Das Monument du 22 Novembre 1970 (deutsch „Denkmal des 22. November 1970“) ist ein 30 Meter hohes Denkmal in Conakry, der Hauptstadt Guineas. Es erinnert an den von portugiesischen Streitkräften und guineischen Exiloppositionellen ausgeführten Angriff auf Conakry vom 22. November 1970, der unter dem portugiesischen Decknamen Operação Mar Verde („Operation Grünes Meer“) bekannt wurde. Das Denkmal steht auf dem Gelände des Palais du Peuple und stellt die Ereignisse im Sinne der damaligen Regierung als Sieg des guineischen Volkes über den portugiesischen Imperialismus dar.
Hintergrund Guinea unterstützte unter Präsident Ahmed Sékou Touré die Partido Africano da Independência da Guiné e Cabo Verde (PAIGC), die seit 1963 gegen die portugiesische Kolonialherrschaft in Portugiesisch-Guinea, dem heutigen Guinea-Bissau, kämpfte. Conakry diente der PAIGC als politischer und logistischer Stützpunkt.
In der Nacht vom 21. auf den 22. November 1970 landeten portugiesische Soldaten und von Portugal ausgebildete guineische Regierungsgegner an mehreren Stellen in Conakry. Zu den Zielen der Operation gehörten der Sturz Tourés, die Gefangennahme des PAIGC-Vorsitzenden Amílcar Cabral, die Zerstörung militärischer Einrichtungen und die Befreiung portugiesischer Gefangener. Die Angreifer nahmen unter anderem das Gefangenenlager Camp Boiro ein und befreiten dort festgehaltene Gefangene. Der guineische Verteidigungsminister Lansana Diané geriet zeitweise in ihre Gewalt, konnte jedoch entkommen.
Die politischen Hauptziele wurden nicht erreicht: Weder Touré noch Cabral konnten gefangen genommen und die Regierung nicht gestürzt werden. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen verurteilte Portugal am 8. Dezember 1970 in der Resolution 290 wegen seiner Beteiligung an dem Angriff.
Nach dem Angriff leitete das Regime Tourés eine umfangreiche Verfolgungswelle gegen tatsächliche und vermeintliche Gegner ein. Zahlreiche Menschen wurden verhaftet, ohne rechtsstaatliches Verfahren verurteilt oder im Camp Boiro inhaftiert. Der Angriff wurde damit zu einem wichtigen Bezugspunkt der staatlichen Propaganda und zur Rechtfertigung weiterer politischer Repressionen.
Geschichte Die guineische Regierung beschloss nach dem Angriff, ein Denkmal für die getöteten Guineer und zur Erinnerung an die Abwehr der Invasion zu errichten. Sékou Touré legte am 22. November 1971, dem ersten Jahrestag des Angriffs, den Grundstein. An der Zeremonie nahmen guineische Regierungsvertreter sowie guineische und chinesische Arbeiter teil. Das Denkmal wurde mit chinesischer Unterstützung errichtet und galt als weiteres Symbol der engen Beziehungen beider Staaten während der Regierungszeit Tourés.
Das auf einer Grundfläche von etwa 1380 Quadratmetern errichtete Bauwerk erreicht eine Höhe von 30 Metern. Am Sockel befinden sich Reliefs, auf denen der Widerstand der Bevölkerung gegen die Angreifer dargestellt wird. Das Denkmal wurde am 22. November 1972 eingeweiht. An der Zeremonie nahmen unter anderem der ugandische Präsident Idi Amin und ein stellvertretender Generalsekretär der Organisation für Afrikanische Einheit teil.
Inschriften Auf den Seiten des Denkmals befinden sich mehrere politische Losungen. Sie behandeln die Verteidigung des Landes, die Beteiligung der Bevölkerung an der Revolution und den Vorrang der staatlich definierten historischen Interessen vor individuellen Interessen. Die bekannteste Inschrift lautet:
Sinngemäß übersetzt bedeutet sie:
„Denkmal des 22. November 1970. Die Revolution verlangt viel! Der Imperialismus wird in Guinea sein Grab finden!“
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Einzelnachweise
Kategorie:Erbaut 1971 Kategorie:Conakry Kategorie:Denkmal (Militär)