miniatur|Palazzo Canevari in Rom (1993) Der Palazzo Canevari ist ein klassizistischer Palast aus dem 19. Jahrhundert in Rom in der italienischen Region Latium. Er liegt im Viertel Sallustiano am Largo di Santa Susanna, 13.
Geschichte Der Palazzo Canevari stellt ein Beispiel eines großen, öffentlichen Gebäudes dar, das in einer Zeit entstand, als Rom sich zur Hauptstadt des neuen Königreichs Italien entwickelte.
Das Gebäude war speziell dafür konzipiert, den Sitz des neuen Ufficio Geologico Nazionale (dt.: Nationales geologisches Büro), einer Abteilung des italienischen Landwirtschafts-, Industrie- und Handelsministeriums, aufzunehmen; das Büro war mit der Erstellung der geologischen Karte Italiens betraut: Die Entstehung des Büros war zu großen Teilen Quintino Sella, einem Gelehrten der Mineralogie und mehrmaligem Finanzminister. Der Palast musste darüber hinaus das Museo Agricolo-Geologico (später in Museo Geo-Paleontologico und Museo Geologico Nazionale umbenannt) aufnehmen, wo die Stücke, die bei den Kartierungsarbeiten gefunden wurden, ausgestellt wurden. Mit dem Bauprojekt wurde der Bauingenieur Raffaele Canevari betraut, der ein Gebäude im Jugendstil im Largo di Santa Susanna, anschließend an die Kirche Santa Maria della Vittoria und den Palast des Ministeriums in der Via XX Settembre konzipierte. Der zwischen 1873 und 1881 erbaute Palast wurde 1885 eingeweiht.
1999 verlor das Gebäude seinen Status als staatliche Liegenschaft und die Sicherungsarbeiten, die 1995 begonnen worden waren, wurden 2001 eingestellt. 2003 wurde das Anwesen für die Verbriefung vorgesehen und somit 2005 verkauft. Das Gebäude, das wegen seiner architektonischen Besonderheiten seit 1991 unter Denkmalschutz stand, wurde 2004 zusätzlich durch Auferlegung eines archäologischen Status geschützt, als bei Ausgrabungen im Untergrund ein acht Meter langes Stück der Servianischen Mauer aufgetaucht war. Später wurden sogar Reste eines Tempels entdeckt, sowie die eines Wohnhauses aus dem 6. Jahrhundert v. Chr. 2015 ging das Anwesen in den Besitz der Cassa Depositi e Prestiti über, die die Verantwortung für den Umbau zu ihren eigenen Büros übernahm, wobei sie sich dazu verpflichtete, die archäologischen Funde in einem Museum auszustellen, das öffentlich zugänglich ist.
Museo Geologico Nazionale mini|Seine Majestät, der König, weiht das Museo Agrario ein, Zeichnung von Dante Paolocci in der Illustrazione Italiana, Nr. 21, 24. Mai 1885 Von 1885 bis 1995 beherbergte der Palazzo Canevari das Museo Geologico Nazionale, das am 3. Mai 1885 in Gegenwart des Königs von Italien, der Minister, der Senatoren und der Abgeordneten eingeweiht wurde. In dem Museum waren über 150.000 Fundstücke (etwa 100.000 paläontologische Exponate und etwa 52.000 Steine und Mineralien) ausgestellt, wovon 40.000 für die Erstellung der geologischen Karte Italiens gesammelt worden waren. Weitere stammten aus Schenkungen bedeutender Gelehrter, es gab aber auch Exponate, die vorher in Institutionen in Turin, Pisa, Florenz und Caltanissetta ausgestellt waren. In dem Museum waren auch 17 rekonstruktive, kartographische Modelle zu sehen, die zwischen 1875 und 1915 gefertigt worden waren, um einige Gebiete von besonderer geologischer Bedeutung darzustellen, und einige technische Instrumente zur Herstellung der geologischen Karte Italiens, die zwischen den 1870er-Jahren und den 1970er-Jahren zum Einsatz kamen. Daran angeschlossen war eine Bibliothek mit 150.000 Veröffentlichungen, eine Kartensammlung mit 50.000 Landkarten und eine Fotosammlung mit 63.000 Luftaufnahmen von italienischen Gebieten.
Wegen des Beginns der Restaurierungsarbeiten die Sammlungen 1995 in Lagerhallen gebracht, die zu den Institutionen gehörten, die das Ufficio Geologico Nazionale übernommen hatte. 2001 versuchte der Direktor der ANPA, Giovanni Damiani, vergebens, den Palazzo INAIL im EUR zu erwerben, um in dessen Erdgeschoss das Museum einziehen zu lassen. 2008 kümmerten Freiwillige der ISPRA sich darum, auf der Website des Institutes ein virtuelles Museum mit einer Auswahl an Fundstücken einzurichten. Die Sammlungen blieben so in Ermangelung eines neuen Museumskonzepts lange Zeit in den Lägern der ISPRA, während sich die verschiedenen Appelle von Verbänden, Wissenschaftlern und Intellektuellen aneinanderreihten, die die Wiedereröffnung forderten, entweder am angestammten Sitz im Palazzo Canevari oder andernorts.
Im Februar 2021 einigte sich die ISPRA mit dem Kulturministerium auf eine Ausstellung der Sammlungen im Museo delle civiltà im EUR. An diesem Standort wurde im Dezember 2022 eine erste Ausstellung der ISPRA-Sammlungen gezeigt und die Einrichtung des Museums wurde Ende 2024 abgeschlossen.
Einzelnachweise und Bemerkungen Das Ufficio Geologico Nazionale wurde zunächst 1986 vom Ministero dell’Industria, del Commercio e dell'Artigianato an das neugegründete Ministero dell'Ambiente e della Tutela del Territorio e del Mare übergeben und wurde dann 1999 mit der Agenzia Nazionale per la Protezione dell'Ambiente (ANPA) zusammengelegt, die bald in Agenzia per la Protezione dell'Ambiente e per i Servizi Tecnici (APAT) umbenannt wurde. Schließlich wurde diese 2008 mit dem Istituto Superiore per la Protezione e la Ricerca Ambientale (ISPRA) zusammengelegt.
Neben dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer, Giuseppe Biancheri, waren folgende Minister des sechsten Kabinetts Depretis anwesend: Pasquale Stanislao Mancini (Außenminister), Enrico Pessina (Justizminister), Michele Coppino (Bildungsminister) und Bernardino Grimaldi (Minister für Landwirtschaft, Industrie und Handel). Mont Blanc, Livorno mit den Inseln Pianosa und Gorgona, Montecatini Val di Cecina, Massa Marittima, Elba, Kap von Argentario, Monte Soratte, Vulcano Laziale, Umgebung von Rom, Phlegräische Felder, Provinz Neapel, Vesuv (2), Ischia, Sizilien (2) und Ätna.
Quellen
Corpo Reale delle Miniere: Guida all'Ufficio geologico con appendice sulle collezioni di pietre decorative antiche. Tipografia nazionale di G. Bertero, Rom 1904.
Weblinks
Kategorie:Erbaut in den 1880er Jahren Canevari Canevari, Palazzo Kategorie:Bauwerk des Jugendstils in Italien