Quiet Now ist ein Musikalbum von Gene Bertoncini. Die Aufnahmen erschienen 2004 als SACD auf Ambient Records.
Hintergrund Quiet Now war das zweite Soloalbum des Gitarristen Gene Bertoncini nach Body and Soul (1999). Auf dem Album interpretierte er u. a. Kompositionen von John Coltrane, Tadd Dameron, Bill Evans, Antônio Carlos Jobim und Billy Strayhorn. „Nessun Dorma“ wurde von Giacomo Puccini für seine Oper Turandot geschrieben. „Bang the Drum Slowly“ ist die Titelmusik des gleichnamigen Films von John D. Hancock von 1973.
Titelliste Gene Bertoncini: Quiet Now (Ambient Records – CD-005) Lush Life / Isfahan (Strayhorn) 4:54 My One and Only Love (Guy Wood, Robert Mellin) 3:12 Giant Steps (Coltrane) / On a Misty Night (Tadd Dameron) 3:56 Träumerei (Robert Schumann) 3:16 So in Love (Sinatra) / The More I See You (Harry Warren, Mack Gordon) 5:25 Olha Maria (Jobim) 3:48 Quiet Now (Evans) 2:24 Nessun Dorma (Puccini) 4:50 Waltz for Debbie / Very Early (Evans) 4:10 Theme from „Bang the Drum Slowly“ (Bobby Gosh) 5:20
Rezeption Nach Ansicht von Dr. Judith Schlesinger, die das Album in All About Jazz rezensierte, müsste man Gene Bertoncinis strahlendes Gitarrenspiel mit einem Wort beschreiben, wäre es „exquisit“ – in den fünf Bedeutungen dieses Wortes, die alle auf Bertoncinis Musik zutreffen: „1) gekennzeichnet durch eine komplexe und schöne Gestaltung oder Ausführung; 2) von solcher Schönheit oder Zartheit, dass es Entzücken weckt; 3) ausgezeichnet, makellos; 4) äußerst scharfsinnig oder anspruchsvoll; und 5) intensiv, leidenschaftlich“. Besonders hervorzuheben sei die außergewöhnliche Klarheit und Wärme von Quiet Now. Offenbar habe die Technologie (DSD, SACD) die nuancierte analoge Authentizität wiederbelebt, auf dieser CD würde die Gitarre sowohl klar als auch erfrischend natürlich klingen.
Die Titelliste sei so vielseitig wie Bertoncini selbst; mehr an Melodie und Bedeutung als an Genre interessiert, sei es typisch für ihn, Strayhorn, Coltrane, Schumann, Puccini und „The Streets of Laredo“ in einem Set zu vereinen, so Schlesinger. „The Streets of Laredo“ ist Teil des „Bang the Drum Slowly“-Themas und klinge in Bertoncinis Interpretation sehr irisch. Seine Akustikgitarre verleihe der bekannten Arie „Nessun Dorma“ eine ganz neue Dimension, wobei seine Interpretation ebenso bewegend und leidenschaftlich ist wie die von Pavarotti.
Bertoncini habe auch in anderen Kontexten [außerhalb des Jazz] gearbeitet – und das sehr erfolgreich –, doch wenn es um Arrangements für das Soloinstrument gehe, sei er eine Klasse für sich, meint Duck Baker in JazzTimes. Er würde sich der Gitarre auf dieselbe Weise wie Paganini nähern, der sie als sein „kleines Orchester“ bezeichnete. Dieser Komponist behielt seine virtuosen Meisterwerke natürlich der Violine vor, und auch Bertoncini widme sich hier nicht besonders intensiv der anspruchsvollen Einzelnoten-Improvisation. Doch das mache er mit seinen atemberaubenden Arrangements mehr als wett, die auf sehr vollen und oft herrlich dissonanten Akkordstimmen basieren. Es sei die Art und Weise, wie er diese Stimmen variiere, die „Quiet Now“ zu einem solchen Vergnügen machen würden. Ein wunderschöner Klang, ein subtiler Sinn für Humor und unfehlbarer guter Geschmack würden ebenfalls dazu beitragen. Seltsamerweise sei Bertoncinis Werk unter Gitarristen legendär, doch dies sei erst sein zweites Soloalbum gewesen. Hoffentlich. mini|Andrés Segovia (1963) Es gebe nur noch eine Handvoll legendärer Jazzgitarristen, die nach einem Leben voller majestätischer Hingabe an die Kunst der Jazzgitarre den ihnen gebührenden Respekt und die Bewunderung einfordern könnten, meint Lyle Robinson (Jazz Guitar Life). Gene Bertoncini sei genau ein solcher Künstler, und wie Andrés Segovia sollte sein Name ein Synonym für alles sein, was in der Welt des Jazz an Virtuosität zähle. Glücklicherweise sei Gene Bertoncini, anders als Segovia, noch immer unter uns und könne nach wie vor atemberaubende Darbietungen auf der Solo-Jazzgitarre liefern, was er glücklicherweise auch „Quiet Now“ tue. Schon ab den ersten Tönen von „Lush Life“ verwöhnt Gene Bertoncini den Zuhörer mit einundvierzig Minuten klassischer und beliebter Jazz-Stücke, die Gene selbst wunderschön für Sologitarre arrangiert hat.
Seine Technik sei, wie man sich vorstellen könne, makellos, sein Timing einfach umwerfend, und seine intime Kenntnis dieser Stücke über jeden Zweifel erhaben, während er die Melodien und Harmonien jedes einzelnen Songs auf eine Weise zum Leben erwecke, wie es nur er könne, so Robinson. Der Autor lobt seine liebevolle Interpretation und raffinierte Neuharmonisierung von „My One and Only Love“, dem Titelsong „Quiet Now“ oder Jobims „Olha Maria“, wo man einen Meistermusiker bei der Arbeit erlebe. Sollte man sein Werk noch nicht kennen, würde ein Zitat des Jazzpianisten Fred Hersch einen Einblick geben: „Der Gitarrist Gene Bertoncini ist ein vollendeter Virtuose und ein Musiker, der die außergewöhnliche Fähigkeit besitzt, sich emotional mit jeder Komposition, die er spielt, zu verbinden.“
Einzelnachweise
Kategorie:Album (Jazz) Kategorie:Album 2004