The Decomposition Of Noise ist das elfte Studioalbum der Düsseldorfer Neo-Psychedelic und Neo-Kraut Rock Band Vibravoid. Es erschien am 6. Mai 2020 über das Independent-Label Stoned Karma Records in diversen Vinyl-Editionen und als CD. Die Fachrezeption hob zum 30-jährigen Bestehen der Band hervor, dass es der Gruppe mit dem Album gelinge, sich musikalisch neu zu erfinden und sich gleichzeitig von dem Image einer reinen Revival-Band zu lösen.

Hintergrund und Entstehung Die Stücke für das Album entstanden 2019 in Düsseldorf. Die Band spielte alle Instrumente selbst ein, darunter Vox Phantom12 und MK6 Gitarren, Vox MK4 Bass, Vox Super Continental Orgel, Theremin, Stylophone, Boss DM1, Colorsound Fuzz Wha Swell, Roland Space Echo, Dynacord Bandecho. Auch die Aufnahmen, die Abmischung und die Produktion übernahm die Gruppe in Eigenregie. Vorab wurden die Stücke World Of Pain und Plastic Covered Tangerines als 7"-Vinylsingle ausgekoppelt. Inhaltlich und musikalisch stehen bei diesem Werk die Kosmische Musik sowie die Düsseldorfer Wurzeln der Musiker im Vordergrund. Konzeptionell greift die Band bei den kürzeren Stücken des Albums, die sich in einem Rahmen von unter sechs Minuten bewegen, auf Elemente der Psychedelic Pop Music der 1960er Jahre zurück, wobei vermehrt Popstrukturen genutzt werden. Im Gegensatz zum soundflächig gestalteten Vorgängeralbum Vibrations from the Cosmic Void ist das Material dadurch überwiegend strukturierter gehalten. Das mit 19:31 Minuten längste Stück des Albums, The Essence Of Noise, weist hingegen freiere und experimentellere Strukturen auf.

Editionen Das Album erschien in drei Editionen. Die Erstauflage wurde als limitierte Doppel-LP im Klappcover auf farbigem Vinyl („Random Colour“) in einer Auflage von 500 handnummerierten Exemplaren veröffentlicht, der ein signiertes Poster sowie die Bonus-Live-LP Live In Concert beilagen. Dieses Live-Album enthält einen zuvor unveröffentlichte Radio-Mithörschnitt vom Auftritt der Band beim Electric Ladyland Festival in Gijón am 13. Juni 2014 und ist ausschließlich als Teil dieses Sets erhältlich. Zudem erschien das Album als reguläre, auf 500 Exemplare limitierte LP auf farbigem Vinyl im einfachen Standardcover sowie als CD-Version mit Bonustracks.

Rezeption Uwe Schleifenbaum besprach das Album im August 2020 für das Musikmagazin Classic Rock und vergab eine Bewertung von acht von zehn Punkten, wobei er das Werk als „auf magische Weise bewusstseinsexpandierende Klänge“ beschrieb, das schamanenhaft Repetitive lobte und ausführte, dass der Titeltrack „geradlinig rockend“ sei, während It Happened Tomorrow einen „melodischen Pink-Floyd-Touch“ aufweise und das 19-minütige The Essence Of Noise für ein „episches Eintauchen“ sorge.

Thomas Neumann beschrieb die Veröffentlichung für das Online-Magazin Rockblog Bluespot als einen durch beschwörende Vox-Gitarren und schwebende Sounds kreierten „toxischen Soundmix“, welcher ein großes Kino im Breitwandformat biete, das durchaus der Soundtrack einer psychedelischen Version von Dr. Phibes Abenteuern im Weltraum sein könnte, und hob zudem den gesellschaftskritischen Subtext hervor, der die Schwierigkeiten der Selbstbehauptung des Individuums in der Gesellschaft ausdrücke.

Das griechische Musikmagazin TimeMachine Productions lobte die Veröffentlichung als gelungene Kombination aus Pop-Sike, experimenteller Psychedelia und Krautrock; laut dem Rezensenten thematisieren die Liedtexte gesellschaftskritisch ein fehlerhaftes System, während die Musik als intensiver psychedelischer „Kopftrip“ beschrieben wird.

Henning Furbach ordnete die Formation in der Musikzeitschrift Piranha als bekanntesten deutschen Beitrag zum internationalen Psychedelic-Rock-Underground ein und hielt fest, auf dem Album verbinde die Gruppe „wurlige Gitarren“ mit Melodien des Britpop sowie Motorik-Beats. Für das italienische Musikmagazin Blow Up rezensierte Roberto Calabrò das Werk und stellte fest, dass die Band ihre bewährte musikalische Formel auf Basis der 1960er-Jahre-Psychedelia neu erfinde, wobei er neben dem fast 20-minütigen, LSD-orientierten Stück The Essence Of Noise eine Reihe kürzerer, groove-orientierter Pop-Episoden wie den Titeltrack, das gitarrenbetonte World Of Pain sowie das melodische It Happened Tomorrow hervorhob.

Das Fachmagazin Musix verglich das Album farblich und klanglich mit dem Nina-Hagen-Zitat „Ist alles so schön bunt hier“ und führte aus, das Werk bewege sich zwischen sanften Hippie-Harmonien und kraftvolleren Klängen, während es traditionsbewusste, retro-orientierte sowie futuristische Sounds mit Elementen aus Acid und Avantgarde verbinde. Das Magazin grow! bezeichnete das Album anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gruppe als ein Meisterwerk, da es der Band gelinge, sich neu zu erfinden und gleichzeitig ihrem tief im Psychedelic Rock verwurzelten Klang treu zu bleiben.

Andreas Schiffmann besprach das Album für das Musikmagazin MINT und stellte fest, dass sich Vibravoid damit vom Image einer reinen „Psych-Revival-Kapelle“ lösten, wobei die Liedtexte deutliche Kritik am Zeitgeschehen enthielten und insbesondere die Relevanz des Stücks It Happened Tomorrow betont werde; zudem stehe der Gesang stärker im Fokus als zuvor, während das Schlagzeugspiel gewohnt ideenreich bleibe und sich die Gruppe musikalisch stilsicher durch den Sound der späten 1960er- und frühen 1970er-Jahre bewege, wofür die vorab veröffentlichten Singles World Of Pain und Plastic Covered Tangerines exemplarisch für die Balance zwischen Improvisation und konventionellen Hooks stünden und er das Mastering trotz der inhärenten Basslastigkeit der Band als differenziert beschrieb.

Titelliste The Decomposition of Noise – 4:07 World of Pain – 3:45 It Happened Tomorrow – 4:24 Eardrum – 4:21 Plastic Covered Tangerines – 5:13 The Essence of Noise – 19:31 The Decomposition of Noise (Reprise) – 1:19

CD-Bonustitel World of Pain (Radio Edit) – 2:50 Ballspeaker (Live) – 19:52 Im Zeichen des Zwilling (Excerpt) – 10:08

Einzelnachweise

Kategorie:Album (Psychedelic Rock) Kategorie:Album (Krautrock) Kategorie:Album (Pop) Kategorie:Album (Rock) Kategorie:Album 2020 Kategorie:Vibravoid-Album