Caroline (Karolina) Juliana Anna Ulrika Lewenhaupt (* 20. April 1754 in Oberbronn im Elsass; † 29. Dezember 1826 in der Kirchengemeinde Lofta, Schweden) war eine schwedische Hofdame (: Statsfru), Dichterin und Laienschauspielerin.

Biographie Herkunft und frühe Zeit am Hof von Gustav III. Caroline Lewenhaupt wurde als Mitglied des schwedischen Adelsgeschlechts Lewenhaupt in Oberbronn als Tochter von Graf Adam Lewenhaupt (1725–1775) und Carolina Christina Anna Louise Sinclair geboren. 1778 heiratete sie in Straßburg ihren Cousin, Graf Charles Emil Lewenhaupt. Sie wuchs in Frankreich auf und galt als geistreich, intelligent und fröhlich.

Caroline Lewenhaupt blickte auf eine lange Laufbahn am schwedischen Königshof zurück. Vor ihrer Heirat diente sie von 1771 bis 1774 als hovfröken (: Hofdame niederen Ranges) bei Königin Sophia Magdalena und von 1774 bis 1776 als Kammerfräulein (: kammarfröken) bei Hedwig von Schleswig-Holstein-Gottorf, genannt Prinzessin Charlotte.

Von 1781 bis 1795 war sie als statsfru (: Hofdame höheren Ranges) erneut für Königin Sophia Magdalena tätig, da man sie für geeignet hielt, die zurückhaltende Königin aufzuheitern. Sie genoss deren besondere Zuneigung und war beim Tod ihrem Tod 1813 anwesend.

Eine bedeutende Rolle spielte Caroline Lewenhaupt im berühmten Laientheater am Hofe des schwedischen Königs Gustav III., das dieser zu Weihnachten 1775 auf Schloss Gripsholm gegründet hatte, um Laienaufführungen am Hof zu organisieren. Sie wurde zur Vorsitzenden bzw. „Großmeisterin“ der Theatergesellschaft ernannt und galt zusammen mit Maria Aurora Uggla als Primadonna des Theaters, die häufig die Hauptrollen übernahm. Am 7. Januar 1776 spielte sie beispielsweise die Rolle der Gräfin in dem Stück La Gageuse an der Seite von Gustav III., der den Oberst verkörperte; laut Fredrik Sparre urteilte der französische Botschafter, diese Rolle hätte an keinem Theater in Paris besser gespielt werden können.

Späterer Hofdienst Von Januar bis Juni 1811 amtierte sie als Oberhofmeisterin (: Överhovmästarinna) der Kronprinzessin Désirée Clary und empfing diese – gemeinsam mit der Hofdame Mariana Koskull – bei ihrer Ankunft in Schweden. Ihr Verhältnis zur Kronprinzessin war allerdings schlecht. Berichten zufolge bewegte Élise la Flotte die Kronprinzessin dazu, Lewenhaupt zu schikanieren, um deren Amt selbst übernehmen zu können. Zu Lewenhaupts Aufgaben gehörte es unter anderem, Désirée in Etikettefragen zu unterweisen – ein Umstand, der der Kronprinzessin missfiel und an den sie sich nicht anpassen wollte. Zudem gab es Spannungen hinsichtlich des Ranges. Als Caroline Lewenhaupt ihre Töchter bei Désirée vorstellte und auf deren Status als Gräfinnen des Heiligen Römischen Reiches hinwies, kommentierte Désirée dies mit den Worten: „Madame, ich vergesse nicht, dass ich die Tochter eines Kaufmanns bin.“Ingvar von Malmborg (Hrsg.): Min gud tocket hov! Det svenska hovet från Napoleon till Louis Philippe (: Mein Gott, der Hof! Der schwedische Hof von Napoleon bis Louis-Philippe.) In: Familjen Bernadotte - kungligheter och människor (: Die Familie Bernadotte – Königshaus und Volk). Stockholm. 2010. Der Konflikt endete, als der Kronprinz durchsetzte, dass la Flotte als Stellvertreterin Lewenhaupts ernannt wurde. Caroline Lewenhaupt blieb in Schweden, als Désirée 1811 nach Frankreich abreiste, von wo sie erst elf Jahre später zurückkehren sollte.

1818 trat Lewenhaupt als Nachfolgerin von Christina Charlotta Stjerneld als Överhovmästarinna erneut in den Dienst von Hedwig von Schleswig-Holstein-Gottorf, die inzwischen Königin von Schweden geworden war. Da die Königin jedoch noch im selben Jahr verwitwete, wurde Lewenhaupt durch Charlotta Aurora De Geer ersetzt.

1823 wurde sie erneut als Leiterin des Hofstaats der Königin berufen, als Désirée Clary – inzwischen Königin – nach elfjähriger Abwesenheit nach Schweden zurückkehrte. Da sie Désirée bereits während deren ersten Aufenthalts in Schweden (1810–1811) in dieser Funktion gedient hatte und zudem der verstorbenen Königin zu Diensten gewesen war – womit sie die letzte Inhaberin dieses Amtes am Königshof war –, stellte ihre Ernennung eine pragmatische Lösung dar: Es hieß schlicht, sie habe das Amt behalten und sei nun erneut in den Dienst gerufen worden.J. A. C. Hellstenius: Minnen ur Sveriges nyare historia, samlade av B. von Schinkel. Bihang. Utg. af S.J. Boëthius. Samson & Wallin. Stockholm. 1828. Lewenhaupt noch Désirée hatten jedoch keine guten Erinnerungen an ihre frühere gemeinsame Zeit und sie wurde in ihrem Amt von Marcelle Tascher de la Pagerie abgelöst.

Lewenhaupt starb in Linköping.

Schriftstellerin Caroline Lewenhaupt verfasste zahlreiche Texte für Gedichte, die bei verschiedenen Anlässen am Hof vorgetragen wurden. 1825 veröffentlichte sie Les apparitions. Mélo-drame. Représenté devant la famille royale le 30 janvier 1825./(C.L.), gedruckt bei Charles Deleen, Stockholm.

Literatur Gerd Ribbing: Gustav III:s hustru. Sofia Magdalena. Alb. Bonniers Boktryckeri. Stockholm. 1958. Gerd Ribbing: Ensam drottning. Sofia Magdalena 1783–1813. Alb. Bonniers Boktryckeri. Stockholm. 1959. Oscar Levertin: Samlade Skrifter 17–18. Albert Bonniers Förlag. Stockholm. 1918. Nils Personne: Svenska teatern: några anteckningar. 1, Under gustavianska tidehvarfvet jämte en återblick på dess tidigare öden. Wahlström & Widstrand. Stockholm. 1913. Wikisource-Link. Abgerufen am 21. August 2026. Cecilia af Klercker: Hedvig Elisabeth Charlottas dagbok VIII (1807–1811). Norstedt & Söners förlag. Stockholm. 1939. Stichwort: Lewenhaupt nr 2. Auf: Adelsvapen.com. Link. Abgerufen am 1. September 2026.

Einzelnachweise

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