mini|Marguerite de Gramont, 1902 Marguerite Alexandrine de Gramont (geborene Margaretha von Rothschild am 19. September 1855 in Frankfurt; gestorben am 25. Juli 1905 in Paris) war ein Mitglied der Familie Rothschild und eine Persönlichkeit und eine der bedeutendsten Gastgeberinnen ihrer Zeit, in der Pariser Gesellschaft.

Leben Margaretha Alexandrine von Rothschild wurde am 19. September 1855 in Frankfurt geboren. Sie war die zweitjüngste Tochter des Bankiers Mayer Carl von Rothschild aus dem Neapler Zweig und Louise von Rothschild aus dem Londoner Zweig der Familie Rothschild. Sie hatte ein ausgeprägtes künstlerisches Interesse und einen eher schlichten Lebensstil.

Ihre Mutter hatte beschlossen, dass ihre zwei jüngsten Töchter nicht innerhalb der jüdischen Bankiersfamilie Rothschild heiraten sollten, sondern gerne Franzosen. So billigte sie die Wahl ihrer Tochter und unterstützte die Hochzeit mit dem angesehenen Witwer Antoine XI. Alfred Agénor, Duc de Gramont, Fürst von Bidache. Die Hochzeit fand am 10. Dezember 1878 in Paris statt. De Gramont hatte aus seiner ersten Ehe eine Tochter, Élisabeth de Gramont, deren Mutter im Kindbett gestorben war. Um ihn heiraten zu können, trat Margaretha von Rothschild zum Katholizismus über. Nach der Hochzeit nannte sie sich Marguerite. Ihr Vater billigte diese Ehe nicht und strich sie aus seinem Testament. Sie drohte der Familie mit einer Klage. Um einen öffentlichen Skandal abzuwenden, sagten ihre Schwestern ihr einen Teil des jeweils eigenen Erbes zu.

mini|Château de Vallière Ihr Vater starb 1886 und ihre Mutter und ihre sechs Schwestern zahlten ihr ihr Erbe, dabei ging es um eine Summe von sechzig Millionen Goldfranken, aus. Das Paar behielt den bisherigen Lebensstil dennoch bei, erst einige Zeit später erwarben sie ein Hôtel particulier an der Ecke Rue de Chaillot und Champs-Élysées in Paris und ließen das Château de Vallière auf dem Anwesen Mortefontaine errichten.

Marguerite de Gramont wurde in Paris eine der bedeutendsten Gastgeberinnen ihrer Zeit. Ihre Stieftochter Elisabeth de Gramont hielt in ihren Memoiren fest, dass ihre Eltern im Laufe der Jahre geschätzt etwa 90.000 Gäste in der Rue de Chaillot empfangen hätten. So führte sie als enge Vertraute Marcel Proust in die Gesellschaft der Faubourg Saint-Honoré ein.

Nachdem sie an der Beerdigung ihrer Schwester Berthe Clair Berthier de Wagram im Jahr 1903 teilgenommen hatte, zog sich Marguerite de Gramont eine Erkältung zu und erkrankte an einer Lungenentzündung. Von dieser erholte sie sich nicht mehr und starb geschwächt am 25. Juli 1905 in Paris.

Nachkommen mini|Marguerite de Gramont mit Armand und ihrer Tochter Corisande Mit Agénor de Gramont hatte Marguerite de Gramont drei Kinder:

Antoine Agénor Armand, Herzog von Guiche und später Herzog von Gramont (1879–1962), der Élaine Greffulhe heiratete; Corisande de Gramont (1880–1977), Marquise Hélie de Noailles; Louis-René, Graf von Gramont (1883–1963).

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Einzelnachweise

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