offiziellen Bekanntgabe des Museumsstandorts am Chicagoer Seeufer und der späteren Präsentation der Architektur stieß das Projekt, wie bereits in San Francisco, auf Widerstand. In einem Leitartikel kritisierte die Chicago Tribune die Größe des Gebäudes und bezeichnete es als „Denkmal für seinen Gönner und nicht als bescheidene Bereicherung eines demokratischen öffentlichen Raums“. Der Chicagoer Plan sah ein Museumsgebäude vor, das etwa viermal so groß sein sollte wie das in San Francisco geplante, wobei diese Größe später reduziert wurde. Die Tribune äußerte zudem Bedenken hinsichtlich der von den Steuerzahlern zu tragenden Instandhaltungskosten und der Beeinträchtigung des Seeufers.
Die „Friends of the Parks“, eine Denkmalschutzorganisation aus dem Großraum Chicago, lehnte den Plan ab und verwies auf ein Bauverbot für das für das Lucas Museum vorgesehene Gelände. Sie reichte eine Bundesklage ein, um das Bauvorhaben zu verhindern, und argumentierte, dass die Vergabe eines 99-jährigen Pachtvertrags an das Museum die Kontrolle über ein erstklassiges Seeufergrundstück faktisch an ein Museum abtrete, das nicht dem Gemeinwohl diene, sondern private und/oder kommerzielle Interessen fördere. Im März 2015 entschied der US-Bezirksrichter John Darrah, dass das für das Museum vorgesehene Land in öffentlichem Besitz sei. Somit sei nur die Illinois General Assembly befugt, das Gesetz zu ändern und den Bau zu genehmigen. Der Staat verabschiedete daraufhin ein Gesetz, das solche Projekte ermöglichen sollte, und der Stadtrat von Chicago genehmigte die Zoneneinteilung. Der Chicago Park District genehmigte einen langfristigen Pachtvertrag, woraufhin ein Rechtsstreit entbrannte.
Das Architekturbüro MAD Studio (MAD architects) unter der Leitung von Ma Yansong war für den Entwurf des Gebäudes in Chicago verantwortlich, während VOA Associates die Bauleitung übernahm. Studio Gang Architects, die bereits an der Sanierung von Northerly Island beteiligt waren, wurden mit der Landschaftsgestaltung beauftragt. Der Entwurf stieß nach seiner Veröffentlichung auf Kritik. Blair Kamin von der Chicago Tribune nannte das Bauwerk „unnötig massiv“ und forderte „etwas mehr Zurückhaltung“, um die Uferpromenade zu erhalten. Greg Hinz von Crain’s Chicago Business spottete, es sei „protzig und aufdringlich und verschandele die Uferpromenade der Stadt auf seine Weise genauso wie ein Teenager mit einer Spraydose…“. Im September 2015 wurden überarbeitete Pläne veröffentlicht, die das Projekt verkleinerten, ansonsten aber den Grundentwurf beibehielten.
Die Organisation „Friends of the Parks“ wurde für ihre Ablehnung des Projekts kritisiert; dieses Projekt hätte einen Stadionparkplatz in eine kulturelle Attraktion mit zusätzlicher Parkfläche umgewandelt und der Stadt direkt und indirekt jährlich Millionen von Dollar eingebracht. Im Mai 2016 veröffentlichte Bill Kurtis einen Meinungsbeitrag zur Unterstützung des Lucas Museums in der Chicago Tribune.
Am 3. Mai 2016 erklärte Mellody Hobson, die Ehefrau von George Lucas, in einer Stellungnahme, dass das Paar nach einer längeren Auseinandersetzung mit Friends of the Parks nach anderen Standorten für das Museum suche. Am 24. Juni 2016 gab Lucas bekannt, dass das Museum nicht in Chicago eröffnet werde.
Standort Los Angeles Nach erfolglosen Verhandlungen in San Francisco und Chicago gaben Museumsverantwortliche im Juni 2016 bekannt, dass sie Los Angeles als Standort in Betracht zögen. Am 10. Januar 2017 verkündete George Lucas, dass das Museum im Exposition Park in Los Angeles, Kalifornien, errichtet werden solle. Als Gründe nannte er die Nähe zur University of Southern California, seiner Alma Mater, dem Los Angeles Memorial Coliseum, dem BMO Stadium, anderen Museen und lokalen Schulen in South Los Angeles.
Das Gebäude wurde von Ma Yansong des chinesischen Architekturbüros MAD Studio (MAD architects) und dem Architekturbüro Stantec entworfen. Das Museumsgebäude mit einer Fläche von fast 28.000 m² umfasst fünf Stockwerke und 9.300 m² Ausstellungsfläche, es beherbergt eine Bibliothek, Seminarräume, zwei Kinosäle, ein Restaurant, ein Café und einen Veranstaltungsraum. Es liegt auf einem 4,5 Hektar großen Parkgelände, das vom Landschaftsarchitekturbüro Studio-MLA gestaltet wurde.
Errichtung Die Bauvorbereitungen begannen im Januar 2018. Generalunternehmer ist Hathaway Dinwiddie. Der Spatenstich fand am 14. März 2018 statt. Die Eröffnung des Museums war ursprünglich für 2021 geplant, wurde aber aufgrund von Verzögerungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie auf 2023 verschoben. Im Jahr 2022 wurde die Eröffnung erneut verschoben, diesmal auf 2025. Im Jahr 2025 wurde sie nochmals auf 2026 verschoben.
Weblinks
Offizielle Website (englisch)
Einzelnachweise
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